Das Ergebnis STEHT FEST, oder?

21st Century Man vom 20.10.2017

(zum Vergrößern ins Bild klicken)

Falls Sie sich ob des obigen Bildchens fragen sollten, warum wir hier bei hedopunk heute so staatstragend auftreten: Heute ist immerhin der Tag der Verkündung des amtlichen Endergebnisses der Nationalratswahl. Just zur Geisterstunde durfte der Innenminister dasselbe via öffentlich rechtlichem Teleschirm bekanntgeben. Wir wissen um den Wahlausgang wegen ausgefeiltester Hochrechnungsalgorithmen, die uns jedes Mal den letzten Rest an gespannter Vorfreude verderben, zwar ohnehin schon seit Anfang der Woche (genauso wie wir uns das Wahlergebnis, durch diverse Meinungsumfragen vorbereitet, ja auch – gleichsam in Form einer selbsterfüllenden Prophezeihung – schon vor jeder Wahl bereits denken können). Sei’s drum, schon des Rituals wegen: Österreich hat gewählt und dieser Anlass darf schon ein Bisserl feierlich begangen werden.

Und falls Sie sich wegen der seltsamen Handzeichen auf dem Bild den Kopf kratzen oder womöglich gar vor selbigen gestoßen fühlen sollten (wovon ich jetzt mal nicht ausgehe), na ja, die Fingergeste auf der rechten Seite können Sie getrost an die rund 60 Prozent der Wähler gerichtet sehen, die als Entscheidungshilfe für ihr Kreuzerl auf dem Stimmzettel offensichtlich entweder Modemagazine, Gratiszeitungen oder ihr Bierglasl herangezogen haben (was im Übrigen ja bereits einen gewaltigen Fortschritt erkennen lassen könnte, wenn man/frau der Überzeugung des verstorbenen Musikers Frank Zappa folgen möchte, wonach 90 Prozent der Menschen ohnehin Arschlöcher seien). Hierzu sei noch bemerkt, dass die Verpixelung der allgemein als Stinkefinger bekannten, mitunter (vor allem im angelsächsischen Sprachraum) auch als Fuck-Finger bezeichneten Schmähgeste durchaus einen praktischen Grund hat und nicht bloß einen ästhetischen. Ich komme gleich darauf zu sprechen. Für das Handzeichen auf der linken Bildhälfte wiederum hat mir eine politisch interessierte, junge Dame einen wichtigen Hinweis geliefert, aber dazu später.

Die Hand mit dem ausgestreckten Mittelfinger, eine obszöne Geste, die bereits seit der Antike bekannt ist, erfüllt in Deutschland den Tatbestand einer Beleidigung und kann strafrechtlich geahndet werden, in Österreich stellt der digitus impudicus, der „unzüchtige Finger“, wie er im alten Rom genannt wurde, eine Anstandsverletzung dar und rechtfertigt eine Bestrafung nach dem Verwaltungsrecht, in der Schweiz darf gar die Unfallversicherung ihre Leistungen an jenem Beteiligten einer Schlägerei kürzen, der durch das Zeigen des schlimmen Fingers dieselbe ausgelöst hat. Sie merken schon, ich schmökere immer noch gerne in der Wikipedia, mag diese auch regelmäßig in Verruf kommen, aber ein Abo für die Encyclopædia Britannica ist einfach nicht drin. Von ihrer historischen Entstehung ausgehend kann die Geste jedenfalls als Phallussymbol gedeutet werden, oder präziser als ‚erigierter Penis im Sinne einer sexuell konnotierten Drohung. Der kynische Philosoph Diogenes von Sinope soll sie Besuchern der Stadt Athen gezeigt haben, die den berühmten Rhetor Demosthenes sehen wollten; dazu habe er gerufen: „Da habt ihr euren athenischen Demagogen!“‘, läßt sich in der Wiki erfahren. Demgegenüber nimmt sich der sogennannte Fingerkreis geradezu harmlos aus, zumindest auf den ersten Blick. Wer Zeigefinger und Daumen zu einem Kreis formt und die restlichen Finger abspreizt, ist entweder Taucher/in und bedeutet damit, dass alles in Ordnung ist oder man/frau/kind möchte seine/ihre Begeisterung über die formidable Qualität der Cuisine, oder generelles Lob aussprechen. Allerdings gilt dies nur für gewisse Länder, wie Deutschland, die Schweiz und Österreich. In Südeuropa (vor allem Italien), Russland und Brasilien wird dies als Beleidigung aufgefasst und ist im Gegensatz zum Mittelfinger eher als anales Symbol anzusehen. Etwas überspitzt darf ich, nicht zuletzt auch im Hinblick auf die geschlagene Wahl, also zusammenfassen, dass die Mehrzahl der Österreicherinnen und Österreicher – selbstverständlich rein symbolisch gesehen – mit so manchem Fingerzeig wohl gewisse Schwierigkeiten hat, mit Arschlöchern hingegen nicht das geringste Problem. Und das ist jetzt bitte keinesfalls im Sinne einer Präferenz oder gar Diskriminierung sexueller Vorlieben zu verstehen.

