Restlkochen: Fleckerlspeis‘

Flashback kitchen vom 19.01.2018

Zutaten:

Nudeln (Fleckerl oder Hörnchen)

Fleisch-, Wurst- oder Schinkenreste (oder alles zusammen)

Zwiebeln (pro Portion eine halbe)

Petersilie (falls Sie gerade welche haben)

Eier (pro Portion eines)

Beilagenempfehlung: Salat

Zubereitung:

Während die Nudeln im Salzwasser kochen, schneiden Sie die Fleisch-/Wurst-/Schinkenreste (Sie benötigen nicht viel davon) möglichst fein, die Zwiebel kleinwürfelig und hacken die Petersilie. Seien Sie die Nudeln ab und lassen Sie sie gut abtropfen. Fett in einer Pfanne erhitzen, Fleisch und Zwiebel rösten, dann die Nudeln dazu und immer gut umrühren. Richtig fein wird’s, wenn Sie sich jetzt ein wenig Zeit lassen und auch die Nudeln etwas Farbe bekommen. Dann die Petersilie dazugeben und zum Schluss die Eier (diese können Sie aber auch weglassen, je nachdem, wie groß der Hunger ist). Salzen/pfeffern nicht vergessen und nochmals gut umrühren. Wenn das Ei gestockt ist, ist die Fleckerlspeis‘ fertig. Lassen Sie es sich schmecken!

AG…

Ich kenne das Rezept seitens meiner beiden Großmütter (die eine hat lieber Fleckerl verwendet, die andere lieber Hörnchen). Wenn Sie das Glück hatten als Kind ab und zu bei Ihrer Oma in der Küche gestanden zu sein, erübrigt sich dieser Kochtipp und Sie haben ohnehin Ihre eigene Version verinnerlicht, es gibt bestimmt unzählige.

Es handelt sich um ein traditionelles Gericht, das sehr schnell und einfach zuzubereiten ist, gut schmeckt, satt macht und einen Scheißdreck kostet (von der Petersilie abgesehen, dafür werden Sie in der Regel voll abgezockt [es sei denn, Sie ziehen sie am Fensterbankl]). Außerdem ist die Fleckerlspeis‘ von einer bis zu mehreren Portionen praktikabel – skalierbar, wenn Sie so wollen. Falls Sie Kinder haben, kann es sein, dass die vielleicht ein Bisschen Anstalten machen, weil das nicht übermäßig ansehnlich ist (überhaupt, wenn das mit Bio-Gourmetküche oder überzuckertem Fast Food verzogene Gschrappen sind). Gewöhlich werden’s Ihnen Ihre Kleinen aber wohl danken, weil sich das so schön reinmampfen lässt, wenn’s Kinderl nach dem Spielen ordentlich Appetit bekommen hat (man/frau kocht das ja schließlich nicht so oft).

Nun, wichtig vielleicht – wie kommen Sie zu den Resten (sonst hätte das Ganze eher wenig Sinn, wenn Sie die in der Fleischabteilung teuer zukaufen müssten)? Na ja, indem Ihnen halt was übrigbleibt. Meine Oma hat die immer abgezweigt, einen Anschnitt vom Schweinsbraten oder vom Geselchten zum Beispiel, sie hatte so ein Platzerl im Kühlschrank, wo sie das bis zu ein paar Tagen lang frischhalten konnte. Ich persönlich leiste mir manchmal den Luxus eines Schweinskoteletts, wenn ich mal was Anständiges im Magen haben will, kaufe das Kotelett mit Knochen und schneide den nach dem Anprasseln großzügig ab. Ein, zwei Tage später gibt`s dann halt Fleckerlspeis‘. Außerdem hab‘ ich immer gerne eine Dürre z’Haus (auch Braunschweiger genannt). Das ist eine günstige und gute Wurstsorte, die immer besser wird, je länger man sie, in Papier gewickelt, im Kühlschrank lagert. Es eignet sich aber vielleicht auch eine Wiener (gemeint sind nicht die Wiener Würstchen). Lammfleischreste habe ich noch nicht getestet, ist aber bestimmt auch fein (von der Keule vielleicht oder vom Hals?). Oder vielleicht bleibt Ihnen ja ein Rest vom Osterschinken übrig, Toastschinken ist auch cool. Was auch immer. Die gute Salami oder den teuren Prosciutto würde ich jedenfalls nicht verwenden ;), aber ganz wie Sie meinen. Und, nicht zu vergessen natürlich, die utopische (?) Version: die Insekterlspeis‘. Eine Vego-Variante halte ich in diesem Fall nicht wirklich für sinnvoll (außer vielleicht bei Krautfleckerln, aber dazu ein andermal [oder aber jemand, der sich da gut auskennt, würde Seitanfleckerl kreieren]), das nächste Mal poste ich Ihnen zum Ausgleich ein vegetarisches Rezept, das sich sogar vegan abwandeln lässt, versprochen.

(zum Vergrößern ins Bild klicken)

Enthält: Hartweizengrieß, Eier, Zwiebeln, Pflanzenöl, Schweinefleisch, Rindfleisch, Speck, Nitritpökelsalz, Petersilie, Tafelsalz, Pfeffer (und in geringen Spuren natürlich eine ganze Reihe Chemikalien, vor allem im Gemüse, von denen ohnehin kein Schwein weiß, was das alles sein soll und womöglich anrichtet. Ich verlass‘ mich da einfach auf die strengen Lebensmittelnormen innerhalb der EU).

 

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Künstlert und schriftstellert (zumindest laut Statistik Austria)

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Autor: Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Künstlert und schriftstellert (zumindest laut Statistik Austria)

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