Apropos Frauenvolksbegehren – was läuft bloß mit der TV-Berichterstattung schief? Teil 4

21st Century Man vom 01.10.2018 / → Teil 1, → Teil 2, → Teil 3

(Vorläufig) letztes Update: Die Eintragungswoche für das  aktuelle Frauenvolksbegehren beginnt heute und endet überüberüberüberüberübermorgen – also: Hilft’s nix, so schadt’s nix, oder?

AG…

Ach ja, hier nochmals der Link: frauenvolksbegehren.at.

 

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Künstlert und schriftstellert (zumindest laut Statistik Austria)

Kurz und bündig

21st Century Man vom 03.09.2018

Habe ich da irgendetwas falsch verstanden, oder hat Mister Geilomobil hier eben davon gesprochen, dass man hart (!) in der Sache (!!) sein müsse? Mann… :D!

tvthek.orf.at/profile/ZIB-1/1203/ZIB-1/13987803/Doenmez-aus-OeVP-Klub-ausgeschlossen/14358605

www.youtube.com/watch?v=wSZlKOiYiV4

AG…

Auweia! Da war dann wohl meine Wenigkeit ein Wengerl zu hart in der Sache. Hab‘ wohl schon vergessen selbst mal jung gewesen zu sein, mit all der damit verbundenen jugendlichen Arroganz und Blasiertheit. Allerdings hätte ich mich dazumals wohl kaum dazu erdreistet, spindoctorisch aufgepimpt den Außenminister, geschweige denn den Oberbeamten – vulgo Bundeskanzler – zu mimen. Sorry, aber so geil kann Geld nimmer riechen. Whatever, ich nehm den Mister Geilomobil zurück und drop stattdessen lieber den Herrn Es-wird-nicht-ohne-hässliche-Bilder-gehen. Fuck you, Basti! Das kannste nicht bringen. Eine öffentliche Person ist ein öffentliche Person, und das nicht ohne Grund. Tja, schön langsam aber sicher ausgeschissen, mein Lieber. For shure. Believe it!

Nachtrag vom 29.09.2018: Ist alles mehr oder weniger hinfällig – ohne die zugehörigen Videos hat das einfach keinen Sex.

 

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Künstlert und schriftstellert (zumindest laut Statistik Austria)

Facebook goes gen Italien, höchste Zeit!

21st Century Man vom 17.04.2018

Was ich stets als Privileg empfunden habe und als unglaublich entspannend, war nicht Facebook-Mitglied zu sein. Das war immer lustig mit Leuten darüber zu sprechen und wie emotional die dabei wurden. Was? Wieso? Wie willst du denn ohne? Und wehe, ich fing vielleicht auch noch an ein wenig zu lästern, das ging ab und an schon fast ein wenig in Richtung kopfschüttelndes Mobbing gegen den Verweigerer. Einmal hielt mir jemand in einer Bar eine regelrechte Standpauke, das lief in etwa so ab und es braucht auch noch eine kleine Vorgeschichte dazu:

Ich habe diesen Blog ja aus sehr persönlichen Gründen begonnen, dann nach und nach aber Gefallen daran gefunden zu schreiben. Keine Ahnung, was da ist. ‚Language Is A Virus From Outer Space‘ hat die US-amerikanische Künstlerin Laurie Anderson vor einer halben Ewigkeit einmal getextet. Ich glaube, in meiner Vorstellung trifft es das doppelt und dreifach. Vom Beginn an hat mir für meine Schreibkrankheit allerdings eine liebe Freundin angeraten, ich solle eifrig für Verbreitung sorgen.

Ich wäre selbst gar nicht darauf gekommen, mir war das völlig egal, irgendwie hat man ja auch so ein fiktives Publikum im Kopf, und man ist ja eher schüchtern als Frischinfizierter, aber ich nahm mir ihren Rat zu Herzen und distribuierte, wenn auch nicht gerade sehr eifrig. Und hedopunk-stylie, sprich: die Adresse der Website auf kleine Zettel geschrieben und gelegentlich Leuten in die Hand gedrückt, manchmal Freunden, manchmal Wildfremden, die ich beim Ausgehen traf. Das war immer ganz lustig und wurde vielleicht ab und an belustigt oder überrascht aber durchwegs positiv aufgenommen. Mit der Zeit hatte ich dann schon so einen gewissen Blick dafür bekommen, wen ich in einem Lokal mit meinem bekritzelten Papierschnipsel beglücken konnte.

Einmal jedoch, ich war schon recht gut illuminiert, erspäte ich auf einer Tanzveranstaltung eine potenzielle Leserin, die mir irgendwie ins Auge stach. Sie war sehr damenhaft gekleidet – weiße Bluse, schwarzer Rock, Jäckchen, leicht toupiertes, rotes Haar – und ich hätte schwören können, das steckte ein Mann darunter. Einerseits bringt mich das immer noch in selige und amüsante Verwirrung, andererseits erinnerte sie mich sehr stark an einen alten Freund, dem ich nach Jahrzehnten, in denen wir keinen Kontakt hatten, in der Straßenbahn begegnete. Der hatte es vorgezogen sein Geschlecht zu wechseln – oder Gender, wer weiß das schon so genau – und sah ein kleines Bisschen wie seine eigene Oma aus – transentechnisch einfach großartig. Wir begrüßten uns dann recht sittsam, fast ein wenig schüchtern und sehr diskret und talkten ein Bisschen small in der Bim. Ich muss in solchen Situationen immer an den seligen und göttlichen Divine denken, na ja, für seine Assoziationen kann man schließlich nichts. Die angesprochene Dame im Lokal hatte also gewisse Vorschusslorbeeren und ich reichte ihr mein Hedopunk-Zetterl.

