Endlich

21st Century Man vom 04.12.2019

Wir können hier ausnahmsweise einmal so richtig fresh sein und den sehnsüchtig erwarteten Trailer zum neuen Bond posten – das Ding hat gerade mal 150 Klicks. Vorfreude ist doch etwas Schönes. Die anfängliche Enttäuschung darüber, dass Danny Boyle als Regisseur das Handtuch geworfen hat, ist schon verflogen und die ersten Bilder lassen Großes erwarten. Die  Besetzung ist spätestens seit Spectre endlich wieder einmal richtig rund, und sowohl der Umstand, dass ein Bond-Jubiläum ansteht, als auch jener, dass es sich hier mehr oder weniger um die direkte Fortsetzung von Spectre handelt, der ja so manches offen gelassen hat, lassen auf einiges hoffen. Freue mich schon auf April.

AdlS…

 

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Künstlert und schriftstellert (zumindest laut Statistik Austria)

Apropos Frauenvolksbegehren – was läuft bloß mit der TV-Berichterstattung schief? Teil 4

21st Century Man vom 01.10.2018 / → Teil 1, → Teil 2, → Teil 3

(Vorläufig) letztes Update: Die Eintragungswoche für das  aktuelle Frauenvolksbegehren beginnt heute und endet überüberüberüberüberübermorgen – also: Hilft’s nix, so schadt’s nix, oder?

AG…

Ach ja, hier nochmals der Link: frauenvolksbegehren.at.

 

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Künstlert und schriftstellert (zumindest laut Statistik Austria)

Kurz und bündig

21st Century Man vom 03.09.2018

Habe ich da irgendetwas falsch verstanden, oder hat Mister Geilomobil hier eben davon gesprochen, dass man hart (!) in der Sache (!!) sein müsse? Mann… :D!

tvthek.orf.at/profile/ZIB-1/1203/ZIB-1/13987803/Doenmez-aus-OeVP-Klub-ausgeschlossen/14358605

www.youtube.com/watch?v=wSZlKOiYiV4

AG…

Auweia! Da war dann wohl meine Wenigkeit ein Wengerl zu hart in der Sache. Hab‘ wohl schon vergessen selbst mal jung gewesen zu sein, mit all der damit verbundenen jugendlichen Arroganz und Blasiertheit. Allerdings hätte ich mich dazumals wohl kaum dazu erdreistet, spindoctorisch aufgepimpt den Außenminister, geschweige denn den Oberbeamten – vulgo Bundeskanzler – zu mimen. Sorry, aber so geil kann Geld nimmer riechen. Whatever, ich nehm den Mister Geilomobil zurück und drop stattdessen lieber den Herrn Es-wird-nicht-ohne-hässliche-Bilder-gehen. Fuck you, Basti! Das kannste nicht bringen. Eine öffentliche Person ist ein öffentliche Person, und das nicht ohne Grund. Tja, schön langsam aber sicher ausgeschissen, mein Lieber. For shure. Believe it!

Nachtrag vom 29.09.2018: Ist alles mehr oder weniger hinfällig – ohne die zugehörigen Videos hat das einfach keinen Sex.

 

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Künstlert und schriftstellert (zumindest laut Statistik Austria)

Facebook goes gen Italien, höchste Zeit!

21st Century Man vom 17.04.2018

Was ich stets als Privileg empfunden habe und als unglaublich entspannend, war nicht Facebook-Mitglied zu sein. Das war immer lustig mit Leuten darüber zu sprechen und wie emotional die dabei wurden. Was? Wieso? Wie willst du denn ohne? Und wehe, ich fing vielleicht auch noch an ein wenig zu lästern, das ging ab und an schon fast ein wenig in Richtung kopfschüttelndes Mobbing gegen den Verweigerer. Einmal hielt mir jemand in einer Bar eine regelrechte Standpauke, das lief in etwa so ab und es braucht auch noch eine kleine Vorgeschichte dazu:

Ich habe diesen Blog ja aus sehr persönlichen Gründen begonnen, dann nach und nach aber Gefallen daran gefunden zu schreiben. Keine Ahnung, was da ist. ‚Language Is A Virus From Outer Space‘ hat die US-amerikanische Künstlerin Laurie Anderson vor einer halben Ewigkeit einmal getextet. Ich glaube, in meiner Vorstellung trifft es das doppelt und dreifach. Vom Beginn an hat mir für meine Schreibkrankheit allerdings eine liebe Freundin angeraten, ich solle eifrig für Verbreitung sorgen.