Um auf die oben erwähnte Politikbeobachterin, die diesen Beitrag inspiriert hat, zurückzukommen, möchte ich auf die letztere der Handgesten noch etwas näher eingehen. Die junge Frau, ich darf sagen das Mäderl – sie ist erst fünf – hat den beschriebenen Fingerkreis in einem ganz anderen, für mich sehr überraschenden Zusammenhang verwendet. Nämlich als Größenvergleich. Diesem ist beim beiläufigen TV-Nachrichten-Schauen der spontane Ausruf „Vogel!“ ihrerseits vorausgegangen, und zwar bei einem kurzen Fernsehbeitrag über den ehemaligen Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Nun, gedankliche Assoziationsketten nehmen bei Kindern oft einen sprunghaften Verlauf und finden nicht immer Ausdruck in sogleich verständlichen Sätzen, womit ich allerdings keinesfalls generell ihre Trefflichkeit in Frage stellen möchte (ich mein‘, der ist schon ein komischer Vogel). Ich war jedenfalls verdutzt und habe mich näher erkundigt, bekam aber nur ein weiteres Rätsel eben in Form des besagten Fingerkreises zur Antwort. Hier wurde eine weitere Nachfrage meinerseits allerdings belohnt. So groß, so die künftige Jungwählerin, sei nämlich das Gehirn von Donald Trump. Damit konnte ich dann tatsächlich etwas anfangen. Und es konnte auch keine/r behaupten, das wäre jetzt über alle Maßen übertrieben, da sich bei einer Kinderhand zwar nicht gerade der Radius einer Pflaume ergibt, dieser aber immerhin deutlich größer ausfällt als beim Vermessen eines Erbsengehirns. Wir hatten dann beide jedenfalls jede Menge Spaß bei der Vorstellung, dass der etwa murmelgroße Denkapparat in dem ihn umgebenden Hohlraum umherkullert oder hin und her rollt, wie eine Mozartkugel in einer Halfpipe. Und beim Betrachten einer Trump-Rede ist mir dann aufgefallen, dass Mr. President die Handgeste in der Tat gefühlte 30 mal innerhalb einer Minute vollführt. Ich kann Ihnen nur empfehlen einmal darauf zu achten, das ist wirklich sehr unterhaltsam, wenn einer/einem mal fad ist im Schädel. Schließlich ließ sich dann auch noch die Frage nach dem Vogel zumindest allgemein klären, da dieser nach Auffassung des Mädchens bei manchen Leuten aus den Augen herausgucken würde. Und so entstand nach und nach eine politische Debatte, die ich weder initiiert noch erwartet hatte, und die für mich sehr überraschend verlief.

Ich hatte ja den leisen Verdacht, dass da bereits, von welcher Seite auch immer, politische Vorbildung geleistet worden war, aber man/frau sollte kleine Kinder nicht unterschätzen. Die haben durchaus sehr klare Vorstellungen und ihren eigenen Kopf. So war meine Gesprächspartnerin der Meinung, dass zehn Limousinen und ebensoviele Flugzeuge zu viel des Guten seien für den Präsidenten, sie sprach von Herrn Trump – ich darf einwerfen, ihr ist ein großes Interesse an Fahrzeugen aller Art eigen – und dass dem „Alexander“ (also unserem Staatsoberhaupt) nur drei „Autos mit den vielen Fenstern“ (also Strech-Limos)  zur Verfügung stünden, das sei recht und billig. Ich muss dazu sagen, sie mag den Alexander, das war schon bei der letzten Wahl so. Auch da ließ sie keinerlei Zweifel bezüglich ihrer Präferenzen aufkommen. Woher das kommt? Keine Ahnung, den Herrn Hofer mochte sie jedenfalls gar nicht, was mich damals durchaus überrascht hat, da der doch so ein freundlicher, älterer Herr ist. Ich habe jedenfalls weder den Fuhrpark des einen noch des anderen Präsidenten recherchiert, in unseren Debatte dann aber doch eingeworfen, dass mir zwei Fahrzeuge als angemessen erscheinen würden für den Alexander. Weil der ja doch immerhin der Bundespräsident sei und überdies eines davon kaputt gehen könnte, worauf wir uns dann schlussendlich einigen konnten. Was sie noch über den Alexander zu berichten hatte, war, dass der „die Macht nicht haben“ will. Da musste ich abermals darüber grübeln. Das klang sehr eigentümlich aus Kindermund, schon beinahe ein wenig ehrfürchtig. Die Macht. So als hätte Prinzessin Leia in Star Wars davon gesprochen. Ich habe dann noch etwas nachgefragt und siehe da: wieder ein Volltreffer. Gemeint hat sie, dass der seine Macht abgeben will. Tatsächlich ist Herr Van der Bellen ja dafür eingetreten, die Machtbefugnisse des Bundespräsidenten zu begrenzen. Jetzt war ich wirklich baff.

Da soll noch einmal eine/r behaupten, politische Bildung von Kindesbeinen an würde nichts bringen, ach, Sie meinen, das sei eh schon gang und gäbe. Hm, wenn ich so recht überlege, da gibt es tatsächlich schon so einiges an interessanten Programmen. Unlängst bin ich da über eine Website gestolpert, die nennt sich daskleineeinmaleins.com, bezeichnet sich selbst als ‚Wahlguide für Jungwähler‘ und liefert eine Menge politisches Basiswissen. Okay, Sie haben recht, das ist etwas für größere Kinder. Aber als vor kurzem mal das Kinderprogramm logo! Die Welt und ich. auf dem Sender KIKA gelaufen ist und die dort anlässlich des 40. Jahrestages der „Offensive 77“ einen Beitrag über die Rote Armee Fraktion (RAF) gebracht haben, da hab‘ sogar ich mit den Ohren geschlackert. Ich mein‘, das war richtig gut gemacht und recht objektiv in der Darstellung, mit einfachen und übersichtlichen Animationen, alle Achtung. Zu meiner Zeit gab es Vergleichbares jedenfalls nicht, dafür die Sendung mit der Maus und Fernsehdebatten mit Bruno Kreisky, die hatten es allerdings in sich. Politik am Familientisch wurde bei uns ab einem gewissen Zeitpunkt abgestellt, sehr zu meinem Leidwesen, die war angeblich „zu laut“. Naja, vielleicht poste ich wieder mal was zum Thema – mir kommt da über die RAF, die in meiner Kinderzeit ja noch virulent war, eine Anekdote in den Sinn, aber das würde jetzt zu weit führen.

