Hoppla! Kalter Krieg 2.0 oder was?

Allseitig vom 27.12.2018

AG…

 

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Künstlert und schriftstellert (zumindest laut Statistik Austria)

Einfach nur super

Allseitig / Muckefuzz vom 19.12.2018

Ich versteh‘ zwar kaum ein Wort, aber das hier ist ja wohl das Obergeilste:

AG…

26.01.2019 – kleines Update: Hoppla, das mittlere Video scheint verschwunden zu sein, so etwas kommt in letzter Zeit öfter vor. Schade, ich hab‘ eine kleine Schwäche für Trap-Beats. Vielleicht taucht es ja wieder auf. Hier jedenfalls zum Ausgleich drei weitere Clips aus der gelben Ecke:

 

Und noch ein kleines Chanson, schließlich kommt bald der Frühling:

 

Na, ja, schon sehr artig und postkartentauglich, oder? Hier hab ich doch noch was zu Dinor RDTs verschwundem Gilet Jaune-Clip gefunden. Weiß nicht recht warum, aber das hebt die Laune sofort wieder :).

Und noch ein kleiner Freestyle dazu :D…

 

27.01.2019 – noch eine kleines Update: Ok, ich wusst‘ es doch, hier isses wieder, frisch remastert (oder präziser: auf die Länge eines Teasers gekürzt). Im ersten Moment dachte ich natürlich (so wie jedes gewohnheitsmenschliches Persönchen), oh, wie schade, die erste Version war doch so leiwand, was doktort’s denn da herum. Aber je öfter ich das neue Ding höre, desto weniger vermisse ich das alte. Kampfpartymusik, Baby :)! Hm, um ehrlich zu sein, das war gelogen, die erste Version war einfach Hammer, aber die Nummer ist ohnehin nicht kaputtzukriegen, SEUFZ…

 

31.01.2019 – hier noch ein weiteres Fundstück, von bösen Buben offensichtlich (dabei ein neues Wort gelernt: Trape – c’est jolie):

 

 

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

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Künstlert und schriftstellert (zumindest laut Statistik Austria)

Tschuldigen, zeitlich grad‘ ein wenig angespannt

Allseitig vom 14.07.2018

Arbeiterkammer = worth shit

ÖGB = worth shit

Kern = worth shit

KPÖ = worth shit

Die Linke generell = worth shit

AG…

Nachtrag vom 16.07.2018: Schon spaßig, es genügt völlig, etwas übernachtig und angeheitert spontan weitgehend (wenn auch nicht gänzlich) sinnfreie und faul und schlampig formulierte Unmutsäußerungen zu posten, und schon wird diese Seite mit Spam-Kommentaren zugeschissen. Und alle haben russische URLs :). Damit ist jetzt aber vorerst Schluss, liebe Freundinnen und Freunde aus Putingrad und Umgebung, die Kommentarfunktion in diesem Beitrag ist hiermit abgeschaltet (und eure Fake-Adressen landen wie üblich in meiner Shitlist). Ooch… :(, wie schade!

 

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

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Künstlert und schriftstellert (zumindest laut Statistik Austria)

Unkaputtbar

Allseitig vom 14.05.2018

Nachdem ich heuer ‚wien: heldenplatz‘ schon ungefähr hundertmal in allen erdenklichen Variationen besprochen, gehört und gelesen habe, zuletzt eben erst, Robert Rotifer sei Dank, in FM4 Heartbeat in der auf Christian Muthspiels Album ‚für und mit ernst‘ erschienenen echogepimpten Fassung, muss das einfach einmal aus mir raus:

JANDL ERNST ROCKS!

‚zumahn: wenn ein knie-ender sie hirschelte.‘

AG…

 

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

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Künstlert und schriftstellert (zumindest laut Statistik Austria)

Ok, also

Allseitig vom 6.5.’18

da haben die in Trier/Deutschland eine Karl-Marx-Skulptur aufgestellt.

Das ist also der Aufreger jetzt, oder was?

Da haben die jetzt also ein mittelmäßiges bildhauerisches Konterfei eines Wirtschaftswissenschaftlers und Philosophen enthüllt. Und weiter? Könnte auch ein/e anderer Wissenschaftler*in sein, Gallileo Galilei oder Curie oder Einstein oder Freud, was wei?ß ich, so bsoffen wie ich jetzt schon bin, um 06:04, So.