Ich wäre selbst gar nicht darauf gekommen, mir war das völlig egal, irgendwie hat man ja auch so ein fiktives Publikum im Kopf, und man ist ja eher schüchtern als Frischinfizierter, aber ich nahm mir ihren Rat zu Herzen und distribuierte, wenn auch nicht gerade sehr eifrig. Und hedopunk-stylie, sprich: die Adresse der Website auf kleine Zettel geschrieben und gelegentlich Leuten in die Hand gedrückt, manchmal Freunden, manchmal Wildfremden, die ich beim Ausgehen traf. Das war immer ganz lustig und wurde vielleicht ab und an belustigt oder überrascht aber durchwegs positiv aufgenommen. Mit der Zeit hatte ich dann schon so einen gewissen Blick dafür bekommen, wen ich in einem Lokal mit meinem bekritzelten Papierschnipsel beglücken konnte.

Einmal jedoch, ich war schon recht gut illuminiert, erspäte ich auf einer Tanzveranstaltung eine potenzielle Leserin, die mir irgendwie ins Auge stach. Sie war sehr damenhaft gekleidet – weiße Bluse, schwarzer Rock, Jäckchen, leicht toupiertes, rotes Haar – und ich hätte schwören können, das steckte ein Mann darunter. Einerseits bringt mich das immer noch in selige und amüsante Verwirrung, andererseits erinnerte sie mich sehr stark an einen alten Freund, dem ich nach Jahrzehnten, in denen wir keinen Kontakt hatten, in der Straßenbahn begegnete. Der hatte es vorgezogen sein Geschlecht zu wechseln – oder Gender, wer weiß das schon so genau – und sah ein kleines Bisschen wie seine eigene Oma aus – transentechnisch einfach großartig. Wir begrüßten uns dann recht sittsam, fast ein wenig schüchtern und sehr diskret und talkten ein Bisschen small in der Bim. Ich muss in solchen Situationen immer an den seligen und göttlichen Divine denken, na ja, für seine Assoziationen kann man schließlich nichts. Die angesprochene Dame im Lokal hatte also gewisse Vorschusslorbeeren und ich reichte ihr mein Hedopunk-Zetterl.

Die Reaktion war überraschend heftig und das aus Gründen, die für mich bis heute im Dunkeln liegen. Also das gehe doch gar nicht. Ein Blog auf einer normalen Website. Und die Internetadresse auf einem Zettel. Aus Papier. Und du bist nicht bei einer Social-Media-Plattform? Das kann doch nicht sein! So geht das wirklich nicht! Meine Einwände, und das waren durchaus konkrete und höflich vorgebracht, wurden einfach weggewischt. Ich müsse mir meinen Erfolg doch abholen, und das gehe heutzutage nur mit Social-Media. Da gäbe es doch eh so eine große Auswahl, wobei, Facebook sei einfach die beste Wahl. Ich könne doch nicht als Geheimagent da so vor mich hin agitieren. Das wurde immer phantasievoller und abstruser, und dabei hatte die Dame noch keine einzige Zeile meines Blogs gelesen (wobei es das, denke ich, ohnehin eher verschlimmert hätte). Immerhin hatte ich bei der Plauderei die Gelegenheit die Dame aus der Nähe zu betrachten, revidierte meine ursprüngliche Annahme und war jetzt eher der Meinung es handelte sich um eine Frau mittleren Alters, die wie ein als Frau verkleideter Mann aussah, was mich jetzt noch mehr verwirrte. Mein Erfolgserlebnis des Abends war jedenfalls, dass mein Zettel schließlich doch in ihrer Damenhandtasche landete.