Ach Gottchen…

Wer übrigens meint, wir hätten uns bei der Darstellung des Stinkefingers auf die künstlerische Freiheit berufen können, hat selbstverständlich recht. Noch dazu gibt es hierzu bereits eine Referenz – die künstlerische Intervention im öffentlichen Raum durch den tschechischen Künstler David Černý in Form eines riesigen Stinkefingers auf einer schwimmenden Plattform in der Moldau, gerichtet an einen Abgeordneten im tschechischen Parlament (genützt hat das offensichtlich nicht allzu viel, wenn man/frau/kind sich die bevorstehenden Wahlen in Tschechien vor Augen führt). Wie auch immer, ich finde, die Unkenntlichmachung des schlimmen Fingers macht schon Sinn, wir wollen ja hier niemanden zu einer strafbaren Handlung anstiften, nicht? Ich beschränke mich da heute lieber auf ein herzliches FUCK OFF! Kleine Randnotiz: Im Fußball scheiterte laut gestrigem ORF-Beitrag Österreichs Frauen-Nationalteam im Testspiel gegen den EM-Sieger Holland. Die Damen hatten zahlreiche Chancen, scheiterten aber an Latte und Stange.

 

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Upps, jetzt wird es kurz mal kernig · Teil 2

Allseitig vom 12.10.2017 / → Teil 1

Kleines Update: bei der freien Themenwahl in der abschließenden, sogenannten Elephantenrunde im geschätzten Volksempfänger-… Verzeihung… ORF-TV-Klassenzimmer hat sich der Kanzler leider nicht dazu durchringen können, in seiner persönlichen Preferenz dem Thema „Gleichberechtigung der Frauen in unserer Gesellschaft“ den Vorzug gegenüber „Vollbeschäftigung“ zu geben (wir sind eh alle voll beschäftigt, nur kriegen manche nix dafür, oder herzlich wenig) und Frau Lunacek, naja, das mit dem „Klimawandel“ ist schon ein Bisserl dürftig als Opener für eine mögliche Regierungsbeteiligung einer grünen Partei (dem Klima ist das nämlich ziemlich wurscht, das hat – und hatte bereits – ur viel Zeit zum Wandeln, ich hätte mir eigentlich ein profundes Flüchtlingskonzept erhofft, Klimaflüchtlinge eingeschlossen). Deswegen je einen Punkt Abzug, respektive rauskletzln aus dem Klassenbuch. Naja, ist ja nicht so schlimm. Moment, ich muss mal schnell im letzten Beitrag nachsehen… das ist jetzt je ein Pickerl für 6 Klassenvorstände von 16, ja, Sie haben richtig gehört, soviele treten heuer an (österreichweit eigentlich 10, aber mit den Landeswahlkreisen… ach, sehen Sie doch bitte selbst nach – da und dort). Da haben Sie aus meiner Sicht genug Auswahlmöglichkeiten für Ihre hoffentlich nicht allzu kurzsichtige Wahl :). Viel Spaß am Sonntag!

Ach Gottchen…

Oh, jetzt hätte ich doch beinahe die Brandrede von Herrn Strolz für den Lehrerstand vergessen, also wenn ich dem Kapitalismus noch eine Überlebenschance einräumen würde, tät‘ ich wahrscheinlich den Strolz wählen. Dann leider doch ein Punkt Abzug für den Herrn Strache im Klassenbucheintrag von letztens (sorry, ist grad‘ nicht die richtige Zeit für Romantik). Die vollständige Liste der „Reformvorhaben“ in der als Quiz-/Castingshow inszenierten Runde der Spitzenkandidaten liest sich übrigens wie folgt: Bildungsreform, Klimaschutz, Zuwanderung stoppen, Sozialsystem sichern, Vollbeschäftigung. Die Zuordnung spar‘ ich mir jetzt mal. Soziale Gerechtigkeit ist dann wohl doch nicht so ein brennendes Thema, naja, waren ja auch nur fünf eingeladen. Mit’m Düringer,der KPÖ und dem Pilz wär’s sicher lustiger geworden, und mit Frau Rosenkranz erst, uiuiui, :D.

 

Upps, jetzt wird es kurz mal kernig

Allseitig vom 10.10.2017 / → Teil 2

Wahlkampf – Wahl-Kampf – endlich! Yeah! Keine weichgespülten Wattewölkchen mehr. Endlich gibt’s mal ordentlich was auf die Fresse – verbal, versteht sich – woom! Voller Einsatz. Endlich – wenigstens ab und an mal – Klartext. Sachthemen, da schau her. Pass ja auf, was du sagst, Oida! Verzapf Scheiße und du kriegst die volle Ladung retour (oder sonst halt vom Düringer eine LKW-Ladung voll vor’s Parlament). Politik als Boxkampf. Endlich harte Bandagen! Bussi Herrn Silberstein oder wem auch immer für den medialen Schubser.