Ok, das haben die Chinesen bezahlt. Und? Ich mein, da ist ein Bisserl Kohle daheim bei denen grad, würd ich meinen. Und? Jetzt scheißt‘as euch an, oder was?

Mann!

KARL MARX

Hu, hu!

AG…

Nachtrag, So, 14:10, wieder nüchtern: Okay, okay, ich bin ganz brav und relativier‘ das alles selbstverständlich wieder. Wie schändlich und überaus bedenklich, dass der autokratische Staat China sich da in Deutschland wichtig macht! Wo die doch gerade den Neoliberalismus unter pseudokommunistisch präsidiale Herrschaft gestellt haben, die schlimmen China-Menschen. Und was für ein Zufall, dass die Daimler AG ihre futuristischen Elektroautos da drüben produziert! Und wie naiv und deppert von der Trierer Stadtverwaltung, sich lieber auf die fernöstlichen Spendierhosen zu verlassen als sich dazu durchzuringen und aufzuraffen, eine/n ihrer Töchter/Söhne sich künstlerisch betätigen zu lassen (so ein altvaterisches Mandl hätten die wohl auch hinbekommen) oder zumindest mal z.B. Herrn Meese eine E-Mail zu schicken, damit der sich etwas einfallen lässt! Na, wenn das mal kein Danaergeschenk ist ;). Oh, du böse, böse Welt! :).

Ich darf jedenfalls in diesem Zusammenhang auf das Werk des Linzer Künstlers Hannes Langeder hinweisen, das mir als eine etwas zeitgemäßere Form der Marx-Huldigung erscheint und Ihnen die Url dazu posten: http://han-lan.com, dort finden Sie unter dem Link KARL MARX LIGHT ein paar Fotos seiner leichtgewichtigen Monumentalplastik des Revolutionsvordenkers. Also, liebe Trierer, das nächste mal ruft’s einfach den Hannes an, der macht euch dann schon was Nettes.

Ach ja, und hier noch ein anderer Link, da gab es ja schon mal was in Trier, das war in der Tat etwas origineller als die dröge Denkmalsenthüllung gestern, und die Dinger kann man/frau/kind sogar im Webshop kaufen, viel Spaß:

https://www.ottmar-hoerl.de/de/projekte/2013/2013_1_Karl_Marx.php

 

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

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Happy Birthday, Kleines… & Good Bye! Teil 2

Allseitig vom 30.04.2018 / → Teil 1

Was für eine miese Woche, total zum Sch… zum Schmeißen! Und ich hatte mir das so schön ausgemalt. Sie als geschichtsinteressierte Leser*innen wissen ja bereits, von wem das Kinderfoto stammt, und ich als fremden Kulturen Aufgeschlossener dachte mir, das wird ganz simpel. Ich kralle mir ein Bic-Feuerzeug und fackel dat Ding einfach ab. Dann warte ich, bis das Konterfei sich in kleine Aschefitzelchen verzehrt und die entschweben dann sanft gen Himmel. Auf dass die gequälte Seele, die darin eingefangen ist, in die ewigen Jagdgründe sich schleichen kann.

Ich habe dann aber doch sicherheitshalber meinen guatemaltekischen House-Buddy aus Long Island zu Rate gezogen. Der hat mich nur ausgelacht! Animismus? Das kann ich vergessen, hat der gemeint. Seit alle ein Smartphone mit 10-Megapixel-Dual-Kamera haben, interessiert das überhaupt niemanden mehr. Nicht einmal mehr den ärgsten tungusischen Hardcore-Schamanen. Da solle ich es doch lieber mit Zeitreisen versuchen und das Balg einfach abkrageln.

Puh, da stand ich also. Bleibt nur mehr der Zeilinger, dacht‘ ich mir. Der war dann auch gar nicht so schwer zu erwischen, wie ich befürchtet hatte. Über die Uni Wien kriegt man das schon raus, wie man den beim Wirten abpasst. Und was bekomm‘ ich dann vom Herrn Professor zu hören? Er habe doch an der Quantenteleportation geforscht, das sei schließlich ein anderes Paar Schuhe, lacht mich der aus, außerdem solle ich das nicht so wörtlich nehmen und überhaupt: Zeitreisen – har, har – wenn schon, dann sei doch jetzt Quantenkryptografie der heiße Scheiß. Ich möge doch erst einmal einen Grundkurs in Physik an der Volkshochschule ins Auge fassen, macht sich der über mich lustig und erzählt mir irgendwas von maximal verschränkten Zuständen, und dann kritzelt der wie an’tschechert irgendwelche unverständlichen Vektoren auf die mit Erdäpfelkas versaute Papierserviette.