Die Reaktion war überraschend heftig und das aus Gründen, die für mich bis heute im Dunkeln liegen. Also das gehe doch gar nicht. Ein Blog auf einer normalen Website. Und die Internetadresse auf einem Zettel. Aus Papier. Und du bist nicht bei einer Social-Media-Plattform? Das kann doch nicht sein! So geht das wirklich nicht! Meine Einwände, und das waren durchaus konkrete und höflich vorgebracht, wurden einfach weggewischt. Ich müsse mir meinen Erfolg doch abholen, und das gehe heutzutage nur mit Social-Media. Da gäbe es doch eh so eine große Auswahl, wobei, Facebook sei einfach die beste Wahl. Ich könne doch nicht als Geheimagent da so vor mich hin agitieren. Das wurde immer phantasievoller und abstruser, und dabei hatte die Dame noch keine einzige Zeile meines Blogs gelesen (wobei es das, denke ich, ohnehin eher verschlimmert hätte). Immerhin hatte ich bei der Plauderei die Gelegenheit die Dame aus der Nähe zu betrachten, revidierte meine ursprüngliche Annahme und war jetzt eher der Meinung es handelte sich um eine Frau mittleren Alters, die wie ein als Frau verkleideter Mann aussah, was mich jetzt noch mehr verwirrte. Mein Erfolgserlebnis des Abends war jedenfalls, dass mein Zettel schließlich doch in ihrer Damenhandtasche landete.

Facebook ist für mich allerdings seither nach wie vor völlig uninteressant geblieben. Zumindest als Medium für mich selbst, in der medialen Diskussion und Berichterstattung natürlich ganz und gar nicht. Es handelt sich dabei ja mittlerweile sowohl um einen gigantischen Kriminalfall als auch um eine unerhörte Polit- und Justizaffäre. Am Beginn des Jahres habe ich dann doch einen kleinen Test gemacht. Ich habe Facebook ja immer für eine verbrunzte Scheißplattform gehalten und tue das noch immer, aber man soll ja nichts unversucht lassen. Nicht zuletzt für Sie, geschätzte Leserinnen und Leser. Also habe ich ein FB-Account erstellt. Das Interessante war für mich gleich der Einstieg. Facebook hat mir da zur Begrüßung eine Liste von Personen ausgeworfen, die meine Freunde werden könnten. Von den 50 vorgeschlagenen Leuten kenne ich etwa die Hälfte, manche sind sogar mit mir verwandt und einige sind tatsächlich Freunde von mir. Woher weiß Big Data das? Ich war doch zuvor dort niemals Kundschaft, oder? Vor allem, was ist mit den anderen, die ich nicht kenne? Mir hat es jedenfalls gereicht, meine Vorbehalte nur verstärkt und ich habe nach einigem Suchen den Löschknopf gefunden und mein FB-Konto wieder geschlossen. Die Durchführung der Löschung dauert dann halt zwei Wochen, klappt aber, wenn man nicht weich wird, und es stellt sich dann innerhalb kurzer Zeit eine spürbare Erleichterung ein.

Letzten Sonntag hat mich Herr Ostermayer dann wieder auf Facebook gebracht, ich gebe jetzt einfach seine Einleitung zur Radiosendung ‚Im Sumpf‘ wieder, dann erspare ich mir lange Erklärungen:

„Morgen, verehrte Sumpf-Gemeinde, feiern wir den Tag der Schamteile – Genitals Day, wie wir Amis dazu sagen würden, wenn wir Amis wären. Morgen, Punkt 10 Uhr Vormittag sollten alle Menschen, die von Facebooks Politik der Kunstzensur angepisst sind, Fotos, Bilder und Zeichnungen von Penissen und Vulvas auf ihre Facebook-Seite stellen, am besten freilich Meisterwerke der Kunstgeschichte. Einen flötenblasenden griechischen Pan etwa, mit einer zweiten Flöte in der Leibesmitte, oder Michelangelos David-Statue mit dem schon beängstigend kleinen Zumpferl, oder Gustave Courbets behaarte Scham als Ursprung der Welt. Allerhöchste Kulturgüter allesamt, die Facebook gnadenlos zensuriert. Weitaus toleranter gibt sich die Konzernmoral, wenn es um Sexismus, Rassismus, Homophobie, NS-Verherrlichung und sonstige Meisterwerke der Unmenschlichkeit geht. Die widerwertigste Hetze, die ekelhafteste Verhöhnung steht unter dem Schutz der freien Meinungsäußerung. #Zuckerpussy, #Zuckerdick (oder #suckapussy, #suckadick?, Anm.)! Abermillionen Geschlechtsteile können nicht irren. Setzen wir mit Muschis und Pimmeln ein Zeichen! Facebook soll zugemüllt werden mit dem Natürlichsten, was diese bigotten Heuchler für obszön befinden – freilich keine Pornos, nicht einmal einen braven Geschlechtsakt, nur entblößte Schamteile, wie Gott sie schuf. Oder Botticelli oder Buonarotti, Caravaggio, Rubens, Cranach, Manet, Matisse, Egon Schiele, Man Ray, Günter Brus, Niki de Saint Phalle, Charlotte Moorman, Yoko Ono, Maria Lassnig, Valie Export, Elke Krystufek und so weiter und so fort. Machen wir aus Facebook eine gigantische Galerie der Glieder und Scheiden, kulturgeschichtlich abgesegnet, Prädikat wertvoll und jugendfrei ab 6! Denn nichts ist weniger anstößig als unsere Scham. Morgen Montag ist der Tag der Schamteile. Teilen wir sie, in Gottes Nam‘!“