Da mag man/frau/kind mich jetzt für komplett deppert erklären, und, ich verstehe schon: Das hätte auch in die Hose gehen können, aber so, wie es jetzt ausschaut, hätte gar nichts Besseres passieren können – da kommt doch tatsächlich was ins Rollen im (aal-)glattrasierten Politgelände. Mögen die Journalisten aus Deutschland ruhig die Nase rümpfen und voll Unverständnis den Kopf schütteln. Was soll’s? Das ist Österreich. Das ist so bei uns. Da gibt es keine Grenze des guten Geschmacks. Lasst euch doch nicht vom Klischee der ewig charmanten, linkisch höflichen und lieb grantelnden, gemütlichen Sachertoten- und Apfelstrudel-Ösis täuschen. Wenn sich eine Auseinandersetzung in den Medien so abbilden würde wie zwischen Frau Merkel und Herrn Seehofer, dann dächten wir wohl, da stümmte etwas nicht. Haben die etwa ein Problem, geht’s denen nicht gut, sind die vielleicht krank? Das funktioniert hier nicht. Wir sind von mir aus eitel, falsch, bösartig, hinterfotzig, zeitweise voll daneben, cholerisch, intrigant, blasiert, untergriffig, wehleidig und wer weiß, was sonst noch alles, manchmal sind wir auch überaus geist- und erfindungsreich, phantasievoll bis zur Verblödung, messerscharf berechnend, rücksichtslos uns selbst und anderen gegenüber, trickreich und… na gut… und zwischendurch meinetwegen auch charmant, linkisch, höflich, grantig, gemütlich und lieb. Meistens aber deppert. Und pervers sowieso. Auf gar keinen Fall aber sind wir besonders leise dabei, oder gar diskret. Und wenn doch, dann besteht echt Grund zur Sorge. Das ist Österreich. Manno! Nicht umsonst ist das hier die Wiege der Psychoanalyse. Wir machen das so geschickt, dass uns das sogar noch als leiwand durchgeht, dafür haben wir den Elmayerischen. Das raffst du gar nicht. Wenn’s hier abgeht, dann richtig.

Mich beschleicht allerdings die Befürchtung, dass das nicht lange so bleiben wird, deswegen gibt’s heute… na, auf alle Fälle mal ein Schwammerl für Herrn Pilz. Ein dickes. Ins Klassenbuch. Warum? Na, einfach so, weil der sich das ohnehin schon längst verdient hat; egal ob für die verbale Doppelwatschen (in einem Aufwaschen quasi) für Herrn Erdogan und Herrn Sobotka (verzeihen Sie bitte meine kryptische Ausdrucksweise, wenn Sie Näheres erfahren wollen: Puls 4 Sommergespräch vom 31.07.2017); ob für den Eurofighter-U-Ausschuss, der jetzt bereits europaweite Wellen zu schlagen scheint (siehe Airbus-Klage); für seine Plakat-Verweigerung; dafür, dass er die absolut coolsten uncoolen Klamotten (abgesehen vielleicht von Jason Williamson und Andrew Fearn) trägt; seinen eigenen Schädl hat (anstatt eines kollektiven Resthirns, manche sagen dazu auch Facebook-Account); im Parlament durch’s Fenster eingestiegen ist; als Einziger zu verstehen scheint, was soziale und ethnische Durchmischung in einer Gesellschaft bedeutet oder einfach dafür, dass er ein cooler Hund ist.

Und ein Sternchen, ein großes, für die KPÖ Plus. Sorry, aber ihr kriegt mich nicht dazu, hier ein Kreuzerl (und sei’s ein rotes) zu tippen, Religion ist und bleibt auch oder gerade im 21. Jahrhundert noch immer Opium für das Volk (oder mittlerweile Methamphetamin?). Egal, ein großes Sternderl jedenfalls dafür, dass ihr in der Sonderausgabe der Volksstimme Plus zur Nationalratswahl einen ganzseitigen Cartoon von der Steffi, also der Frau Sargnagel, abgedruckt habt.

Und noch ein kleines grünes Mikrofon (jawoll, sowas gibt’s, es gibt nahezu alles als Pickerl) für Frau Lunacek, die erstens die schwere Bürde auf sich genommen hat, als Spitzenkandidatin für diese Oaschpartie – Pardon, kleiner Anfall von Tourette – also für diese hoffnungslos verbürgerlichte, ehemals (vermeintlich?) große Hoffnung anzutreten (die im Übrigen ohne die katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels wohl kaum noch existieren würde, hm, so kann man/frau auch schnell mal zu einer Angstpartei werden… ach so, ich vergaß: Jetzt kommt ja bald der große Reibach mit den Umwelttechnologien), und es zweitens geschafft hat, nach anfänglichen Schwierigkeiten von einer in vorsichtig braver Defensivpose verharrenden Harmlosen zu einer überaus angriffigen und dennoch immer charmanten (wie macht die das bloß?) Fernsehdiskutantin und Wahlkämpferin aufzublühen. Naja, wahrscheinlich braucht es eine gewisse Eingewöhnungsphase, bis frau sich vom – ich nehme jetzt mal an – halbwegs gepflegten Umgangston im EU-Parlament auf die doch etwas handfestere Diktion der österreichischen Politbühne umzustellen weiß. Ohne Taferl is nimma (ich würde ja gleich ein Tablet verwenden, da ist man flexibler). Oder vielleicht macht’s ja auch Spaß mal wieder auf’m Acker zu tanzen statt auf dem internationalen Parkett. Was weiß ein Fremder?

Hm, nojo, dann kömma das Klassenbuch ja wieder zuschlagen für heut‘. Ah, angenehm. Stille. Nur das gleichförmige Lüftergeräusch vom alten PC. Ist lustig Oberlehrer zu spielen, das wollt‘ ich schon immer einmal. Rache für die Unbill aus längst vergangenen Schultagen…

Jessas, jetzt hätt‘ ich doch beinahe den roten Punkt vergessen, schnell noch einkleben, na machen wir gleich zwei draus. Für wen? Na, hören Sie mal! Haben Sie seit Bruno Kreisky auch nur einmal so eine Performance im Ring erlebt, wie vom Herrn Kern? Ich mein‘, voll ran an den Gegner, ein gezielter Punch nach dem anderen, und nicht zimperlich. Und Nehmerqualitäten hat der, das ist kein Schas. Gerade noch hängt er in den Seilen und drei Sekunden später teilt der voll aus. Und das Bemerkenswerte daran: man/frau/kind mag mich da ruhig einen Esoteriker schimpfen – das sind echte Emotionen, und die finden auch Ausdruck. Mir scheint fast, der ist ein echter Fighter. Ich weiß nicht recht, um ehrlich zu sein, hatte ich da von Anfang an so ein Gefühl bei ihm, ein fast schon ein Bisserl ungutes, das der’s irgendwie, ich zögere das zu sagen, ehrlich meint. So was wagt man einfach nicht mehr ernsthaft in Betracht zu ziehen. Und ich getraue mich das eigentlich erst auszusprechen seit seinem Auftritt mit Herrn Niavarani im Odeon-Theater, oder präziser verortet im Gfriesbiachl, vulgo Facebook (wahrscheinlich hat der irgendwie so eine väterlich freudsche Wirkung auf mich, der Herr N., mit seinem schönen weißen Bart ;).