Ich war echt verzweifelt und auch ein Bisschen ungehalten, ging es doch um ein so hehres Ziel wie die Errettung der Welt vor dem Erzübel, da könnte man doch von einem Nobelpreisträger erwarten, dass der sich ein Bisschen mehr Mühe gibt, als bloß auf einen Mega-Vertrag mit irgendsoeinem Telekom-Riesen zu spekulieren um beknackte E-Mails zu verschlüsseln. Schließlich würde ich mich doch höchstpersönlich und todesmutig zur Verfügung stellen für diese äußerst fragwürdigen Experimente Einsteinscher nichtlokaler spukhafter Fernwirkung – wie das schon klingt – und überhaupt sei er bei allem Respekt für seine Leistungen ein Dampfplauderer, was mir wiederum eine spontane Getränkedusche von professoraler Seite einbrachte. Schade um den guten Most (und mein bestes Hemd). Tja, sieht so aus, als müsste ich Sie heute enttäuschen.

Ach, und ich hatte mir das schon so nett vorgestellt. Den Kindsmord hätt’s dazu nicht einmal gebraucht, ich hätte einfach wie der Marty McFly mit dem DeLorean ein Sprüngerl ins Braunau von 1890 gemacht, das Binkerl g’schnappt, schnell zurück in etwas lichtere Zeiten (vielleicht nicht gerade 2018), gleich einmal ein g’scheites Aptamil-Flascherl hergerichtet, dann wär‘ das schon gegangen. Einfach ordentlich mit Hipp-Gläsern und Kipferln aufpäppeln den kleinen Scheitelträger und viele bunte Pixie-Bücheln vorlesen und, wenn er alt genug ist, mit ausreichend Bravo- und Pornoheftln versorgen, und später dann ab mit ihm auf die Kunstuni. Gar so übel waren doch seine Postkarten auch wieder nicht, und jetzt gibt es doch schließlich Photoshop und Improtheater und Facebook und Heidi Klum und Pornhub und Veggie-Burger und all so was, da wäre er schon auf andere Gedanken gekommen, der kleine Scheißer… hoppala, mir scheint, das entwickelt sich schon wieder in die verkehrte Richtung.

Sei’s drum, immerhin tröstlich ist, dass das wahrscheinlich sowieso alles nichts gebracht hätte. Um 1900 herum gab es vermutlich so viele dissoziativ gestörte, hysterische, zönästhetische, bazillophobe, koprophile (was alles nicht bewiesen ist, bitteschön), narzisstische, megalomane, paranoide (davon können wir doch eher ausgehen), xenophobe, antisemitische (das müssen wir wohl als gesichert erachten) Opfer (oder sagen wir: Prügelknaben) wie den Schicklgruaba-Buam, da hätten die wohl auch einen anderen schreierten Dolm aufgetan. Gab ja eh mehr als genug davon, die’s zu was gebracht haben, sind ja auch noch immer nicht ganz ausgestorben.

Ja mei… ich könnte da posthum, hab ich gedacht, was drehen und wenden, jetzt steh‘ ich da vor Ihnen, werte Leserschaft, mit leeren Händen. Da kann ich nur mehr um Nachsicht bitten und Ihnen demütig ein kleines Video kredenzen, es gibt ja schließlich auch Youtube (und ich weiß jetzt endlich, wofür das gut ist).

AG…

 

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

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Künstlert und schriftstellert (zumindest laut Statistik Austria)

Happy Birthday, Kleines… & Good Bye!

Allseitig vom 20.04.2018 / → Teil 2

Heute habe ich leider sehr wenig Zeit, möchte Ihnen aber trotzdem noch eine Kllleinigkeit posten, ich mach’s diesmal wirklich kurz. Das folgende Foto wurde vor sehr langer Zeit aufgenommen, und die abgebildete Person ist auch schon lange tot. Ich weiß, Tote sollte man/frau/kind ruhen lassen, so heißt es jedenfalls. In diesem Fall kann aber davon ohnehin nicht die Rede sein und diese Figur soll, zumindest was mich betrifft, schließlich in 10 Tagen wieder von der Bühne abtreten.

