Einfach nur, weil’s cool ist: Nighthawks

Nostalgia postfactica vom 28.03.2018

Zu dem 1942 entstandenen Gemälde von Eward Hopper gäbe es einiges zu schreiben. Nicht zuletzt wegen seiner Entstehungsgeschichte. Bloß habe ich gerade keinen Kopf dafür (vielleicht ein andermal) und poste stattdessen lieber den Link zum ohnehin recht gelungenen Wiki-Beitrag und vor allem zur hochauflösenden Reproduktion des Bilds, ein Blick darauf lohnt sich wirklich.

AG…

 

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Künstlert und schriftstellert (zumindest laut Statistik Austria)

Apropos Frauenvolksbegehren – was läuft bloß mit der TV-Berichterstattung schief? Teil 2

21st Century Man vom 14.03.2018 / → Teil 1, → Teil 3, → Teil 4

Die schlechte Nachricht: der letztmögliche Termin für die Unterstützungserklärungen für das sogenannte Frauenvolksbegehren ist diese Woche abgelaufen, die gute Nachricht: „aufgrund des großen Zuspruchs“ wird verlängert und es werden noch bis zum 4. April weiter Unterschriften gesammelt.

Aufgrund des großen Zuspruchs? Soll das ein Witz sein? Bis dato haben etwa 200.000 Menschen Ihre Stimme für die Initiative abgegeben. Laut Angaben des Bundesministeriums für Inneres gibt es 3.307.795 wahlberechtigte Frauen in Österreich. Meine Stimme dazugerechnet ist alles unter 3.307.796 Unterstützer*innen wohl bestenfalls als schlechter Scherz zu bezeichnen. Okay, minus ein paar hundert Mitglieder und Sympathisant*inn*en der Burschenschaft Hysteria von mir aus, die haben höhere Ziele.

Hier also nochmals die Internetadresse: frauenvolksbegehren.at, Bescheidenheit ist in diesem Zusammenhang völlig unangebracht. 200.000 läppische Unterschriften! Da gehen ja mehr Leute auf Bilderbuch– und Wanda-Konzerte! Glaub‘, ich (b)rauch‘ erst mal eine Tschick.

AG…

 

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Künstlert und schriftstellert (zumindest laut Statistik Austria)

Basics: Erdäpfelsuppe

Flashback kitchen vom 11.03.2018

(zum Vergrößern ins Bild klicken)

Enthält: Kartoffeln, Zwiebeln, Karotten, gelbe Rüben, Petersilienwurzeln, Knollensellerie, Lauch, Petersilie, Pflanzenöl, Kümmel, Majoranblätter, Zitrone/Apfelessig, Tafelsalz, Pfeffer, Senf (bestehend aus Senfsaat, Weingeistessig, Zucker, Salz, Aroma [?], Gewürzen [??]) und in geringen Spuren natürlich eine ganze Reihe Chemikalien, vor allem im Gemüse, von denen ohnehin kein Schwein weiß, was das alles sein soll und womöglich anrichtet. Ich verlass‘ mich da einfach auf die strengen Lebensmittelnormen innerhalb der EU.

Zutaten:

Erdäpfel (9 Stück)

Zwiebel (1 Stück)

Suppengrün (½ Karotte, ½ gelbe Rübe, ½ Peterwurzel, Knollensellerie, Lauch, Petersilie)

Kümmel (ganz)

Majoran

Essig oder Zitronensaft

Senf (scharf)

Zubereitung:

Erhitzen Sie Fett in einem mittelgroßen Topf und schwitzen Sie die kleinwürfelig geschnittene Zwiebel darin glasig an. Geben Sie ein Drittel der Erdäpfel (geschält und in grobe Stücke geschnitten) sowie Kümmel und Majoran dazu. Löschen Sie mit etwas Essig (½ Verschlusskappe) oder Zitronensaft ab und gießen Sie mit etwa 200 ml Wasser auf. Danach geben Sie einen gestrichenen Teelöffel Senf dazu, salzen und pfeffern.