Bitte mich jetzt nicht falsch zu verstehen, natürlich lügt der Herr Kern. Die anderen drei von mir kindischerweise mit fiktiven Klassenbuch-Stickern bedachten Kandidatinnen und Kandidaten lügen auch. Die Kandidat=inn=en der anderen Parteien lügen selbstverständlich auch. Alle Politiker=inn=en lügen. Menschen lügen andauernd. Sie nicht? Wir lügen laut (allerdings umstrittener) Fachmeinung etwa 200 Mal am Tag. Ah, das wussten Sie schon. Sie meinten etwas anderes. Dass der Herr Kern zum Establishment gehört und das Klassenkämpferische nur Fake ist.

Was das Establishment betrifft: na, sicher, was sonst? Wie soll jemand aus einer etablierten Partei denn nicht zum Establishment gehören? Die Kandidaten der Großparteien gehören doch alle dem Establishment an, sonst hätten diese Parteien sich wohl schwerlich etablieren können, oder? Und die kleineren genauso, sonst könnten Sie die jetzt wohl kaum wählen, ich mein‘, Hallo! Wie wollen Sie denn eine Partei gründen oder auch nur einen Kleingartenverein ohne konstituierende Sitzung?

Aber die andere Geschichte, mit der Glaubwürdigkeit seines politischen Backgrounds, hm, mir fällt auf, dass der Herr K., also der mit dem ‚ern‘ dahinter, nicht mit den ‚urz‘, dass der in den Diskussionen um jedes Argument ringt, oder besser gesagt darum, dass seine Argumente durchkommen, vor allem auch beim Zuseher. Der ist ständig um Klärung seiner Programmatik bemüht, hängt sich da mitunter richtig rein, unterfüttert das mit Zahlen, die noch dazu meistens stimmen, versucht eine schlüssige Argumentation aufzubauen und, was mir neuerdings auffällt, er versucht auch nicht zwanghaft Sympathie zu heischen wie eine Grinsekatze – deswegen der extra Punkt. Sicher, der täuschelt auch manchmal an, gelegentliche Tiefschläge sind in der Politik – im Unterschied zum Boxen – durchaus erlaubt. Politik ist dreckig – um’s mal so zu formulieren und von den ständigen Anglizismen wegzukommen – das war sie, nicht zuletzt im Wahlkampf, immer. Boah! Ma! Oag!

Also ich hab‘ da kein Problem damit, das ist mir allemal lieber als dieses sauber geheuchelte Konsensgefasel und dieses zimperliche, scheißfreundliche Getue von dem anderen Herrn K., dem Mitläufer – wie war doch nochmal der Name, K… K… Herr Karl? Aber hatte der nicht einen Schnauzbart? Und war der nicht viel älter? Nein der kann’s nicht gewesen sein, Karl… Karl… Karl-Heinz…? Verflixtes Kurzzeitgedächtnis…

Das spielt wohl ohnehin keine Rolle jetzt. Also ich mag ja an akkustischen Halluzinationen leiden, aber ich höre da immer laut und deutlich: Wir müssen jetzt endlich alle gemeinsam, konstruktiv und nachdem wir uns die Zähne gebleicht und ordentlich Kreide geschluckt haben, vernünftig handeln und das machen wir am besten, indem wir alle unsere ungelösten Probleme (die WIR garantiert nicht lösen werden) auf monetär benachteiligte oder sonstige Randgruppen abwälzen, das ist realistisch und machbar. Wie machen wir das? Nun, Randgruppen sind heute weltweit der am schnellsten wachsende Markt, da kann keiner mehr allen Ernstes behaupten, wir hätten keine Gegenfinanzierung. Warum machen wir das so? Weil die armen Würschtln sich wohl kaum aufmucken trauen oder einen Rechtsbeistand, geschweige denn einen Lobbyisten leisten können (jetzt lieb lächeln). Wenn’s doch einmal zu laut wird, dann schmeißen wir die einfach raus oder denen halt ein paar wertlose Bröckerl hin (und Sie können die Skala jetzt ohne weiteres vom einzelnen Bürger auf ganze Staaten ausdehnen, Anm.). So erhalten wir dauerhaft unseren sozialen Frieden in der Europäischen Union.

Mich beschäftigt ja eigentlich weit weniger die Frage, warum die Leute Kurz, Strache (und vielleicht letztendlich auch Strolz) wählen wollen, sondern wozu. Was mich jetzt auf die heurigen Wahlplakate bringt. Die durchwegs inhaltsleeren Slogans interessieren mich dabei weniger, die wären ja, falls meine obige Annahme, was die wahren Absichten der neuen und alten Saubermänner betrifft, auch nur ansatzweise zutreffen, ohnehin bedeutungslos. Vielmehr weckt, man möge mir diese Neigung nachsehen, wieder einmal die Ikonographie dieser Werke des grafischen Fachs mein Interesse.