Dachte mir, ich versuch’s mal mit Schamanismus, ist ja eh schon einerlei im Land der Energetiker#innen. Hilft’s nix, so schadt’s nix. Eine gute Woche lang sollten wir das Buzerl schon aushalten können, dann soll es wieder von uns scheiden dürfen, was mich betrifft für immer. Ich plane seine rituelle Auslöschung. Die Zeit bis dahin ist ein wenig knapp, mal sehen, ob’s hinhaut. Ich hoffe es jedenfalls. Sollte ich selbst bis dahin das Zeitliche segnen, man weiß ja nie ob einem ein Stein auf den Schädel fällt, dann betrachten Sie diese Post als gegenstandslos oder sagen wir für alle Fälle einfach: Am 30. April 2018 möge der kleine Quälgeist ruhen – für immer!

Muss jedenfalls sagen: selten so ein herziges Baby gesehen. Verzagt schaut es drein, über die eine Wange scheinen ihm ein paar Tränen gelaufen zu sein, hat sich vielleicht gefürchtet vor der Kamera. Das waren damals noch ziemlich große Kästen. Oder vielleicht wollte es nicht alleine da sitzen ohne seine Mutter oder seinen kramperten Vater. Wir werden’s wohl nie erfahren.

AG…

(zum Vergrößern ins Bild klicken [gilt heute nur für kleine Bildschirmchen])

Bildquelle: Wikipedia, gemeinfrei (public domain)

 

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

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Eine halbherzige Empörung und ein halber Nachruf

Allseitig vom 14.04.2018

Tja, jetzt ist es also passiert. Die rote Linie ist überschritten und wir kriegen wieder die fast schon vergessenen grünen Bilder geliefert, die nachtsichtigen, die Corporate Identity muss schließlich stimmen. Jetzt wissen wir also endlich mit Gewissheit, was so viele nach der – wie wir gleichfalls so gut wie sicher wissen – geschobenen Wahl des toupierten Trottels sich so voll Sorge gefragt haben. Ob der bloß ein Großmaul ist oder tatsächlich ein Button-Pusher.

Letzteres ist er jetzt auf alle Fälle, sowohl in der wörtlichen Auslegung, also jemand, der auf den Knopf drückt, als auch in der umgangssprachlichen, also jemand der bei anderen gerne Knöpfe drückt, ein sogenannter Instigator, wie wir aus dem Urban Dictonary erfahren, jemand, der die Eskalation mag, der gerne Stunk macht, na, ganz einfach ein blödes Arschloch, das war er ja auch schon vorher, wenn auch ein bauernschlaues, oder? Und ein feiges noch dazu, mag mancher oder manche anfügen, sonst hätte er wohl nicht noch zwei andere dazu gebraucht. Interessanterweise zwei, die – so wie er selbst – gerade innenpolitisch ausreichend Kacke am Dampfen haben, was jetzt wiederum die Beobachtung des amerikanischen Sozialwissenschaftlers und Psychohistorikers Lloyd deMause bestätigen würde, die dieser wiederum der Aussage eines Politikers – fragen Sie mich jetzt nicht welches – verdankt (und ich gebe diese auch nur sinngemäß wieder): Man muss weltpolitisch immer ein paar Töpfe am köcheln haben. Wohl um vom eigenen Unvermögen abzulenken, darf ich verkürzend hinzufügen. Das hat bis jetzt, zumal in besonders patriotischen Ländern, immer ganz gut geklappt, bis zum nächsten Katzenjammer halt.

Na, da wird sich der Vladimir aber freuen und der Bashar und noch ein paar andere Bauernschlaue, die sich solche Mühe gegeben haben ihre Provokationen so weit zu treiben, dass es auf ein paar zerschossene Schulen und Krankenhäuser dort und da und ein paar Kampfgasangriffe auf Kinder und erwachsene Zivilisten mehr oder weniger anscheinend auch schon nicht mehr angekommen ist. Schaut ja dort streckenweise eh schon aus wie im komplett zerbombten Dresden, nachdem der gute Winston nach dem ohnehin schon gewonnenen Weltkrieg, dann auch nicht mehr an sich halten konnte und sein äußerst gründliches Exempel statuiert hat. Und bauernschlau war die heutige Reaktion der Raketenmänner und -Frau dann schließlich auch irgendwie. Was gibt es denn da zu mäkeln bei solch unglaublicher Präzision der militärischen Hochtechnologie?