Facebook ist für mich allerdings seither nach wie vor völlig uninteressant geblieben. Zumindest als Medium für mich selbst, in der medialen Diskussion und Berichterstattung natürlich ganz und gar nicht. Es handelt sich dabei ja mittlerweile sowohl um einen gigantischen Kriminalfall als auch um eine unerhörte Polit- und Justizaffäre. Am Beginn des Jahres habe ich dann doch einen kleinen Test gemacht. Ich habe Facebook ja immer für eine verbrunzte Scheißplattform gehalten und tue das noch immer, aber man soll ja nichts unversucht lassen. Nicht zuletzt für Sie, geschätzte Leserinnen und Leser. Also habe ich ein FB-Account erstellt. Das Interessante war für mich gleich der Einstieg. Facebook hat mir da zur Begrüßung eine Liste von Personen ausgeworfen, die meine Freunde werden könnten. Von den 50 vorgeschlagenen Leuten kenne ich etwa die Hälfte, manche sind sogar mit mir verwandt und einige sind tatsächlich Freunde von mir. Woher weiß Big Data das? Ich war doch zuvor dort niemals Kundschaft, oder? Vor allem, was ist mit den anderen, die ich nicht kenne? Mir hat es jedenfalls gereicht, meine Vorbehalte nur verstärkt und ich habe nach einigem Suchen den Löschknopf gefunden und mein FB-Konto wieder geschlossen. Die Durchführung der Löschung dauert dann halt zwei Wochen, klappt aber, wenn man nicht weich wird, und es stellt sich dann innerhalb kurzer Zeit eine spürbare Erleichterung ein.

Letzten Sonntag hat mich Herr Ostermayer dann wieder auf Facebook gebracht, ich gebe jetzt einfach seine Einleitung zur Radiosendung ‚Im Sumpf‘ wieder, dann erspare ich mir lange Erklärungen:

„Morgen, verehrte Sumpf-Gemeinde, feiern wir den Tag der Schamteile – Genitals Day, wie wir Amis dazu sagen würden, wenn wir Amis wären. Morgen, Punkt 10 Uhr Vormittag sollten alle Menschen, die von Facebooks Politik der Kunstzensur angepisst sind, Fotos, Bilder und Zeichnungen von Penissen und Vulvas auf ihre Facebook-Seite stellen, am besten freilich Meisterwerke der Kunstgeschichte. Einen flötenblasenden griechischen Pan etwa, mit einer zweiten Flöte in der Leibesmitte, oder Michelangelos David-Statue mit dem schon beängstigend kleinen Zumpferl, oder Gustave Courbets behaarte Scham als Ursprung der Welt. Allerhöchste Kulturgüter allesamt, die Facebook gnadenlos zensuriert. Weitaus toleranter gibt sich die Konzernmoral, wenn es um Sexismus, Rassismus, Homophobie, NS-Verherrlichung und sonstige Meisterwerke der Unmenschlichkeit geht. Die widerwertigste Hetze, die ekelhafteste Verhöhnung steht unter dem Schutz der freien Meinungsäußerung. #Zuckerpussy, #Zuckerdick (oder #suckapussy, #suckadick?, Anm.)! Abermillionen Geschlechtsteile können nicht irren. Setzen wir mit Muschis und Pimmeln ein Zeichen! Facebook soll zugemüllt werden mit dem Natürlichsten, was diese bigotten Heuchler für obszön befinden – freilich keine Pornos, nicht einmal einen braven Geschlechtsakt, nur entblößte Schamteile, wie Gott sie schuf. Oder Botticelli oder Buonarotti, Caravaggio, Rubens, Cranach, Manet, Matisse, Egon Schiele, Man Ray, Günter Brus, Niki de Saint Phalle, Charlotte Moorman, Yoko Ono, Maria Lassnig, Valie Export, Elke Krystufek und so weiter und so fort. Machen wir aus Facebook eine gigantische Galerie der Glieder und Scheiden, kulturgeschichtlich abgesegnet, Prädikat wertvoll und jugendfrei ab 6! Denn nichts ist weniger anstößig als unsere Scham. Morgen Montag ist der Tag der Schamteile. Teilen wir sie, in Gottes Nam‘!“

Schöner kann man’s wirklich nicht sagen. Ich hoffe, der Herr O. verklagt mich jetzt nicht wegen des geschändeten Urheberrechts oder sein Sender, aber es würde dann auch einem treuen Mitglied seiner Gemeinde arg mitspielen, fast schon einem Familienmitglied. Um wieviel trister wären die Achtzigerjahre in der Provinz für mich verlaufen, wenn ich nicht als pubertierender Knabe in der ‚Musicbox‘ seiner damals schon sonoren Stimme lauschen hätte können und der seines leider verstorbenen Kollegen, Gott hab ihn selig, Werner Geier? Da gab es noch kein FM4, und Ö3 war zwar weniger schlimm als jetzt, nehme ich an, aber doch schlimm genug. Dass aus mir trotzdem nichts Gescheites g’worden ist, Onkel Fritz, kann doch wohl nur mehr an der bösen Welt da draußen liegen, also bitte sei gnädig!