Während die Erdäpfel etwa 20 Minuten lang bei mittlerer Temperatur köcheln, schneiden Sie das Suppengemüse in kleine und die restlichen Erdäpfel in fingerdicke Stücke (Sie können die Erdäpfel in Wasser zwischenlagern um Braunfärbung zu vermeiden). Wenn die erste Charge Erdäpfel weichgekocht ist, zerdrücken Sie sie mit einem Stampfer oder einer Gabel und rühren kräftig um. Nun geben Sie das Suppengemüse und etwas Wasser bei und lassen das Ganze für weitere 10 Minuten köcheln. Dann kommen die restlichen Erdäpfel dazu (abermals je nach Bedarf Wasser nachfüllen) und nach weiteren 20 Minuten Kochzeit die gehackte Petersilie.

Nehmen Sie die fertige Erdäpfelsuppe jetzt vom Herd, schmecken Sie sie bei Bedarf nochmals ab und lassen Sie sie noch einige Minuten nachziehen. Guten Appetit!

AG…

Ja ja, ich weiß, ich bin etwas spät dran mit diesem typischen Winterrezept und mir ist völlig klar, dass Sie selbst ohnehin bereits über das allerbeste Rezept für Erdäfelsuppe verfügen und ich mit meiner Interpretation dieses Klassikers der österreichischen Küche höchstwahrscheinlich voll ins Fettnäpfchen trete.

Erstens wird es aber ziemlich sicher eh noch einmal kalt und zweitens ist das hier mit voller Absicht so reduziert gehalten, schließlich habe ich Ihnen zuletzt ein veganes Rezept versprochen.

Natürlich gibt es nichts dagegen einzuwenden mit einer lichten Einbrenn zu beginnen, mit Rindsuppe oder einer anderen Bouillon aufzugießen, mit Rahm, Creme fraiche oder Schlagobers zu verfeinern, gehackte Steinpilze dazu zu geben. Aufmerksame Beobachter*innen haben sicher auch bemerkt: da fehlt mindestens eine Zehe Knoblauch – sorry, hatte gerade keinen zuhause, und ein Lorbeerblatt würde wohl nicht schaden. Sie können die Erdäpfel auch mit einem Pürierstab bzw. Mixer zerkleinern oder sonstigem Gerät für erotische Ersatzhandlungen aufschäumen, geröstete Speckwürfel über das fertige Gericht streuen. Wenn Ihnen danach ist, spricht selbstverständlich auch nichts dagegen, die edle Suppe mit geriebenen Trüffeln zu garnieren, mit Blattgold zu verzieren (derartiges war in den Achtzigern des letzten Jahrhunderts mal angesagt) und sich dabei einen runterzuholen.

Ich finde das bloß ganz einfach nicht wirklich notwendig, möglicherweise sogar überflüssig. Für die Bindung, denn es handelt sich hier unzweifelhaft um eine gebundene Suppe, sind die zerdrückten Erdäpfel völlig ausreichend. Wahre Purist*inn*en würden vermutlich auch das Suppengrün weglassen und sich ganz dem Genuss der guten Grundbirne hingeben. Nun, so hardcore muss es meiner Meinung nach nicht sein, schließlich wollen wir ja nicht trübsinnig werden. Nichtsdestotrotz ist die E-Suppe ein archaisches Gericht von beinahe schon mittelalterlicher Einfachheit, in seiner rustikalen Simplizität übertroffen vielleicht nur mehr von einem weiteren, das in dieselbe Richtung weist: gekochte Erdäpfel mit Butter und Salz.

Hm, wenn ich richtig nachgerechnet habe, war dafür beinahe eine Stunde Zubereitungszeit nötig. Das ist schon ein Bisschen viel in der heutigen Zeit. Da muss ich wohl nächstes Mal mit einem Schnellgericht aufwarten.

 

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Künstlert und schriftstellert (zumindest laut Statistik Austria)

Apropos Frauenvolksbegehren – was läuft bloß mit der TV-Berichterstattung schief?