Na ja, jetzt sind wir g’scheiter, was? Wie schon mal erwähnt, Politik ist nicht wirklich mein Ding, die kann nichts mehr als einem entweder kalte Schauer über den Rücken zu jagen oder die Fingernägel über den Hinterkopf. Außer vielleicht manchmal noch im Kleinen – Stichwort Munizipalismus – aber ich komme trotzdem lieber zu einem zeitgleichen Geschehnis, das meine Aufmerksamkeit erregt hat: Miloš Forman ist vergangene Nacht gestorben. Es gibt ja nichts beschisseneres als Todesnachrichten zu verbreiten, überhaupt, wenn man das nicht muss, aber da komm‘ ich irgendwie nicht drum herum. Der war mir immer einer von den ganz Allerliebsten, selbst dann, wenn er ein Bisserl dabeben war oder geflunkert hat oder historisch falsch lag, fragen Sie mich nicht warum, der konnte das einfach: voll ins Schwarze treffen. In jenes der sogenannten menschlichen Seele.

Und ich erspare mir und Ihnen jetzt Lobgesänge auf seine großartigen Erfolge und Bravourstücke anzustimmen, wie Einer flog über das Kuckucksnest (1975), Hair (1979), Amadeus (1984) oder Larry Flynt – Die nackte Wahrheit (1996), das erledigen sowieso gerade eifrig die Medien. Stattdessen möchte ich Sie auf einen seiner Filme hinweisen, der möglicherweise ein wenig untergegangen sein könnte. Zumindest war das kein großer Erfolg – rund neun Millionen US-Dollar weltweit am Box Office ist für einen Film aus den Zweitausenderjahren geradezu mickrig – und die Kritiker haben sich auch nicht gerade überschlagen. Ach ja, der Titel des Films lautet Goyas Geister, Goya’s Ghosts im Original und er kam 2007 in die Kinos.

Darin geht es vordergründig um Francisco de Goya, den spanischen Maler und Grafiker des 18. und frühen 19. Jahrhunderts, kongenial verkörpert von Stellan Skarsgård, und hintergründig geht es, nun ja, um den Hintergrund, würde ich sagen, den historischen. Die Geschichte beginnt zur Zeit der spanischen Inquisition, und zwar in der Endphase dieser übelsten Drecksbande in der Geschichte des Katholizismus und nimmt dann schließlich eine abrupte Wendung, als Napoleons Truppen in Spanien einmarschieren. Das Augenfällige dabei ist, dass die Machenschaften der Inquisitoren da schon ein Ausmaß an bürokratischer Routine, Willkür und Dekadenz erreicht hatten, dass es einen nur so schwindelt, bei der bloßen Vorstellung das Leinwandgeschehen als ein historisches zu begreifen. Und Miloš Forman gelingt das, was ihm in seinen guten Arbeiten stets gelingt, er holt das Ganze auf eine im äußersten Maße persönliche Ebene. Der weiß einfach, wie man das hinkriegt, dass das so richtig weh tut. Darum verzeiht man/frau ihm auch stets so gerne seine Abweichungen von der historischen Wahrheit, die sind ohnehin offensichtlich. Dafür gelingt es ihm, die direkten Auswirkungen der politischen Verhältnisse auf einzelne Protagonist*inn*en in einer Drastik über die Leinwand rüberzubringen, dass es selbst dem ärgsten Zyniker und der schlimmsten Zynikerin eine Gänsehaut aufziehen muss.

Und er hat in diesem Fall auch noch ein großartiges Schauspielensemble zur Hand – unter anderen Natalie Portman als buchstäblich bis auf’s Blut gequälte junge Muse des Malers, eine Rolle, die jede andere Hollywoodschauspielerin ihres Kallibers wohl als geschäftsschädigend abgelehnt hätte, und Javier Bardem in der besten Rolle seiner Karriere, wenn Sie mich fragen. Vergessen Sie No Country for Old Men und schauen Sie sich Bardem in seiner Rolle als opportunistischer Pater Lorenzo an.