Was den Aufruf betrifft, na, da kann man doch nur der Aufforderung zur hochanständigen, genitalen Agitation folgen, das ist doch beinahe Ehrensache! Deswegen gibt es hier sogleich einmal das Werk des japanischen Großmeisters Katsushika Hokusai ‚Der Traum der Fischersfrau‘, und ich muss mich ja hier nicht auf die solitäre Darstellung der Gemächte beschränken, also darf es auch ein wenig schlüpfrig werden und ich Ihnen meinen Versuch einer deutschen Erstübersetzung des Textes dieser maritimen Shunga-Grafik aus dem 19. Jahrhundert gleich mitposten, den Beitrag gibt es bis jetzt in der deutschsprachigen Wiki noch nicht.

(zum Vergrößern ins Bild klicken)

Bildquelle: Wikipedia, gemeinfrei (public domain), Katsushika Hokusai, Tako to amaDer Traum der Fischersfrau oder auch Muscheltaucherin und Oktopus oder auch Muscheltaucherin und zwei Kraken

GROSSER OKTOPUS: So lange habe ich im Verborgenen auf dich gewartet, und endlich habe ich dich? Was für eine feine Muschi! Es könnte nicht köstlicher sein! Schlürf, Schlürf… Zuzl, Zuzl, Zuzl… Ich werde dich in den Drachenpalast führen, nachdem du bedient worden bist.

FRAU: Verdammter Oktopus! Ah, ah, du langst an meine Zervix! Ich kann nicht atmen! Oh, ich komme, deine Saugnäpfe… oh, deine Saugnäpfe… oh, was du damit anstellst! Oh ja, oh ja… Ich bin noch nie so… aaah, aaah… von Kraken… mmm… gut, gut… ja… da… Schlürf, Schlürf, Schlürf…

GROSSER OKTOPUS: Wie fühlt sich das an von acht Armen aufgegeilt zu werden? Da, du bist so erregt und völlig nass.

FRAU: Oh, es kitzelt, und ich verliere die Kontrolle über meinen Unterleib. Ich verliere die Kontrolle! Ich komme! Ah, ah…

KLEINER OKTOPUS: Wenn Papa fertig ist, werde ich rubbeln und zuzeln, von der Klitoris bis in die kleinsten Vertiefungen, mit meinen Saugnäpfchen!

Und wenn Sie mir die Übersetzung jetzt gar nicht glauben möchten, dann sehen Sie sich doch die englische Vorlage an (hier der Link, der Text befindet sich unterhalb des Bildes). Direkt aus dem Japanischen kann ich Ihnen das beim besten Willen nicht verdolmetschen, und der Radius meines japanischen Freundeskreises ist leider gleich Null, das ist ein Bissl dürftig, ich weiß, was soll’s. Aber diese Pikanterie von dem Meister H. – der war schon ein Odrahter, mein liebes Seepferterl!

AG…

Oh, das wichtigste hätte ich fast vergessen, Hedopunk gibt es jetzt doch auf Facebook und zwar hier (Pardon, den Link gibt’s nicht mehr, bin gleich nochmals übersiedelt und zwar hierhin). Ich kann doch den Fritz Ostermayer nicht hängen lassen! Die Idee ist einfach zu gut. Ich war zwar nicht um zehn Uhr vormittags zur Stelle, habe aber pünktlich um zehn Uhr nachts mein Ding gepostet (hatte am Vortag dem Rotwein etwas zu sehr zugesprochen). Ich hoffe, Sie verzeihen als ganzer einem halberten Burgenlandler diesen Fauxpas, lieber Fritz. Und Sie, liebe LeserInnen müssen, falls Sie das Bild auf Facebook sehen wollen, fürchte ich, eingeloggt sein, sonst sieht man/frau/kind da nichts, oder Sie können sonst nicht posten, glaub‘ ich zumindest – verflucht – was weiß ich, kenn‘ mich da noch nicht wirklich aus in diesem Sauhaufen. Sie können das natürlich auch als Aufforderung zum Mitmachen auffassen, Sie haben doch sicher auch Facebook. Nicht? Was? Wieso? Wie wollen Sie denn ohne? Hier ist zur Sichereit der Link auf die Facebook-Seite unseres allseits geschätzen und verehrten Radio-Heilsbringers Fritz O., da haben Sie auch schon mal ein paar schöne Beispiele und Anregungen. Mal sehen, wie das läuft mit Facebook, erwarten Sie bloß nichts von mir, ich werde mich bemühen das so schluddrig wie möglich zu handhaben. Ist ja doch bloß eine grindige Trash-Plattform. Mir ist das egal, ich weiß ja jetzt, wie man das Konto löscht. Wie man ihm entfleucht, dem sozialen Netzwerk.