Schöner kann man’s wirklich nicht sagen. Ich hoffe, der Herr O. verklagt mich jetzt nicht wegen des geschändeten Urheberrechts oder sein Sender, aber es würde dann auch einem treuen Mitglied seiner Gemeinde arg mitspielen, fast schon einem Familienmitglied. Um wieviel trister wären die Achtzigerjahre in der Provinz für mich verlaufen, wenn ich nicht als pubertierender Knabe in der ‚Musicbox‘ seiner damals schon sonoren Stimme lauschen hätte können und der seines leider verstorbenen Kollegen, Gott hab ihn selig, Werner Geier? Da gab es noch kein FM4, und Ö3 war zwar weniger schlimm als jetzt, nehme ich an, aber doch schlimm genug. Dass aus mir trotzdem nichts Gescheites g’worden ist, Onkel Fritz, kann doch wohl nur mehr an der bösen Welt da draußen liegen, also bitte sei gnädig!

Was den Aufruf betrifft, na, da kann man doch nur der Aufforderung zur hochanständigen, genitalen Agitation folgen, das ist doch beinahe Ehrensache! Deswegen gibt es hier sogleich einmal das Werk des japanischen Großmeisters Katsushika Hokusai ‚Der Traum der Fischersfrau‘, und ich muss mich ja hier nicht auf die solitäre Darstellung der Gemächte beschränken, also darf es auch ein wenig schlüpfrig werden und ich Ihnen meinen Versuch einer deutschen Erstübersetzung des Textes dieser maritimen Shunga-Grafik aus dem 19. Jahrhundert gleich mitposten, den Beitrag gibt es bis jetzt in der deutschsprachigen Wiki noch nicht.

(zum Vergrößern ins Bild klicken)

Bildquelle: Wikipedia, gemeinfrei (public domain), Katsushika Hokusai, Tako to amaDer Traum der Fischersfrau oder auch Muscheltaucherin und Oktopus oder auch Muscheltaucherin und zwei Kraken

GROSSER OKTOPUS: So lange habe ich im Verborgenen auf dich gewartet, und endlich habe ich dich? Was für eine feine Muschi! Es könnte nicht köstlicher sein! Schlürf, Schlürf… Zuzl, Zuzl, Zuzl… Ich werde dich in den Drachenpalast führen, nachdem du bedient worden bist.

FRAU: Verdammter Oktopus! Ah, ah, du langst an meine Zervix! Ich kann nicht atmen! Oh, ich komme, deine Saugnäpfe… oh, deine Saugnäpfe… oh, was du damit anstellst! Oh ja, oh ja… Ich bin noch nie so… aaah, aaah… von Kraken… mmm… gut, gut… ja… da… Schlürf, Schlürf, Schlürf…

GROSSER OKTOPUS: Wie fühlt sich das an von acht Armen aufgegeilt zu werden? Da, du bist so erregt und völlig nass.

FRAU: Oh, es kitzelt, und ich verliere die Kontrolle über meinen Unterleib. Ich verliere die Kontrolle! Ich komme! Ah, ah…

KLEINER OKTOPUS: Wenn Papa fertig ist, werde ich rubbeln und zuzeln, von der Klitoris bis in die kleinsten Vertiefungen, mit meinen Saugnäpfchen!

Und wenn Sie mir die Übersetzung jetzt gar nicht glauben möchten, dann sehen Sie sich doch die englische Vorlage an (hier der Link, der Text befindet sich unterhalb des Bildes). Direkt aus dem Japanischen kann ich Ihnen das beim besten Willen nicht verdolmetschen, und der Radius meines japanischen Freundeskreises ist leider gleich Null, das ist ein Bissl dürftig, ich weiß, was soll’s. Aber diese Pikanterie von dem Meister H. – der war schon ein Odrahter, mein liebes Seepferterl!

AG…

Oh, das wichtigste hätte ich fast vergessen, Hedopunk gibt es jetzt doch auf Facebook und zwar hier (Pardon, den Link gibt’s nicht mehr, bin gleich nochmals übersiedelt und zwar hierhin). Ich kann doch den Fritz Ostermayer nicht hängen lassen! Die Idee ist einfach zu gut. Ich war zwar nicht um zehn Uhr vormittags zur Stelle, habe aber pünktlich um zehn Uhr nachts mein Ding gepostet (hatte am Vortag dem Rotwein etwas zu sehr zugesprochen). Ich hoffe, Sie verzeihen als ganzer einem halberten Burgenlandler diesen Fauxpas, lieber Fritz. Und Sie, liebe LeserInnen müssen, falls Sie das Bild auf Facebook sehen wollen, fürchte ich, eingeloggt sein, sonst sieht man/frau/kind da nichts, oder Sie können sonst nicht posten, glaub‘ ich zumindest – verflucht – was weiß ich, kenn‘ mich da noch nicht wirklich aus in diesem Sauhaufen. Sie können das natürlich auch als Aufforderung zum Mitmachen auffassen, Sie haben doch sicher auch Facebook. Nicht? Was? Wieso? Wie wollen Sie denn ohne? Hier ist zur Sichereit der Link auf die Facebook-Seite unseres allseits geschätzen und verehrten Radio-Heilsbringers Fritz O., da haben Sie auch schon mal ein paar schöne Beispiele und Anregungen. Mal sehen, wie das läuft mit Facebook, erwarten Sie bloß nichts von mir, ich werde mich bemühen das so schluddrig wie möglich zu handhaben. Ist ja doch bloß eine grindige Trash-Plattform. Mir ist das egal, ich weiß ja jetzt, wie man das Konto löscht. Wie man ihm entfleucht, dem sozialen Netzwerk.