Ein wichtiger Hinweis kam dabei fast beiläufig von Herrn Matznetter, der nach dem Zoff um die ach so bösen Facebook-Seiten in der Phase der medialen Eskalation urplötzlich als Mann für’s Grobe aufgetreten ist, um die als heftig zu erwartenden, ersten Schläge gegen die Partei einzustecken (nicht ohne seinerseits ziemlich vehement Gegenwehr zu leisten). Herr M. hatte bei bei dieser Gelegenheit (einem Fernsehauftritt) auch einen Vorwurf zu parieren, der den angeblichen Vergleich von Sebastian Kurz mit Adolf Hitler auf einer Facebook-Seite betraf. Nach seiner anfänglich irrtümlichen Annahme, bei der gezeigten Tafel, die Herrn K. und Herrn H. nebeneinander abbildete, handle es sich um eine Fälschung der Anschuldigerin (Frau Köstinger), räumte Herr M. (nicht ohne sich geradezu überschwänglich für seinen Irrtum zu entschuldigen) schließlich ein, dass der Bildinhalt zwar authentisch sei, bei diesem jedoch der Text fehle. Dieser sei insofern entscheidend, als auf dem Facebook-Posting nicht Kurz mit Hitler sondern die Art der Darstellung mit jener in propagandistischen Bildwerken der Nationalsozialisten verglichen worden sei. Ich habe das kurz nachrecherchiert – der Facebook-Beitrag war zwar etwas patschert, aber es verhielt sich tatsächlich so, dass es hier um die Übereinstimmung in der Darstellung ging, nicht um eine Gleichsetzung der Personen. Und… hm… aus kreativer Sicht muss ich dem Gestalter der FB-Post wohl oder übel Recht geben. Was mich jetzt endlich auf meine Frage zurückführt. Wozu Kurz wählen?

Ok, ich versuchs kurz: Die betreffenden ÖVP-Plakate ähneln einander sehr stark und sind recht simpel und im Grunde alle gleich aufgebaut. Herr Kurz wird, was den Ausschnitt betrifft, als Brustbild abgelichtet, den Blick stets in eine ungewisse Ferne gerichtet, eine Portraitbüste also. Der Blick in die Ferne wird auch dann beibehalten, wenn sich (wie auf einem anderen Plakat) eine zweite Person in unmittelbarer Nähe mit ihm im Bild befindet (da schaut er dann einfach an jener vorbei). Innerhalb des Formats wird der Dargestellte stets deutlich in der rechten Bildhälfte positioniert, bei dem prominentesten Sujet sogar sehr nahe am rechten Bildrand, man könnte auch sagen rechts außen. Von der linken Seite her ragt in allen Variationen des Werbemittels stets ein eisblauer Pfeil ins Bild, der nach rechts zeigt, die gesamte Höhe des Plakats einnimmt, jedoch unten stark angeschnitten ist, sodass man ihn nicht sogleich als Pfeil erkennt. Die Richtung des Pfeiles wird dann in der zugehörigen Fernsehwerbung gleicher Machart noch verstärkt, indem sich dieser mittels einer schlichten Animation tatsächlich von links ins Bild kommend nach rechts bewegt. Im Bildvordergrund finden sich sehr kurze Schlagworte in großer weißer Groteskschrift (darüber dann noch, relativ klein gedruckt, der Name seiner Liste). Der Hintergrund ist jeweils mehr oder weniger unscharf bzw. diffus gehalten und vermittelt Modernität.

O.K., that’s it – more or less. Was die Parallen zu den alten Hitler-Bildern betrifft, die dramatische Ausleuchtung, die Kopfhaltung, der Blick ins Leere… nun ja, man/frau/kind könnte da wohl von einem perfect match, einer perfekten Übereinstimmung sprechen. Oder, vielleicht noch treffender, von einem perfekten Update. Auf einem der Fotos erzeugt das steil von oben einfallende Licht einen dunklen Schlagschatten unter der Nase, sodass, ob gewollt oder nicht, sogar die Form des für Hitler typischen Zweifingerbarts angedeutet wird. Wie pathetisch! Der Schatten der Geschichte fällt auf des Antlitz des Auserwählten. Was die beabsichtigte Bildwirkung betrifft, soll offenbar, wie auch bei den zahlreichen Vorläufern dieser Art von Sujets, die Überlegenheit der dargestellten Person suggeriert werden. Dies geschieht sehr einfach: Durch den festen Blick in eine nicht näher definierte Ferne, oder im übertragenen Sinn, eine ungewisse Zukunft, die dem Betrachter des Bildes allerdings vorenthalten bleibt, entsteht der Eindruck, der Dargestellte sei sich eben dieser, unserer aller Zukunft, als einziger gewahr. Der Kamerawinkel von leicht unterhalb tut dann noch das Seinige zur Erhöhung des Helden. Oder mit Falcos Worten kurz auf den Punkt gebracht: „…Er hat die Kraft und wir san klan und dumm | und dieser Frust macht uns stumm…“.

Das ist auch schon der ganze Zauber. Machen Sie doch mit ihren Kindern ähnlich heroische Fotos, sie können auch Kostüme verwenden oder ein Spielzeugschwert oder lustige Bärte aufmalen, Posen erfinden, was auch immer. Erleben Sie gemeinsam mit Ihren Kleinen die wundersame Verwandlung im Bilde und dann… naja… lachen Sie sich vermutlich eh alle schief angesichts der Ergebnisse! Ich bin mir ja nicht sicher, ob dieses lehrreiche und unterhaltsame Experiment Ihren Lieben gefallen könnte, aber falls Sie tatsächlich dieser Anregung folgen, posten Sie die Bilder um Himmels Willen nicht im Internet, heutzutage glaubt doch jeder gleich, Sie wollen mit einem so posierenden Pimpf gleich eine neue Hitlerjugend aufbauen und Sie werden womöglich der Wiederbetätigung bezichtigt, und überhaupt, Kriegsspielzeug. Pfui!