 

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Künstlert und schriftstellert (zumindest laut Statistik Austria)

Apropos Frauenvolksbegehren – was läuft bloß mit der TV-Berichterstattung schief? Teil 3

21st Century Man vom 08.04.2018 / → Teil 1, → Teil 2, → Teil 4

(zum Vergrößern ins Bild klicken)

Nach vorwöchigem Stand haben 570.000 StaatsbürgerInnen für das Anti-Raucher-Volksbegehren unterschrieben, 230.000 für das Frauenvolksbegehren optiert. Das muss man/frau/kind sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Da waren also 570.000 Leutchen auf ihren Gemeindeämtern oder an ihren digitalen Stimmabgabevorrichtungen und haben – gaaanz bestimmt in allergrößter Sorge um die Volksgesundheit – dafür votiert, dem nebelig öffentlichen Selbstzerstörungstreiben und der unerhörten fumanten Belästigung armer, unschuldiger Restaurantfachfrauen und -Männer endlich ein Ende zu setzen, und mehr als die Hälfte davon hat es nicht für wert befunden – wenn sie schon einmal dabei sind – gleich auch noch ein Hakerl für die Frauen in diesem Land zu machen.

Ah, verstehe, die waren in Sorge, die haben sich das Kleingedruckte des weiblichen Begehrs zu Gemüte geführt: Dass da der Vater Staat den Unterhalt vorschießen soll für die Kinder von alleinerziehenden Müttern – und zwar pronto – und sich den seinerseits von den Vätern zurückholen muss, anstatt die Frauen in zermürbende Rechtsstreitigkeiten zu verwickeln. Die armen Männer würden dann ja verfolgt, gepfändet gar und im schlimmsten Fall sogar eingesperrt. Schließlich kennen wir den lieben Staat ja schon ein Bisserl – der ist bei zu erbringenden Leistungen nicht gerade der schnellste und zugänglichste aber recht flott und auch ziemlich unerbittlich, wenn es vom Staatsbürger oder von der Staatsbürgerin etwas zu holen gibt, oder? Diese hinterlistigen Weiber wollen uns da wohl ein Kuckucksei mitverbraten!

Nun, genau genommen würde das grundsätzlich eigentlich recht wenig ändern, die Unterhaltsverpflichtung gibt es ja bereits jetzt, und auch jetzt schon gehen Männer dafür in den Häfn. Schaut fast so aus, als wäre da generell etwas im Hintertreffen. Ich denke allerdings, die alleinerziehenden Mammis wollen lediglich nicht mehr warten, bis das Kinderl schon fast dem Schulalter entwachsen ist und sich den Rücken krumm buckeln, dafür, dass sie dem lieben Kleinen eine anständige Versorgung zukommen lassen. Also ein gemütliches Heim, was G’scheites zum Anziehen, gesunde Ernährung, vernünftige Spielsachen, eine abwechslungsreiche Freizeitgestaltung, eine zeitgemäße pädagogische Betreung und lauter solche Sachen und nebenbei vielleicht selbst auch noch ein Bisserl leben. Na, wenn das nicht im Sinne der Volksgesundheit ist!

