Aufgedrückt

§isches vom 12.03.2017

Die Präsentation von Kunst – von Werken in Text, Bild und Ton* – fällt (vorbehaltlich mangelnder Erkenntnisse doch nach gründlicher Lektüre des Gesetzestextes, eingehender Recherche und der Einbeziehung kompetenter Fachmeinungen) nicht unter das E-Commerce-Gesetz, sofern keine Absicht zur Informationsverbreitung oder einem kommerziellen Angebot besteht, darum entfällt hier die Impressumspflicht im Sinne des ECG.

Diese Webseite wird aus Leidenschaft und hoffentlich auch zu Ihrer Erbauung betrieben, gratis (manche würden wohl sagen umsonst), einfach so. Dennoch unterliegen die Beiträge auf hedopunk.net dem Urheberrecht, worauf Sie hiermit hingeweisen werden. Der Fairness halber. Die Werke sind nämlich auch ohne Zutun der Autoren geschützt, ob da jetzt ein Copyright-Symbol darunter steht oder nicht (und machen eine Menge Arbeit, auch wenn es vielleicht nicht immer danach aussieht).

Darüber hinaus gibt es aber in Österreich noch das Mediengesetz, und dieses definiert den Begriff ‚Medien‘ als ‚jedes Mittel zur Verbreitung von Mitteilungen oder Darbietungen mit gedanklichem Inhalt in Wort, Schrift, Ton oder Bild an einen größeren Personenkreis im Wege der Massenherstellung oder der Massenverbreitung‘, was selbstverständlich auch auf private Homepages und Blogs zutrifft. Da wir hier nicht die Absicht haben einen Verlag, Fernsehsender oder ein Medienimperium zu gründen oder Sie mit Newslettern zu nerven, sondern die Beiträge lediglich unserer und, soweit uns dies gelingt, auch Ihrer geistigen Anregung dienlich sind, gelten hier die Bestimmungen für die sogenannte ‚kleine Webseite‘. Auch für diese gibt es eine Offenlegungspflicht, weshalb Sie in Kürze das entsprechende Impressum vorfinden werden. Wir sind jetzt noch in der Schonfrist und der Administrator ist zur Zeit sehr beschäftigt. Haben Sie also bitte noch etwas Geduld mit uns.

Falls Sie dennoch Fragen haben, senden Sie mir doch einfach eine E-Mail an monsieur.o@women-at-work.org. Ich muss ja nicht gleich ein Gespenst sein. Anrufe nehme ich grundsätzlich eher ungern an, ich bin nämlich Telefonphobiker – keine Angst, ist nicht dramatisch, aber manchmal mag ich einfach nicht abheben, also lassen wir das mit der Telefonnummer. Und posten Sie ja nichts in den Kommentaren, sonst… sind Sie eben selbst schuld!

Viel Spass mit Hedopunk und hoffentlich bald auch einer weiteren Autorin!

Ach Gottchen…

*Leider riecht, fühlt und schmeckt man über das Internet nichts, ach, wär‘ das schön, oder auch nicht, es könnte ja im Cyberspace jemand einen fahren lassen! Obwohl – der österreichische Künstler Robert Jelinek hätte sicher seine Freude daran, dem würde garantiert was Cooles dazu einfallen (wahrscheinlich hat er eh schon was zur vernetzten Olfaktorik gemacht, würde mich wundern, wenn dem nicht so wäre. Wen’s interessiert, einfach mal startpagen, und pst, ja nicht weitersagen!).

 

Textophilie

Glosserl vom 10.03.2017

(zum Vergrößern ins Bild klicken) hinzugefügt am 23.05.2017

Der Ausdruck Textophilie (von lateinisch texere ‚weben‘, ‚flechten‘ und griechisch φίλος philos „Freund“; also „Liebe zum Zutexten“, die Neigung, äh, die Hingabe… Leidenschaft für… ah… AAHH, DIE MACHT… ähem… mitunter… vielleicht… des Zuscheißens anderer mit verbalen [Klein-]Kunstwerken. No, textn hoid!) bezeichnet allgemein die Liebe zum getippten Wortwechsel und noch allgemeiner – jene zum flüggen Wort.

Die Frage, die sich hier gleich mal stellt ist natürlich, ob Textophilie nicht auch Textverliebtheit meinen könnte, also die Liebe zu(m) Texten an sich (ja, ja, jetzt kommen gleich die Spezialisten und sagen, das gäbe es schon, das sei Bibliophilie). Leute, wir leben im 21. Jahrhundert, da kennt sich sowieso keiner mehr aus. Also ich würde beides gelten lassen.