Also nochmals zurück zu meiner Frage. Wozu sollten Sie Kurz wählen, um einmal so zu fragen? Keine Ahnung. Vielleicht ist Ihnen alles noch nicht rechts genug? Vielleicht reicht es Ihnen nicht, bevor wir nicht alle so richtig tief in der Scheiße stecken, es ist Zeit für Neues, hm? Ich sag’s gleich: Sehr viel weiter rechts geht es sich nicht mehr aus, sonst fällt der Herr Kurz aus dem Bild.

Nebenbei bemerkt hat der Herr Strache das Motiv aus den beschriebenen Wahlplakaten gleich bereitwillig übernommen, respektive seine Werbeleute (oder war’s umgekehrt?), und blickt jetzt neuerdings auch in die Ferne, bei ihm schaut das sogar ein wenig freundlicher aus, allerdings ist er deutlich in die Mitte gerückt. Wer hätte das noch vor einem Jahr wohl erwartet?

Jetzt hab ich gar nichts über den Herrn Strolz gesagt, hm, da fällt mir nie wirklich was ein, für mich ist der einfach ein würdiger Nachfolger für den Lugner, den von der Lugner-City. Es war wirklich noch nie keine Gaudi mit ihm, also mit dem Strolz. Der hat auch das mit dem Blick ganz anders gelöst, viel moderner und lustiger. Einfach eine Schrift darüber drucken, dann sieht man/frau/kind auch nicht, wo die auf dem Plakat eigentlich hinschauen, und überhaupt ist dann gleich das ganze Gesicht verschwunden… SAPPERLOT… ich glaub‘, die haben das von mir geklaut, und… HERRSCHAFTSSEITEN… jetzt muss ich auch noch ein Pickerl springen lassen. Da komm‘ ich nicht drum herum. „Wer in Politik, Staat, Kirche, Wirtschaft, Militär, Parteien, soz. Organisationen keine Gaudi sieht, hat mit uns nichts zu tun.“ Das ist jetzt bitte nicht vom Herrn S., sondern von der Gruppe SPUR, aus deren Januar-Manifest von 1961. Da sag‘ ich jetzt nichts weiter dazu, das würde hier zu weit führen, wenn Sie’s wirklich interessiert, einfach startpagen. Na gut, dann spendier‘ ich also einen rosa Klecks für’s Klassenbuch. Und weil’s eh schon wurscht is‘, kriegt der Herr Strache ein blaues Blümchen, dafür, dass er bei einem Fernsehauftritt der Frau Milborn einen fetten Blumenstrauß überreicht hat. Für den guten Willen. So, jetzt hamma aber alle, oder?

Früher, so als Kind, wurde ich ja ab und zu gemaßregelt, wenn’s um etwas Ernstes ging: ‚Schau mich doch gefälligst an, wenn ich mit dir spreche!‘ Ich fand das mitunter ein wenig unangenehm, wohl wegen der schroffen Anrede. Aber das hat schon etwas für sich, rein vertrauenstechnisch gesehen, oder richten Sie gerne ihre Stimme an jemanden, oder geben diese gar an jemanden ab, dessen Blick Ihnen signalisiert, dass Sie gerade abgemeldet sind. Ich meine, wenn es wirklich um etwas geht?

Taktisches Wählen, dass ja oftmals als verpönt gilt, geht übrigens auch anders. Da gibt es die lustigsten Möglichkeiten. Sie könnten zum Beispiel alle Kandidaten oder Parteien auf eine Liste schreiben und jene streichen, die Sie sicher nicht wählen wollen. Das schafft Überblick. Und aus den verbliebenen wählen Sie dann aus. Und falls Sie bis zum Sonntag immer noch unsicher sind, dann lassen Sie doch einfach die Würfel unter den restlichen entscheiden. Dann kann’s doch nicht völlig verkehrt sein. Oder eine andere Variante: Sie wollen partout nicht, dass es jener oder jene wird. Na, streichen Sie doch die unerwünschte Möglichkeit einfach und treffen Sie ihre Wahl unter den restlichen. Auch hier gilt: Die für Sie richtige Richtung zählt, also im (Ver-)Zweifelsfall: Würfel. Oder Kreisel oder Auszählreim or whatever. Und das oft kolportierte taktische Wählen zum Verhindern gewisser Koalitionen – aber geh, ich weiß nicht recht, wie soll das gehen? Woher sollen wir denn wissen, wer mit wem am Ende wirklich packelt? Echt jetzt.

Ach Gottchen…

Ui, jetzt hab‘ ich doch nur sieben Aufkleber verteilt (für die immerhin 16 antretenden Listen). Ja, das Leben ist halt ungerecht, das war schon in meiner Schulzeit so, da kann man/frau/kind nichts machen. Alles Willkür in der Schule und einige fallen durch den Rost, aus denen wird dann später im Leben nichts Gescheites.