Mich würde es jucken Ihnen noch mehr von der Handlung zu schildern, aber Sie könnten den Streifen ja möglicherweise noch nicht gesehen haben, deswegen verrate ich lieber nicht zu viel. Der Film ist obendrein auch noch spannend wie ein Krimi, deftigst mit Sarkasmus gewürzt, streckenweise herzzerreißend und manchmal ganz einfach unsagbar düster. Mit der Bitternis am Ende, zumindest hat mich eine solche erfasst, müssen Sie dann halt alleine klarkommen.

Eine der lauwarmen Kurzkritiken, über die ich gestolpert bin, meint, dass Miloš Forman das „Malerauge vor allem als Beobachterauge und die Kunstwerke als Zeitdokumente, auf die sich die fiktive Geschichte insbesondere im Vor- und Abspann beruft“ begreift (Critic.de). Das ist ja ganz lieb geschrieben, trifft aber irgendwie auch den genialen Kern des Films (oder eher knapp daran vorbei), der ihn so angenehm von typischen Künstler-Biopics über einsame, weltfremde Genies absetzt. Schließlich war Goya ja nicht „nur“ Hofmaler (gelegentlich auch Pornograph) sondern gerade in seinen späten Jahren der wichtigste Chronist einer Zeit der heftigsten Umbrüche, zumindest was Bilder betrifft, und zwar einer, der sich seine eigene moralische Haltung zum Zeitgeschehen erlaubte, was ihn auch immer wieder in Schwierigkeiten und schließlich in den Zwanzigerjahren des 19. Jahrhunderts dazu brachte Spanien zu verlassen. Das war keine Lappalie die Kirchenväter als Blutsauger und Kriegstreiber darzustellen, zerfetzte und aufgespießte Kriegsopfer abzubilden und das Ganze dann als Radierzyklen zu vertreiben.

Was mich jetzt noch einmal zum Anfang zurückführt. Der österreichische Philosoph Thomas Macho, hat, wenn ich mich richtig erinnere, zur Zeit des ersten Golfkriegs einmal bemerkt, dass dieser so eigenartig leergeräumt sei von allen Greueln, so glatt inszeniert, so technisch perfekt und sauber, was die Berichterstattung betrifft. Es ging in dem Zusammenhang auch um den Vietnamkrieg, den letzten Krieg, der seiner Beobachtung nach von ambitionierten Journalisten noch zeitnah, ungeschönt und direkt abgebildet wurde. Schon klar, nachher haben wir dann auch bei späteren bewaffneten Konflikten, wie das medial so schön heißt, von den schmutzigen Seiten erfahren, so wir denn wollten, von den Golfkriegen genauso wie vom Jugoslawien-Krieg, vom Völkermord in Ruanda, von den Greueltaten der Roten Khmer (zu einem gewichtigen Teil eine Folge der Politik Richard Nixons). Relativ lange danach. Da drängt sich einem irgendwie die Frage auf, wer die heutigen Goyas sind oder sein werden. Posten die auf Youtube oder Instagram, oder ist das alles ohnehin schon so abgehoben, dass da gar nichts mehr greift bei uns? Das funktioniert echt bestens. Ich mein‘, ich schau mir das an, was da halt so läuft auf verschiedenen Kanälen, und mir ist das schon dermaßen egal, echt jetzt, die ballern heute frühmorgens über hundert ferngelenkte Raketen in irgendwelche Ziele in Syrien, und mir ist das eigentlich so was von wurscht, da reg‘ ich mich doch über jede Zugverspätung mehr auf.

AG…

Ach ja, und dass der Basti die nächtliche Hauruck-Aktion in Ordnung findet, wundert mich jetzt aber komischerweise gar nicht, dem scheint im eigenene Landl irgendwie schön langsam auch das Popscherl auf Grundeis zu gehen, und vom Erdo fang‘ ich erst gar nicht an.


(zum Vergrößern ins Bild klicken)

Bildquelle: Wikipedia, gemeinfrei (public domain), Francisco de Goya, El sueño de la razón produce monstruos

 

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

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Der Alexander könnts net gwesen sein, oder?