 

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Künstlert und schriftstellert (zumindest laut Statistik Austria)

Apropos Frauenvolksbegehren – was läuft bloß mit der TV-Berichterstattung schief? Teil 3

21st Century Man vom 08.04.2018 / → Teil 1, → Teil 2, → Teil 4

(zum Vergrößern ins Bild klicken)

Nach vorwöchigem Stand haben 570.000 StaatsbürgerInnen für das Anti-Raucher-Volksbegehren unterschrieben, 230.000 für das Frauenvolksbegehren optiert. Das muss man/frau/kind sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Da waren also 570.000 Leutchen auf ihren Gemeindeämtern oder an ihren digitalen Stimmabgabevorrichtungen und haben – gaaanz bestimmt in allergrößter Sorge um die Volksgesundheit – dafür votiert, dem nebelig öffentlichen Selbstzerstörungstreiben und der unerhörten fumanten Belästigung armer, unschuldiger Restaurantfachfrauen und -Männer endlich ein Ende zu setzen, und mehr als die Hälfte davon hat es nicht für wert befunden – wenn sie schon einmal dabei sind – gleich auch noch ein Hakerl für die Frauen in diesem Land zu machen.

Ah, verstehe, die waren in Sorge, die haben sich das Kleingedruckte des weiblichen Begehrs zu Gemüte geführt: Dass da der Vater Staat den Unterhalt vorschießen soll für die Kinder von alleinerziehenden Müttern – und zwar pronto – und sich den seinerseits von den Vätern zurückholen muss, anstatt die Frauen in zermürbende Rechtsstreitigkeiten zu verwickeln. Die armen Männer würden dann ja verfolgt, gepfändet gar und im schlimmsten Fall sogar eingesperrt. Schließlich kennen wir den lieben Staat ja schon ein Bisserl – der ist bei zu erbringenden Leistungen nicht gerade der schnellste und zugänglichste aber recht flott und auch ziemlich unerbittlich, wenn es vom Staatsbürger oder von der Staatsbürgerin etwas zu holen gibt, oder? Diese hinterlistigen Weiber wollen uns da wohl ein Kuckucksei mitverbraten!

Nun, genau genommen würde das grundsätzlich eigentlich recht wenig ändern, die Unterhaltsverpflichtung gibt es ja bereits jetzt, und auch jetzt schon gehen Männer dafür in den Häfn. Schaut fast so aus, als wäre da generell etwas im Hintertreffen. Ich denke allerdings, die alleinerziehenden Mammis wollen lediglich nicht mehr warten, bis das Kinderl schon fast dem Schulalter entwachsen ist und sich den Rücken krumm buckeln, dafür, dass sie dem lieben Kleinen eine anständige Versorgung zukommen lassen. Also ein gemütliches Heim, was G’scheites zum Anziehen, gesunde Ernährung, vernünftige Spielsachen, eine abwechslungsreiche Freizeitgestaltung, eine zeitgemäße pädagogische Betreung und lauter solche Sachen und nebenbei vielleicht selbst auch noch ein Bisserl leben. Na, wenn das nicht im Sinne der Volksgesundheit ist!

Aber ich versteh‘ schon, die wahrlich Progressiven kratzen sich natürlich schon am Kopf und fragen sich, was daran so fortschrittlich sein soll. Schließlich wird da den Männern ja ganz nebenbei das Recht abgesprochen selbst den häuslichen Weg einzuschlagen. Vielleicht hätte der weibliche Part ja mehr Talent und Antrieb sich in eine Karriere in der Leistungsgesellschaft zu stürzen, und der gute Vati würde lieber zu Hause bleiben und sich ums Windelnwechseln und Flascherlkochen kümmern. Oder vielleicht wollen sich die beiden das ja aufteilen. Gibt es immer nur eine Art von Selbstbestimmung? Und muss die immer ins soziale Aus führen, für wen jeweils auch immer? Wie kommt es, dass der Papa, der leibliche als Ewig-Was-Schuldigbleibender zurückbleiben können darf? Und wozu sollen das immer nur die Frauen entscheiden dürfen? Oder können die gar erst gar nicht aus? Ist leicht gar der Staat der Hinterlistige, der Sich-Vor-Der-Verantwortung-Drücker, der Schuft, der Rabenvater (wobei hier nebenbei zoologisch anzumerken ist, dass [die echten] Rabenviecher zu den fürsorglichsten Vogeleltern gehören)?

Nun ja, berechtigte Fragen vielleicht, leider kann Ihnen die beim besten Willen nicht beantworten, schließlich habe ich nicht die Erfahrung, wie das so ist, ein lebendiges Wesen als Teil meiner selbst neun Monate lang mit mir herumzutragen, dann unter erheblicher Mühsal in die Welt zu entlassen und schließlich die Hauptverantwortung dafür aufgebrummt zu bekommen und vor allem: wie sich das alles anfühlt. Fragen Sie doch einen Psychologen oder eine Psychologin, besser gleich beide, oder lesen Sie was darüber, oder noch besser: Machen Sie sich mal ein paar eigene Gedanken! Ich glaub‘ fast, da geht’s ans Eingemachte, und bedenken Sie auch noch folgendes: Wir sind im katholisch geprägten Österreich, bitt’schön, da gehen die Uhren halt offenbar ein wenig anders. Da gibt es sie womöglich noch, die Schuld und Scham und Schande. Die Fragestellung allerdings ist durchaus am Platze, vielleicht wär das ja mal was: für ein Männervolksbegehren!