21st Century Man vom 08.03.2018 / → Teil 2, → Teil 3, → Teil 4

Abgesehen davon, dass ich mir seit geschlagenen zwei Wochen täglich (!) in der ZIB (und zwar wurscht in welcher) anhören kann, wie viele Wichtigtuer#innen schon für das Anti-Raucher-Volksbegehren unterschrieben haben, fällt mir auf, dass ein gleichzeitig laufendes, das sogenannte Frauenvolksbegehren, verdammt wenig Erwähnung findet – präziser gesagt: gar keine.

Ohne Scheiß jetzt. Kein Sterbenswörtchen. Nichts.

Gestern dann, wenn man/frau/kind so will, die Erlösung – in einem Nebensatz in einem ZIB1-Beitrag über den Weltfrauentag erfahren wir, dass Herr Kern (SPÖ-Parteivorsitzender) jenes unterzeichnet, Frau Hartinger-Klein (Sozialministerin) und Frau Bogner-Strauss (Frauenministerin) nicht. What the fuckin‘ fuck? Ich mein‘, rennt’s euch noch? Was geht das irgendjemanden eigentlich an, ob sich irgendjemand in seinem/ihrem Lieblingsbeisl in der Raucherzone gemütlich eine antschickt? Habt’s ihr nichts Wichtigeres zu tun, als den ohnehin schon zum genussfreien Konsum verdammten Leuten des 21. Jahrhunderts die letzten paar verbliebenen kleinen Freuden zu vergällen? Und wenn es wirklich um etwas geht, scheißt’s euch ins Hoserl oder was?

Vermaledeite Drecksbande in diesem hundsverbrunzten Scheißland am Strome! Das darf doch echt nicht wahr sein! Ich vergess‘ ab jetzt wieder meine guten Neujahrsvorsätze samt der guten Kinderstube.

Das ist ja schon wie mit dem Krieg im Jemen: Davon hören wir auch nur was zu Weihnachten. Da wird mittels Betroffenheitskino in den News kurz und kräftig auf die Tränendrüse gedrückt und den Rest des Jahres dann wieder den Saudis in den Arsch gekrochen. Und pünktlich zum Frauentag gibt es dann alljährlich wieder etwas unglaublich Grausiges über Genitalverstümmelung. Und es soll mir jetzt ja keine/r mit dem Strache kommen. Was geht mich das an, ob der zufällig Raucher ist und als Politprofi einfach gelernt hat, dass man/frau mit irgendeinem unwichtigen Scheißdreck bei den hiesigen Einfaltspinseln mehr Aufregung erzeugen und viel effektiver von den eigentlichen Problemen ablenken kann als mit gescheiten Themen?

Also liebes Wahlvolk – erstens: Es gibt da eine Website mit der Internetadresse frauenvolksbegehren.at, die ist ausgezeichnet gemacht und sehr informativ, am besten zumindest mal überfliegen, wer’s dann noch nicht kapiert dem/der ist eh nicht zu helfen und zweitens: den hochgeschätzten Allerwertesten ein kleines Stückerl in die Höhe und bis zum nächten Gemeindeamt hieven oder sonst halt per Handy-App unterzeichnen. Nachher könnt’s von mir aus auch unter das ang’schütt`te Rauchvernaderungsdingsbums euren Haxen machen, wenn’s euch schon keine Ruhe lässt, ihr Schneebrunzer#innen (nebenbei bemerkt: Bei Zigaretten liegt der Steueranteil bei rund 78 Prozent des Verkaufspreises. Also bitte ein kleines Bisserl mehr Höflichkeit und um eine Winzigkeit weniger g’schissen sein).

Und ich sag das durchaus auch aus Eigennutz, schließlich will ich nicht in hundert Jahren immer noch bei jeder Gelegenheit ein schlechtes Gewissen haben und mir auf jeder verdammten Stellenausschreibung oder jedwedem sonstigen unnädigen Papierl zum zehntausendsten Mal irgendwas von irgeneinem Gleichbehandlungshumbug lesen müssen. Vor dem Gesetz sind wir nämlich bereits alle gleich. Soweit mein Wort zum Weltfrauentag. Amen.

AG…

 

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Frau Márkos (vormals Monsieur O)

Künstlert und schriftstellert (zumindest laut Statistik Austria)