Allseitig vom 05.04.2018

Heut bin ich ein wenig hintnach, entschuldigens bittschön, aber Sie kennen mich ja, immer im Hintertreffen, ich meld mich zrück aus den Osterfeiertagen, die Quartalsabrechnung steht an, machen wirs halt kurz, Momenterl, ich muss einmal nachschaun, ah ja, wir nehmen die letzten paar Monat vom vergangenen Jahr gleich noch mit hinein, da war eh nix los, also, nachdem wir einmal ein paar Wochen lang ghört ham, oder warens Monat, aber was, ghupft wie ghatscht, gehört hamma, wie gut dass sich alle verstehn im blautürkischen – HOPPSTAD – im blautürkisen Bad – SAPPERLOT – Bund fürs Leben, und wie lieb dass sich alle ham, und wie gut dass alle zrechtkommen, da san dann glei nach Weihnachten ein paar Freudenschüsse kommen, pünktlich, das mag ich, leider waren da ein paar Rohrkrepierer und Blindgänger dabei – SAKRA – auf den Schützenverein is auch kein Verlass mehr; aber das kann schon amal passiern. Alarmierend? Sie haben das, wie? Sie haben das alarmierend empfunden? Was? Gfunden. Ja, ja, sicher, es war ja von 1000 Verordnungen das Sagen, mei, wie das schon originell klingt und wie sinnlich, findens nicht auch? 1000 Verordnungen, von oben, na, da müssen schon ein paar Böller abgehn, das ghört sich so, sonst merkt ja niemand auf und horcht, was da wohl noch alles kommen könnt, dann wars aber eh wieder ein Bisserl ruhiger, da da anscheinend langsam Eintracht einkehrt is, dass es da ein Fingerspitzengefühl braucht im Jagergschäft, da is es am Anfang halt einmal zum Einarbeiten und zum Üben, einmal zum Einstellen an der Büchsen, Schrauberln zum Drehn, sonst wär ja auch gleich das kapitale Großwild verschreckt, und sowas kömma ja gar nicht brauchen, das weist uns ja schließlich, wos hingeht, in echt, und zum Einstelln brauchts halt a Gfühl und das richtige Werkzeug, sonst ist das feine Gwind gleich ruiniert, wo war ich denn? Ah, ja, nach dem Begrüßungsbusserlgeben, mei, das war wirklich lieb und ganz unschuldig, bis nach Brüssel warens auf einmal alle so lieb und ham sich so gut verstanden, wenn da keine Liebe mit im Spiel is, es sind ja alle wirklich schon ganz verzaubert, ich glaub, die freun sich schon auf unsern Rat, ja, und dann? Ah ja, dann is es gleich weitergangen, da samma dann auch noch alle ganz nett und freundlich begrüßt worn, und alle ham sich einzeln vorgstellt und gfreut, dass sie da sind, so lieb und so artig, dass da auf einmal schon die halbe Zeit herum war, haha, so schnell kanns gehn, naja, so viel Zeit muss schon sein, und jetzt hörn wir ja eh schon, dass sie schon auch richtig wolln, dass sie was vorham, dass was in Planung is, dies und das und jenes, eine ganze Menge, lauter wichtige Sachen, mei, da kommt mir jetzt grad was in den Sinn, dazumals in diesen Liebesfilmen, den richtig schönen, alten, wo sich die am Anfang ansehn, und dann weiß jeder sofort: die mögen sich und dann reden die und sehn sich tief in die Augen, und dann schlagens die Augen nieder, und das ist wirklich ganz lieb zum Anschaun, und dann gehns spazieren, und dann redens weiter, und dann sehn sie sich wieder an und schmachten auch ein Bisserl und seufzen, so schön ist der Mond, und dazwischen wird auch gsessn bei einem gemütlichen Wirten, vielleicht am Wolfgangsee oder am Mondsee oder am Attersee, und dann is das schon so gut wie fix: da wird was Ernstes draus, und dann trinken die auch was, nur ein ganz kleines Schluckerl, nein, nein, halt, stop, so viel vertrag ich nicht, da werd ich dann immer ganz damisch, hihi, lacht wer, und vielleicht kommt dann noch der Peter zur Tür herein, Sie wissen schon, der eigentlich schon weg war, der Sänger. Was? Sie kennen den Peter net? Jetzt hörns aber auf, also der kommt