Und an die (mindestens) 340.000 Neidhammel und -Innen, also die bereits oben angesprochene Differenz von den 570.000 Ach-So-Besorgten: Euch glaub‘ ich ab jetzt gar nichts mehr. Ihr seids echt grindig wie nur was. GEHT’S DOCH EINFACH SCHEISSEN! Das hilft manchmal.

AG…

Und hier wie immer die obligate Url: frauenvolksbegehren.at, zugelassen isses, jetzt ist der Innenminister am Zug die Eintragungswoche festzulegen, dann können Sie dafür stimmen (außer, Sie hätten’s bereits unterstützt, dann zählt das ja schon als Stimme) also Augen offen halten und… nur Mut!

 

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Künstlert und schriftstellert (zumindest laut Statistik Austria)

Apropos Frauenvolksbegehren – was läuft bloß mit der TV-Berichterstattung schief? Teil 2

21st Century Man vom 14.03.2018 / → Teil 1, → Teil 3, → Teil 4

Die schlechte Nachricht: der letztmögliche Termin für die Unterstützungserklärungen für das sogenannte Frauenvolksbegehren ist diese Woche abgelaufen, die gute Nachricht: „aufgrund des großen Zuspruchs“ wird verlängert und es werden noch bis zum 4. April weiter Unterschriften gesammelt.

Aufgrund des großen Zuspruchs? Soll das ein Witz sein? Bis dato haben etwa 200.000 Menschen Ihre Stimme für die Initiative abgegeben. Laut Angaben des Bundesministeriums für Inneres gibt es 3.307.795 wahlberechtigte Frauen in Österreich. Meine Stimme dazugerechnet ist alles unter 3.307.796 Unterstützer*innen wohl bestenfalls als schlechter Scherz zu bezeichnen. Okay, minus ein paar hundert Mitglieder und Sympathisant*inn*en der Burschenschaft Hysteria von mir aus, die haben höhere Ziele.

Hier also nochmals die Internetadresse: frauenvolksbegehren.at, Bescheidenheit ist in diesem Zusammenhang völlig unangebracht. 200.000 läppische Unterschriften! Da gehen ja mehr Leute auf Bilderbuch– und Wanda-Konzerte! Glaub‘, ich (b)rauch‘ erst mal eine Tschick.

AG…

 

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Künstlert und schriftstellert (zumindest laut Statistik Austria)

Apropos Frauenvolksbegehren – was läuft bloß mit der TV-Berichterstattung schief?

21st Century Man vom 08.03.2018 / → Teil 2, → Teil 3, → Teil 4

Abgesehen davon, dass ich mir seit geschlagenen zwei Wochen täglich (!) in der ZIB (und zwar wurscht in welcher) anhören kann, wie viele Wichtigtuer#innen schon für das Anti-Raucher-Volksbegehren unterschrieben haben, fällt mir auf, dass ein gleichzeitig laufendes, das sogenannte Frauenvolksbegehren, verdammt wenig Erwähnung findet – präziser gesagt: gar keine.

Ohne Scheiß jetzt. Kein Sterbenswörtchen. Nichts.

Gestern dann, wenn man/frau/kind so will, die Erlösung – in einem Nebensatz in einem ZIB1-Beitrag über den Weltfrauentag erfahren wir, dass Herr Kern (SPÖ-Parteivorsitzender) jenes unterzeichnet, Frau Hartinger-Klein (Sozialministerin) und Frau Bogner-Strauss (Frauenministerin) nicht. What the fuckin‘ fuck? Ich mein‘, rennt’s euch noch? Was geht das irgendjemanden eigentlich an, ob sich irgendjemand in seinem/ihrem Lieblingsbeisl in der Raucherzone gemütlich eine antschickt? Habt’s ihr nichts Wichtigeres zu tun, als den ohnehin schon zum genussfreien Konsum verdammten Leuten des 21. Jahrhunderts die letzten paar verbliebenen kleinen Freuden zu vergällen? Und wenn es wirklich um etwas geht, scheißt’s euch ins Hoserl oder was?

Vermaledeite Drecksbande in diesem hundsverbrunzten Scheißland am Strome! Das darf doch echt nicht wahr sein! Ich vergess‘ ab jetzt wieder meine guten Neujahrsvorsätze samt der guten Kinderstube.

Das ist ja schon wie mit dem Krieg im Jemen: Davon hören wir auch nur was zu Weihnachten. Da wird mittels Betroffenheitskino in den News kurz und kräftig auf die Tränendrüse gedrückt und den Rest des Jahres dann wieder den Saudis in den Arsch gekrochen. Und pünktlich zum Frauentag gibt es dann alljährlich wieder etwas unglaublich Grausiges über Genitalverstümmelung. Und es soll mir jetzt ja keine/r mit dem Strache kommen. Was geht mich das an, ob der zufällig Raucher ist und als Politprofi einfach gelernt hat, dass man/frau mit irgendeinem unwichtigen Scheißdreck bei den hiesigen Einfaltspinseln mehr Aufregung erzeugen und viel effektiver von den eigentlichen Problemen ablenken kann als mit gescheiten Themen?