Aber ich versteh‘ schon, die wahrlich Progressiven kratzen sich natürlich schon am Kopf und fragen sich, was daran so fortschrittlich sein soll. Schließlich wird da den Männern ja ganz nebenbei das Recht abgesprochen selbst den häuslichen Weg einzuschlagen. Vielleicht hätte der weibliche Part ja mehr Talent und Antrieb sich in eine Karriere in der Leistungsgesellschaft zu stürzen, und der gute Vati würde lieber zu Hause bleiben und sich ums Windelnwechseln und Flascherlkochen kümmern. Oder vielleicht wollen sich die beiden das ja aufteilen. Gibt es immer nur eine Art von Selbstbestimmung? Und muss die immer ins soziale Aus führen, für wen jeweils auch immer? Wie kommt es, dass der Papa, der leibliche als Ewig-Was-Schuldigbleibender zurückbleiben können darf? Und wozu sollen das immer nur die Frauen entscheiden dürfen? Oder können die gar erst gar nicht aus? Ist leicht gar der Staat der Hinterlistige, der Sich-Vor-Der-Verantwortung-Drücker, der Schuft, der Rabenvater (wobei hier nebenbei zoologisch anzumerken ist, dass [die echten] Rabenviecher zu den fürsorglichsten Vogeleltern gehören)?

Nun ja, berechtigte Fragen vielleicht, leider kann Ihnen die beim besten Willen nicht beantworten, schließlich habe ich nicht die Erfahrung, wie das so ist, ein lebendiges Wesen als Teil meiner selbst neun Monate lang mit mir herumzutragen, dann unter erheblicher Mühsal in die Welt zu entlassen und schließlich die Hauptverantwortung dafür aufgebrummt zu bekommen und vor allem: wie sich das alles anfühlt. Fragen Sie doch einen Psychologen oder eine Psychologin, besser gleich beide, oder lesen Sie was darüber, oder noch besser: Machen Sie sich mal ein paar eigene Gedanken! Ich glaub‘ fast, da geht’s ans Eingemachte, und bedenken Sie auch noch folgendes: Wir sind im katholisch geprägten Österreich, bitt’schön, da gehen die Uhren halt offenbar ein wenig anders. Da gibt es sie womöglich noch, die Schuld und Scham und Schande. Die Fragestellung allerdings ist durchaus am Platze, vielleicht wär das ja mal was: für ein Männervolksbegehren!

Und an die (mindestens) 340.000 Neidhammel und -Innen, also die bereits oben angesprochene Differenz von den 570.000 Ach-So-Besorgten: Euch glaub‘ ich ab jetzt gar nichts mehr. Ihr seids echt grindig wie nur was. GEHT’S DOCH EINFACH SCHEISSEN! Das hilft manchmal.

AG…

Und hier wie immer die obligate Url: frauenvolksbegehren.at, zugelassen isses, jetzt ist der Innenminister am Zug die Eintragungswoche festzulegen, dann können Sie dafür stimmen (außer, Sie hätten’s bereits unterstützt, dann zählt das ja schon als Stimme) also Augen offen halten und… nur Mut!

 

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Künstlert und schriftstellert (zumindest laut Statistik Austria)

Apropos Frauenvolksbegehren – was läuft bloß mit der TV-Berichterstattung schief? Teil 2

21st Century Man vom 14.03.2018 / → Teil 1, → Teil 3, → Teil 4

Die schlechte Nachricht: der letztmögliche Termin für die Unterstützungserklärungen für das sogenannte Frauenvolksbegehren ist diese Woche abgelaufen, die gute Nachricht: „aufgrund des großen Zuspruchs“ wird verlängert und es werden noch bis zum 4. April weiter Unterschriften gesammelt.

Aufgrund des großen Zuspruchs? Soll das ein Witz sein? Bis dato haben etwa 200.000 Menschen Ihre Stimme für die Initiative abgegeben. Laut Angaben des Bundesministeriums für Inneres gibt es 3.307.795 wahlberechtigte Frauen in Österreich. Meine Stimme dazugerechnet ist alles unter 3.307.796 Unterstützer*innen wohl bestenfalls als schlechter Scherz zu bezeichnen. Okay, minus ein paar hundert Mitglieder und Sympathisant*inn*en der Burschenschaft Hysteria von mir aus, die haben höhere Ziele.

Hier also nochmals die Internetadresse: frauenvolksbegehren.at, Bescheidenheit ist in diesem Zusammenhang völlig unangebracht. 200.000 läppische Unterschriften! Da gehen ja mehr Leute auf Bilderbuch– und Wanda-Konzerte! Glaub‘, ich (b)rauch‘ erst mal eine Tschick.

AG…

 

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Künstlert und schriftstellert (zumindest laut Statistik Austria)

Apropos Frauenvolksbegehren – was läuft bloß mit der TV-Berichterstattung schief?