Laut dem Urban Dictionary (Stand: Anfang März 2017) steht der Ausdruck ‚textophile‘ für eine neue Generation von Mobiltelefon-Benutzern, die mehr Zeit für das Erstellen von Kurznachrichten aufwenden als für die bestimmungsgemäße Nutzung des Geräts, das Sprechen. Es sei also zu beobachten, dass Textophile Kurznachrichtendienste einem Anruf vorziehen. Textophile Personen verfassten ihre Nachrichten etwa inmitten eines Gesprächs, in unpassenden Momenten und in gesellschaftlich inakzeptabler Weise.

Ergänzt werden müsste diese Definition jedenfalls mit dem Typus der oder des Textophilen der passiveren Prägung, jener Menschen also, die sich öfter am Empfangen der elektronischen Textnachrichten erfreuen und bisweilen im Schatten ihrer tippfreudigen (wenn auch nicht immer fingerfertigen) AntipodInnen (wie schau’n die aus, bitte?) stehen, da sie sich seltener durch augenfälliges Verhalten in der Öffentlichkeit bemerkbar machen. Die Rollen dieses Spiels der öffentlichen Heimlichkeit werden jedoch auch gerne immer wieder einmal getauscht. Privates Texten, daheim im Betterl, geht natürlich auch. Sofern man/frau/kind eines hat…

In allen Weltgegenden wurden schon Textverliebte beobachtet, die sich souverän in der Natur und unfallfrei inmitten des Straßenverkehrs bewegten, scheinbar ohne den Blick vom Handy abzuwenden. Böse Zeitgenoss#inn#en haben wohl schon allzu oft insgeheim darauf gelauert Angehörige dieses eigentümlichen Kults gegen eine Laternenmasten donnern zu sehen, nur um im nächsten Moment verdutzt zu beobachten, wie jene dem Hindernis – wie von Zauberhand geleitet – elegant ausgewichen sind. Es wird vermutet, dass es sich bei Menschen, die der Textophilie anhängig sind, um eher zurückhaltende Charaktere handelt und ihr Verhalten womöglich dem Wunsch entspringt den Menschen in ihrer unmittelbaren Umgebung nicht mit übermäßig lautem Telefonieren und ständigem Handy-Gedüdel auf den Nerven herumzutanzen. Textophile sind offensichtlich mit überdurchschnittlich guter Sensorik ausgestattet und durchaus in der Lage beim Tippen zumindest teilweise in geselliger Runde einem Gespräch zu lauschen oder daran teilzuhaben. Dennoch ist es ratsam, schon aus Gründen der Pietät, diese Form der Tipp-Liebhaberei nicht mutwillig zu stören und Textophile nur im äußersten Notfall anzusprechen.

Ob es sich bei der Textophilie weiters auch um eine Ausdrucksform von Interpassivität handelt, werden wohl weitere Untersuchungen zeigen. Robert Pfallers Theorien über das delegierte Genießen sprechen eher dagegen. Schließlich wäre damit eine Maschine am jeweils anderen Ende der Leitung nötig, die entweder Texte verfasst oder auf Nachrichten antwortet. Im äußersten Fall würden beide Partner eines textualen Gedankenaustauschs ihr Smartphone in den interpassiven Modus schalten und die Geräte könnten untereinander kommunizieren, flirten, Verträge aushandeln. Im Prinzip würde sich dasselbe ereignen wie bei Slavoj Žižeks kopulierenden Sexspielzeugen, nur anstatt auf einer physischen dann auf einer quasi psychischen Ebene. Eine Vorstellung, die womöglich sogar dem finstersten Cyberromantiker eine kleine Träne (?… hm… nein, wohl kaum. Nja, weisst eh, die Romantikerr…rinnen) entlocken könnte. Aber selbst verliebte Textophile werden nun einmal müde.

Technikgeschichtlich betrachtet bietet ein im vergangenen Jahrhundert beliebtes Spiel unter Schulkindern mögliche Hinweise zur Entstehung der Textophilie. Sowohl das von Lehrerinnen gefürchtete Briefchenzustecken als auch das unter Lehrern berüchtigte, im Raum Linz und Umgebung unter dem Begriff ‚U-Hakerl-Schiaßn‘ bekannte, Schleudern von metallenen Kleinteilen mittels Gummiband waren bereits aus alter Zeit bekannt. Es muss jedoch der Genialität und dem Geschick eines besonders verwegenen oder auch schüchternen Schulkinds zu verdanken sein diese beiden Techniken zu verbinden und so die blitzschnelle Beförderung von Nachrichten zumindest über einige Meter Entfernung zu bewerkstelligen. Mit dem zeitnahen Aufkommen der Mobilfunktechnologie waren es so nur mehr wenige Entwicklungsschritte (ja, ja, wenige Entwicklungs…, wir haben Milliarden und Abermilliarden investiert!) zu den heute verbreiteten Short-Messages (SM, Plural: SMs, leicht zu verwechseln  mit der gleichlautenden Abkürzung für eine Spielart der Erotik […hm, oder eventuell gleichbedeutend? Ich mein‘, „RUF! MICH! AN!“, das war doch mal eine Message, und recht kurz eigentlich]) und diese rasen jetzt um den halben Globus. Somit waren die handschriftlichen Anbandeleien aus den grauen Klassenzimmern plötzlich zu einer beliebten Form des diskreten Gedankenaustauschs – auch unter Erwachsenen – „aufgestiegen“.