Also liebes Wahlvolk – erstens: Es gibt da eine Website mit der Internetadresse frauenvolksbegehren.at, die ist ausgezeichnet gemacht und sehr informativ, am besten zumindest mal überfliegen, wer’s dann noch nicht kapiert dem/der ist eh nicht zu helfen und zweitens: den hochgeschätzten Allerwertesten ein kleines Stückerl in die Höhe und bis zum nächten Gemeindeamt hieven oder sonst halt per Handy-App unterzeichnen. Nachher könnt’s von mir aus auch unter das ang’schütt`te Rauchvernaderungsdingsbums euren Haxen machen, wenn’s euch schon keine Ruhe lässt, ihr Schneebrunzer#innen (nebenbei bemerkt: Bei Zigaretten liegt der Steueranteil bei rund 78 Prozent des Verkaufspreises. Also bitte ein kleines Bisserl mehr Höflichkeit und um eine Winzigkeit weniger g’schissen sein).

Und ich sag das durchaus auch aus Eigennutz, schließlich will ich nicht in hundert Jahren immer noch bei jeder Gelegenheit ein schlechtes Gewissen haben und mir auf jeder verdammten Stellenausschreibung oder jedwedem sonstigen unnädigen Papierl zum zehntausendsten Mal irgendwas von irgeneinem Gleichbehandlungshumbug lesen müssen. Vor dem Gesetz sind wir nämlich bereits alle gleich. Soweit mein Wort zum Weltfrauentag. Amen.

AG…

 

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Künstlert und schriftstellert (zumindest laut Statistik Austria)

Das Ergebnis STEHT FEST, oder?

21st Century Man vom 20.10.2017

(zum Vergrößern ins Bild klicken)

Falls Sie sich ob des obigen Bildchens fragen sollten, warum wir hier bei hedopunk heute so staatstragend auftreten: Heute ist immerhin der Tag der Verkündung des amtlichen Endergebnisses der Nationalratswahl. Just zur Geisterstunde durfte der Innenminister dasselbe via öffentlich rechtlichem Teleschirm bekanntgeben. Wir wissen um den Wahlausgang wegen ausgefeiltester Hochrechnungsalgorithmen, die uns jedes Mal den letzten Rest an gespannter Vorfreude verderben, zwar ohnehin schon seit Anfang der Woche (genauso wie wir uns das Wahlergebnis, durch diverse Meinungsumfragen vorbereitet, ja auch – gleichsam in Form einer selbsterfüllenden Prophezeihung – schon vor jeder Wahl bereits denken können). Sei’s drum, schon des Rituals wegen: Österreich hat gewählt und dieser Anlass darf schon ein Bisserl feierlich begangen werden.

Und falls Sie sich wegen der seltsamen Handzeichen auf dem Bild den Kopf kratzen oder womöglich gar vor selbigen gestoßen fühlen sollten (wovon ich jetzt mal nicht ausgehe), na ja, die Fingergeste auf der rechten Seite können Sie getrost an die rund 60 Prozent der Wähler gerichtet sehen, die als Entscheidungshilfe für ihr Kreuzerl auf dem Stimmzettel offensichtlich entweder Modemagazine, Gratiszeitungen oder ihr Bierglasl herangezogen haben (was im Übrigen ja bereits einen gewaltigen Fortschritt erkennen lassen könnte, wenn man/frau der Überzeugung des verstorbenen Musikers Frank Zappa folgen möchte, wonach 90 Prozent der Menschen ohnehin Arschlöcher seien). Hierzu sei noch bemerkt, dass die Verpixelung der allgemein als Stinkefinger bekannten, mitunter (vor allem im angelsächsischen Sprachraum) auch als Fuck-Finger bezeichneten Schmähgeste durchaus einen praktischen Grund hat und nicht bloß einen ästhetischen. Ich komme gleich darauf zu sprechen. Für das Handzeichen auf der linken Bildhälfte wiederum hat mir eine politisch interessierte, junge Dame einen wichtigen Hinweis geliefert, aber dazu später.

Die Hand mit dem ausgestreckten Mittelfinger, eine obszöne Geste, die bereits seit der Antike bekannt ist, erfüllt in Deutschland den Tatbestand einer Beleidigung und kann strafrechtlich geahndet werden, in Österreich stellt der digitus impudicus, der „unzüchtige Finger“, wie er im alten Rom genannt wurde, eine Anstandsverletzung dar und rechtfertigt eine Bestrafung nach dem Verwaltungsrecht, in der Schweiz darf gar die Unfallversicherung ihre Leistungen an jenem Beteiligten einer Schlägerei kürzen, der durch das Zeigen des schlimmen Fingers dieselbe ausgelöst hat. Sie merken schon, ich schmökere immer noch gerne in der Wikipedia, mag diese auch regelmäßig in Verruf kommen, aber ein Abo für die Encyclopædia Britannica ist einfach nicht drin. Von ihrer historischen Entstehung ausgehend kann die Geste jedenfalls als Phallussymbol gedeutet werden, oder präziser als ‚erigierter Penis im Sinne einer sexuell konnotierten Drohung. Der kynische Philosoph Diogenes von Sinope soll sie Besuchern der Stadt Athen gezeigt haben, die den berühmten Rhetor Demosthenes sehen wollten; dazu habe er gerufen: „Da habt ihr euren athenischen Demagogen!“‘, läßt sich in der Wiki erfahren. Demgegenüber nimmt sich der sogennannte Fingerkreis geradezu harmlos aus, zumindest auf den ersten Blick. Wer Zeigefinger und Daumen zu einem Kreis formt und die restlichen Finger abspreizt, ist entweder Taucher/in und bedeutet damit, dass alles in Ordnung ist oder man/frau/kind möchte seine/ihre Begeisterung über die formidable Qualität der Cuisine, oder generelles Lob aussprechen. Allerdings gilt dies nur für gewisse Länder, wie Deutschland, die Schweiz und Österreich. In Südeuropa (vor allem Italien), Russland und Brasilien wird dies als Beleidigung aufgefasst und ist im Gegensatz zum Mittelfinger eher als anales Symbol anzusehen. Etwas überspitzt darf ich, nicht zuletzt auch im Hinblick auf die geschlagene Wahl, also zusammenfassen, dass die Mehrzahl der Österreicherinnen und Österreicher – selbstverständlich rein symbolisch gesehen – mit so manchem Fingerzeig wohl gewisse Schwierigkeiten hat, mit Arschlöchern hingegen nicht das geringste Problem. Und das ist jetzt bitte keinesfalls im Sinne einer Präferenz oder gar Diskriminierung sexueller Vorlieben zu verstehen.