an den Tisch und schmettert was Flottes aus voller Brust, oder er sitzt sich an den andern Tisch zu einer und schaut ganz schüchtern, ganz ernst schaut er drein, denn er hat ja Sorgen, und er will die Seinige nicht verschrecken, und dann ist ein Filmschnitt, und dann machen die eine lustige Bootsfahrt, und das Wasser is so schön blau und so schön blaugrün, und dann werden die immer ausgelassener und dann, PLUMPS, fallen die ins Wasser, haha, hihi, hahahaha, wie ungschickt von mir, sagt wer und wer anderer flucht, aber nicht im Ernst, und dann sehn sie sich wieder an, ganz verliebt und patschnass sehn sie sich in die Augen, und dann sagen sie gar nix, und Sie holen sich inzwischen eine Jausn, und wenn Sie zrückkommen sind, da sind die auf der Alm und trinken Buttermilch und lachen, weil sie so einen lustigen Milchbart ham, und dann schäkern sie wieder und reden, und so geht das weiter und immer weiter und immerfort, und Sie denken sich: WANN PUDERN DIE ENDLICH AMAL? Nein natürlich nicht, das war jetzt nur zum Spaß, das is ja nicht Ihr erster Liebesfilm, den Sie anschaun, Sie wissen das ja sicher: Gesportelt werd dann immer erst nach dem Ende vom Film, das is dann einfach in Ihrer Fantasie, wie das wohl weiter gangen wär für die zwei, ah ja, noch einmal zrück zu den ersten 100 Tagen, wie das jetz bei uns heißt. Ja, was wollns denn? Is eh noch nicht groß was passiert, oder? Aber es is nebenbei auch noch ganz was Dolles in Planung, nein kein Putzerl, wo denkens denn hin, so schnell geht das auch wieder net, zuerst einmal wird da drüber getüftelt und das nennt sich jetz evidenzbasierte Politik, ehrlich wahr, und das hat auch schon ganz einen schneidigen Namen: Think Austria, ja, sicherlich, das hab ich aus der vorgestrigen Zeitung; und gehen tut das mit, ich schreib das jetz amal auf, mit Benchmarking und Best-Practice-Analysen und mit Impact-Assessments – BUMMSTINAZL – da kummt Bench drin vor, das heißt soviel wie Bank auf Deutsch oder Beng, oder Bankerl und Impact – OHA – jetzt schlägts aber 13, des klingt jetz aber schon gar ein wenig ördinär, fast ein Bissl verrucht und Analyse, die werden doch net doch schon, was gibts denn da zum Analysiern – JESSAS – die werden doch keinen, so einen Teststreifen machen, so einen mit rot und blau, ja – KRUZITÜRKEN – das geht aber schnell bei denen, da ham wir wohl das Beste versäumt, was? Hehehe. Was? Hehehe, da hat schon wer einzipft! Hehe, hehe, ah so, das ist ja ein jugendfreier Film, bin schon wieder stad, ah, tschuldigen, ich verplauder mich scho wieder, die Quartalsabrechnung, Moment, ich hol schnell mein Block, also unterm Strich steht bei mir 0, ja, jetzt bin ich doch ein Bissl schmähstad, na, das müssen Sie entscheiden, ob Sie sich das die ganzen vier Jahr lang antun wollen, ich wär ja schon recht gspannt: Think, Austria! Das is ein wengl schwierig zum Aussprechen, bei mir klingt das immer wie sink – HEILIGEJUNGFRAUMARIAMUTTERGOTTES! OJEOJEOJE – haha, nein, ich mach doch nur einen Spaß, bis zum Sommer lassen sich die wahrscheinlich eh wieder scheiden, glaubens mir, das is halt so bei den Jungen, nix hat Bestand, machen Sie sich nix draus. Das is jetz aber traurig, meinens? Ja schon, gell? Aber werdens sehen, die finden sich sicher schnell wieder wen, da bleibt bestimmt niemand über.

AG…

(zum Vergrößern ins Bild klicken)

Bildquelle: Wikipedia, Peter Alexander, Wachsfigur in Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett by Dguendel Creative Commons Attribution License CC BY 3.0 und Attersee und Höllengebirge, Oberösterreich by Austronaut Creative Commons Attribution License CC BY 3.0. Remixed by MxO

 

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