Zu den wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen der elektronischen Textliebhaberei, auf welchem Gerät auch immer – Tablet, Smartphone, PC, E-Reader, Laptop – soll hier vorerst nur folgende Zahl genannt werden: 42.000.000.000 (was jetzt? Nachrichten? Täglich? Was weiß ich, WhatsApp hat SMS überholt oder wird es bald tun). Jahresumsatz und Profitrate kann man/frau/kind nach Lust und Laune selbst ausrechnen oder mutmaßen, wo die Kohle gebunkert wird und sich die zur Aufrechterhaltung des Serverbetriebs abgetragenen Bergrücken vorstellen (ui, Klimaziel wieder nicht erreicht! Was heißt hier Klima und was für ein Ziel? The Donald hat jetzt das Sagen, oder?). Wem jetzt mulmig wurde, der sei beruhigt: Eine sogenannte SMS ist winzig, ich mein‘, so richtig winzig, die hat ganz wenige Kilobits – ungefähr eins. Das ist ein Lercherlschas gegen die monströse Filmchenflut auf Video-Portalen. Ich will gar nicht wissen wieviel Tera-, Exa-, Cetabyte das sind. Aber sogar die arbeiten schon an umweltverträglichen Lösungen. Also ruhig weitersimsen, solange es das Geldbörsel verträgt. Und der Tipp-Finger.

Politik interessiert mich nicht wirklich, also schließe ich hier mal. Bildchen zum Glosserl gibt’s dann später, morgen, vielleicht (grr, mir sitzt schon wieder der Prokrastinator im Nacken). Egal. Ich schnapp‘ mir jetzt so ein Gummiringerl, Zetterl ganz klein falten und fest zusammendrücken, einspannen und ZING! Geht doch, naja, halbwegs.

Ach Gottchen…

Zur Textophilie findet sich auch ein Beitrag in der Stupidedia; unseres geschätzten Monsignore O, dem wir diese Ausgabe des Glosserls verdanken (ich glaub‘, er freut sich über Ergänzungen, Bearbeitungen, bin mir nicht sicher, der ist immer so komisch. Naah, der ist doch eh lieb. Weiß nicht recht, grusel! Aber geh!)

Fashion News · Schicke Kopfbedeckung hilft bei Wohnungssuche

21st Century Man vom 02.03.2017

(zum Vergrößern ins Bild klicken)

Hier nochmals für Textophile und Piktophobikerinnen:

Da ich von Herrn Strache (anlässlich seines gestrigen Auftritts in Bayern) einen überaus wertvollen Styling-Tipp für Wohnungssuchende („Willst du eine soziale Wohnung haben, dann brauchst du nur ein Kopftuch tragen.“ [zur Poesie des Herrn S., naja, Reim und Versmaß, Herrschaftsseiten | drüber lässt sich trefflich streiten | woll’n hier nicht i-Tüpferl reiten]) aufgeschnappt habe und mich ja tatsächlich im Moment nach einer möglichst günstigen Bleibe umsehe, dachte ich mir, ich probier‘ das jetzt einfach mal (Mr. Stretchy, wie man meines Wissens heutzutage richtiger sagt, hat überdies auch nicht davon gesprochen, dass das für katholisch getaufte Österreicher und Österreicherinnen unpassend wäre. Und auf das, was der H. C. sagt [oder auch nicht], kann frau sich verlassen, der ist schließlich einer von uns!).

Tja, also, ich muss sagen, ich finde das Fetzerl (zumindest als ersten Versuch) eigentlich recht kleidsam und überaus praktisch in der kalten Jahreszeit.

Für modische Verbesserungsvorschläge wäre ich sehr dankbar und bei Erfolg poste ich natürlich gerne wieder was zum Thema (und wer weiß, vielleicht hab‘ ich ja gerade einen Trend angestoßen. Ui, das war jetzt wohl schon wieder vermessen von mir – altes Leiden, sorry).

Ach Gottchen…

P.S.: Wer das jetzt für politische, religiöse oder wie auch immer geartete Hetze hält, liegt knapp daneben. Ich hab‘ mich bloss aufgeregt über eine bestimmte Person. Und die steht nicht im Text.

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