Um auf die oben erwähnte Politikbeobachterin, die diesen Beitrag inspiriert hat, zurückzukommen, möchte ich auf die letztere der Handgesten noch etwas näher eingehen. Die junge Frau, ich darf sagen das Mäderl – sie ist erst fünf – hat den beschriebenen Fingerkreis in einem ganz anderen, für mich sehr überraschenden Zusammenhang verwendet. Nämlich als Größenvergleich. Diesem ist beim beiläufigen TV-Nachrichten-Schauen der spontane Ausruf „Vogel!“ ihrerseits vorausgegangen, und zwar bei einem kurzen Fernsehbeitrag über den ehemaligen Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Nun, gedankliche Assoziationsketten nehmen bei Kindern oft einen sprunghaften Verlauf und finden nicht immer Ausdruck in sogleich verständlichen Sätzen, womit ich allerdings keinesfalls generell ihre Trefflichkeit in Frage stellen möchte (ich mein‘, der ist schon ein komischer Vogel). Ich war jedenfalls verdutzt und habe mich näher erkundigt, bekam aber nur ein weiteres Rätsel eben in Form des besagten Fingerkreises zur Antwort. Hier wurde eine weitere Nachfrage meinerseits allerdings belohnt. So groß, so die künftige Jungwählerin, sei nämlich das Gehirn von Donald Trump. Damit konnte ich dann tatsächlich etwas anfangen. Und es konnte auch keine/r behaupten, das wäre jetzt über alle Maßen übertrieben, da sich bei einer Kinderhand zwar nicht gerade der Radius einer Pflaume ergibt, dieser aber immerhin deutlich größer ausfällt als beim Vermessen eines Erbsengehirns. Wir hatten dann beide jedenfalls jede Menge Spaß bei der Vorstellung, dass der etwa murmelgroße Denkapparat in dem ihn umgebenden Hohlraum umherkullert oder hin und her rollt, wie eine Mozartkugel in einer Halfpipe. Und beim Betrachten einer Trump-Rede ist mir dann aufgefallen, dass Mr. President die Handgeste in der Tat gefühlte 30 mal innerhalb einer Minute vollführt. Ich kann Ihnen nur empfehlen einmal darauf zu achten, das ist wirklich sehr unterhaltsam, wenn einer/einem mal fad ist im Schädel. Schließlich ließ sich dann auch noch die Frage nach dem Vogel zumindest allgemein klären, da dieser nach Auffassung des Mädchens bei manchen Leuten aus den Augen herausgucken würde. Und so entstand nach und nach eine politische Debatte, die ich weder initiiert noch erwartet hatte, und die für mich sehr überraschend verlief.

Ich hatte ja den leisen Verdacht, dass da bereits, von welcher Seite auch immer, politische Vorbildung geleistet worden war, aber man/frau sollte kleine Kinder nicht unterschätzen. Die haben durchaus sehr klare Vorstellungen und ihren eigenen Kopf. So war meine Gesprächspartnerin der Meinung, dass zehn Limousinen und ebensoviele Flugzeuge zu viel des Guten seien für den Präsidenten, sie sprach von Herrn Trump – ich darf einwerfen, ihr ist ein großes Interesse an Fahrzeugen aller Art eigen – und dass dem „Alexander“ (also unserem Staatsoberhaupt) nur drei „Autos mit den vielen Fenstern“ (also Strech-Limos)  zur Verfügung stünden, das sei recht und billig. Ich muss dazu sagen, sie mag den Alexander, das war schon bei der letzten Wahl so. Auch da ließ sie keinerlei Zweifel bezüglich ihrer Präferenzen aufkommen. Woher das kommt? Keine Ahnung, den Herrn Hofer mochte sie jedenfalls gar nicht, was mich damals durchaus überrascht hat, da der doch so ein freundlicher, älterer Herr ist. Ich habe jedenfalls weder den Fuhrpark des einen noch des anderen Präsidenten recherchiert, in unseren Debatte dann aber doch eingeworfen, dass mir zwei Fahrzeuge als angemessen erscheinen würden für den Alexander. Weil der ja doch immerhin der Bundespräsident sei und überdies eines davon kaputt gehen könnte, worauf wir uns dann schlussendlich einigen konnten. Was sie noch über den Alexander zu berichten hatte, war, dass der „die Macht nicht haben“ will. Da musste ich abermals darüber grübeln. Das klang sehr eigentümlich aus Kindermund, schon beinahe ein wenig ehrfürchtig. Die Macht. So als hätte Prinzessin Leia in Star Wars davon gesprochen. Ich habe dann noch etwas nachgefragt und siehe da: wieder ein Volltreffer. Gemeint hat sie, dass der seine Macht abgeben will. Tatsächlich ist Herr Van der Bellen ja dafür eingetreten, die Machtbefugnisse des Bundespräsidenten zu begrenzen. Jetzt war ich wirklich baff.