21st Century Man vom 08.03.2018 / → Teil 2, → Teil 3, → Teil 4

Abgesehen davon, dass ich mir seit geschlagenen zwei Wochen täglich (!) in der ZIB (und zwar wurscht in welcher) anhören kann, wie viele Wichtigtuer#innen schon für das Anti-Raucher-Volksbegehren unterschrieben haben, fällt mir auf, dass ein gleichzeitig laufendes, das sogenannte Frauenvolksbegehren, verdammt wenig Erwähnung findet – präziser gesagt: gar keine.

Ohne Scheiß jetzt. Kein Sterbenswörtchen. Nichts.

Gestern dann, wenn man/frau/kind so will, die Erlösung – in einem Nebensatz in einem ZIB1-Beitrag über den Weltfrauentag erfahren wir, dass Herr Kern (SPÖ-Parteivorsitzender) jenes unterzeichnet, Frau Hartinger-Klein (Sozialministerin) und Frau Bogner-Strauss (Frauenministerin) nicht. What the fuckin‘ fuck? Ich mein‘, rennt’s euch noch? Was geht das irgendjemanden eigentlich an, ob sich irgendjemand in seinem/ihrem Lieblingsbeisl in der Raucherzone gemütlich eine antschickt? Habt’s ihr nichts Wichtigeres zu tun, als den ohnehin schon zum genussfreien Konsum verdammten Leuten des 21. Jahrhunderts die letzten paar verbliebenen kleinen Freuden zu vergällen? Und wenn es wirklich um etwas geht, scheißt’s euch ins Hoserl oder was?

Vermaledeite Drecksbande in diesem hundsverbrunzten Scheißland am Strome! Das darf doch echt nicht wahr sein! Ich vergess‘ ab jetzt wieder meine guten Neujahrsvorsätze samt der guten Kinderstube.

Das ist ja schon wie mit dem Krieg im Jemen: Davon hören wir auch nur was zu Weihnachten. Da wird mittels Betroffenheitskino in den News kurz und kräftig auf die Tränendrüse gedrückt und den Rest des Jahres dann wieder den Saudis in den Arsch gekrochen. Und pünktlich zum Frauentag gibt es dann alljährlich wieder etwas unglaublich Grausiges über Genitalverstümmelung. Und es soll mir jetzt ja keine/r mit dem Strache kommen. Was geht mich das an, ob der zufällig Raucher ist und als Politprofi einfach gelernt hat, dass man/frau mit irgendeinem unwichtigen Scheißdreck bei den hiesigen Einfaltspinseln mehr Aufregung erzeugen und viel effektiver von den eigentlichen Problemen ablenken kann als mit gescheiten Themen?

Also liebes Wahlvolk – erstens: Es gibt da eine Website mit der Internetadresse frauenvolksbegehren.at, die ist ausgezeichnet gemacht und sehr informativ, am besten zumindest mal überfliegen, wer’s dann noch nicht kapiert dem/der ist eh nicht zu helfen und zweitens: den hochgeschätzten Allerwertesten ein kleines Stückerl in die Höhe und bis zum nächten Gemeindeamt hieven oder sonst halt per Handy-App unterzeichnen. Nachher könnt’s von mir aus auch unter das ang’schütt`te Rauchvernaderungsdingsbums euren Haxen machen, wenn’s euch schon keine Ruhe lässt, ihr Schneebrunzer#innen (nebenbei bemerkt: Bei Zigaretten liegt der Steueranteil bei rund 78 Prozent des Verkaufspreises. Also bitte ein kleines Bisserl mehr Höflichkeit und um eine Winzigkeit weniger g’schissen sein).

Und ich sag das durchaus auch aus Eigennutz, schließlich will ich nicht in hundert Jahren immer noch bei jeder Gelegenheit ein schlechtes Gewissen haben und mir auf jeder verdammten Stellenausschreibung oder jedwedem sonstigen unnädigen Papierl zum zehntausendsten Mal irgendwas von irgeneinem Gleichbehandlungshumbug lesen müssen. Vor dem Gesetz sind wir nämlich bereits alle gleich. Soweit mein Wort zum Weltfrauentag. Amen.

AG…

 

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Künstlert und schriftstellert (zumindest laut Statistik Austria)