Da soll noch einmal eine/r behaupten, politische Bildung von Kindesbeinen an würde nichts bringen, ach, Sie meinen, das sei eh schon gang und gäbe. Hm, wenn ich so recht überlege, da gibt es tatsächlich schon so einiges an interessanten Programmen. Unlängst bin ich da über eine Website gestolpert, die nennt sich daskleineeinmaleins.com, bezeichnet sich selbst als ‚Wahlguide für Jungwähler‘ und liefert eine Menge politisches Basiswissen. Okay, Sie haben recht, das ist etwas für größere Kinder. Aber als vor kurzem mal das Kinderprogramm logo! Die Welt und ich. auf dem Sender KIKA gelaufen ist und die dort anlässlich des 40. Jahrestages der „Offensive 77“ einen Beitrag über die Rote Armee Fraktion (RAF) gebracht haben, da hab‘ sogar ich mit den Ohren geschlackert. Ich mein‘, das war richtig gut gemacht und recht objektiv in der Darstellung, mit einfachen und übersichtlichen Animationen, alle Achtung. Zu meiner Zeit gab es Vergleichbares jedenfalls nicht, dafür die Sendung mit der Maus und Fernsehdebatten mit Bruno Kreisky, die hatten es allerdings in sich. Politik am Familientisch wurde bei uns ab einem gewissen Zeitpunkt abgestellt, sehr zu meinem Leidwesen, die war angeblich „zu laut“. Naja, vielleicht poste ich wieder mal was zum Thema – mir kommt da über die RAF, die in meiner Kinderzeit ja noch virulent war, eine Anekdote in den Sinn, aber das würde jetzt zu weit führen.

Ach Gottchen…

Wer übrigens meint, wir hätten uns bei der Darstellung des Stinkefingers auf die künstlerische Freiheit berufen können, hat selbstverständlich recht. Noch dazu gibt es hierzu bereits eine Referenz – die künstlerische Intervention im öffentlichen Raum durch den tschechischen Künstler David Černý in Form eines riesigen Stinkefingers auf einer schwimmenden Plattform in der Moldau, gerichtet an einen Abgeordneten im tschechischen Parlament (genützt hat das offensichtlich nicht allzu viel, wenn man/frau/kind sich die bevorstehenden Wahlen in Tschechien vor Augen führt). Wie auch immer, ich finde, die Unkenntlichmachung des schlimmen Fingers macht schon Sinn, wir wollen ja hier niemanden zu einer strafbaren Handlung anstiften, nicht? Ich beschränke mich da heute lieber auf ein herzliches FUCK OFF! Kleine Randnotiz: Im Fußball scheiterte laut gestrigem ORF-Beitrag Österreichs Frauen-Nationalteam im Testspiel gegen den EM-Sieger Holland. Die Damen hatten zahlreiche Chancen, scheiterten aber an Latte und Stange.

 

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Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Künstlert und schriftstellert (zumindest laut Statistik Austria)

ECKHART FOR PRESIDENT – bloß nicht!

21st Century Man vom 24.09.2017

Wenn Sie sich angesichts des durchaus vorhersehbaren aber nichtsdestotrotz zermürbenden Wahlergebnisses im Nachbarland nicht mit den (immerhin) achteinhalb Prozent Verlust der CDU über die desaströsen 13 Prozent der AfD hinwegtrösten können, Sie es wie ich verabsäumt haben sich mit ausreichenden Mengen Alkoholika einzudecken und Sie jetzt gezwungen sind die peinliche Realität nüchtern zu ertragen, dann kann ich Ihnen zur Stimmungsaufhellung nur mehr das Folgende empfehlen: Gehen Sie in ein Videoportal, diesmal darf’s auch ruhig das dröge YouTube sein, geben sie im Suchfeld ‚Lisa Eckhart‘ ein und unterziehen Sie sich der besten Gehirnwäsche, die Sie derzeit bekommen können. Und es spielt kaum eine Rolle, welches der im Internet vorrätigen Kabarettprogramme des, wie ich beinahe zu formulieren geneigt bin, Dr. Strangelove – oder besser – Dr. Faustus des Poetry-Slam Sie auswählen, die sind alle grandios. Mir wäre letzte Woche bei ‚Die beste aller Welten‘ fast das Rotweinglasl aus der Hand gerutscht, ich darf zu meiner Verteidigung aber sagen, dass mich die Wucht dieser Wortgewalt als notorisch schlecht Informierten völlig unvorbereitet getroffen hat. Falls Sie allerdings zu den wirklich Hartgesottenen gehören oder das Glück haben unter der Abwasch vielleicht noch ein Flascherl Obstler vorrätig zu haben, dann sparen Sie die oben genannte Option besser für die Hochrechnungen am 15. Oktober auf!

Ach Gottchen…

Uff! In genau drei Monaten ist schon wieder Weihnachten, obwohl: Mir kann ja jetzt nichts mehr passieren, ich lass‘ einfach Frau Eckharts ‚Die Geburt des Christkinds‘ in der Endlosschleife laufen und häng‘ mir einen ordentlichen Messweinfetzen um.

 

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Künstlert und schriftstellert (zumindest laut Statistik Austria)