Apropos Rost und Durchfallen – was tatsächlich kein Thema im Wahlkampf zu sein scheint, ist die Situation der Künstler, Pardon, Kulturschaffenden in Österreich. Ja, kein Scheiß. Die einzige Partie, die sich erbarmt hat, war das Team vom Kulturmontag. Mit einem Mini-Beitrag und ein paar Fragen an die Spitzenkandidaten wie: „Welche Aufgabe hat die Kultur in der Gesellschaft?“ und „Was sind die am dringendsten notwendigen Maßnahmen in der Kulturpolitik?“ Da muß wohl ein jeder und eine jede zugeben, dass es da trotz einiger starker (Lippen?-)Bekenntnisse und origineller Sager schon recht dünnflüssig bis gasförmig abgegangen ist, was den Gehalt der Wortmeldungen betrifft, trotz Vorbereitungsmöglichkeit und Aufzeichnung. Aber hey! Was würde unsereins wohl für eine Aussage zur Finanzpolitik machen können (außer vielleicht, dass Kunstwerke ohne Zahl im Milliardenwert als Wertanlage in Quasi-Offshore-Depots vergammeln, klimatisiert selbstverständlich und vor dem Zugriff des Fiskus geschützt – und vergammeln versteht sich hier im Sinne von: Das Zeug bekommt ihr im Leben nicht mehr zu sehen). Immerhin sind die Themen Urheberrechte und prekäre Beschäftigungsverhältnisse vorgekommen (die Frau Lunacek kriegt dafür jetzt doch noch einen zweiten Aufkleber). Wow, solche Nebensächlichkeiten haben es in nur 30 Jahren ins Mainstream-Kulturfernsehen geschafft! Aber diese Fragen… also wirklich… „Welche Aufgabe hat die Kultur in der Gesellschaft?“, das ist schon ein Bissl gemein, ehrlich wahr. Was soll man/frau denn da antworten bei so großen Fragen? Und wieso immer Kultur? Getraut sich das echte K-Wort schon keiner mehr auszusprechen? Sagt’s es doch einfach! Alles klar, das ist zu arg, ich mach das jetzt für euch und buchstabier‘ das sogar. Sagen wir einfach, es ist ein Haiku:

K-U-N-S-T  K-Ü-R  Z-E-N

Na, war ja gar nicht so schwer, und da kommt Zen darin vor, geil, Om… Om… Om… und keine Angst, wir sind das gewohnt, seit Jahrzehnten. Wie eh fast alle. Ist aber auch echt schwierig mit der Kunst (ich glaub‘, darum ist die auch so schlecht bezahlt). Wo doch sogar der Picasso auf die Frage, was Kunst denn sei, völlige Ahnungslosigkeit, naja, zumindest vorgeschützt hat. Beteuert hat er jedenfalls auch, er würde die Antwort keinesfalls verraten, wenn er sie denn wüßte (so ist’s jedenfalls überliefert). Mir fällt da auch nichts G’scheites ein, außer vielleicht das großartige, zutiefst deprimierende und nicht gerade gehypte Buch von Markus Metz und Georg Seeßlen ‚Geld frisst Kunst | Kunst frisst Geld‘, schwierig da was Spaßiges heraus zu zitieren, außer vielleicht: „Wenn sich zwei Künstler treffen, reden sie über Geld. Wenn sich zwei Banker treffen, reden sie über Kunst.“ Das war jetzt wahrscheinlich einerseits falsch (herum) zitiert und außerdem stammt es ohnehin nicht von Metz/Seeßlen, sondern ursprünglich von Oskar Wilde. Das ist halt schon verdammt alt… nein, nein… ich erdreiste mich jetzt nicht dazu Herrn Wildes Genie… keinesfalls… schreiben Sie mal eine Pointe, die in über hundert Jahren immer noch zieht… ich wollte doch nur andeuten, dass das wohl nicht mehr so amüsant klänge, wenn heute jemand Derartiges schriebe.

Ah ja – eh ich’s vergesse – raten Sie mal, wer trotz mehrfacher Anfrage nicht bereit war zum Kulturmontag-Gespräch zu kommen. Ah, Sie haben’s schon erraten. Naja, ich kann das schon nachvollziehen, Bissl fade Sendung – ich fand ja Kulturzeit immer ziemlich fein – außerdem: viel zu viele Termine im Kanzler-Wahlkampf, das müssen Sie schon verstehen. Ist eigentlich irgendjemandem schon einmal die Idee gekommen, daß der vielleicht doch zu jung sein könnte für den Job? Egal, von mir gibt’s jedenfalls heute keinen türkisen Eisprinzessinnen-Aufkleber, den heb‘ ich mir für unartige Kinder auf.

 

ECKHART FOR PRESIDENT – bloß nicht!

21st Century Man vom 24.09.2017

Wenn Sie sich angesichts des durchaus vorhersehbaren aber nichtsdestotrotz zermürbenden Wahlergebnisses im Nachbarland nicht mit den (immerhin) achteinhalb Prozent Verlust der CDU über die desaströsen 13 Prozent der AfD hinwegtrösten können, Sie es wie ich verabsäumt haben sich mit ausreichenden Mengen Alkoholika einzudecken und Sie jetzt gezwungen sind die peinliche Realität nüchtern zu ertragen, dann kann ich Ihnen zur Stimmungsaufhellung nur mehr das Folgende empfehlen: Gehen Sie in ein Videoportal, diesmal darf’s auch ruhig das dröge YouTube sein, geben sie im Suchfeld ‚Lisa Eckhart‘ ein und unterziehen Sie sich der besten Gehirnwäsche, die Sie derzeit bekommen können. Und es spielt kaum eine Rolle, welches der im Internet vorrätigen Kabarettprogramme des, wie ich beinahe zu formulieren geneigt bin, Dr. Strangelove – oder besser – Dr. Faustus des Poetry-Slam Sie auswählen, die sind alle grandios. Mir wäre letzte Woche bei ‚Die beste aller Welten‘ fast das Rotweinglasl aus der Hand gerutscht, ich darf zu meiner Verteidigung aber sagen, dass mich die Wucht dieser Wortgewalt als notorisch schlecht Informierten völlig unvorbereitet getroffen hat. Falls Sie allerdings zu den wirklich Hartgesottenen gehören oder das Glück haben unter der Abwasch vielleicht noch ein Flascherl Obstler vorrätig zu haben, dann sparen Sie die oben genannte Option besser für die Hochrechnungen am 15. Oktober auf!

Ach Gottchen…

Uff! In genau drei Monaten ist schon wieder Weihnachten, obwohl: Mir kann ja jetzt nichts mehr passieren, ich lass‘ einfach Frau Eckharts ‚Die Geburt des Christkinds‘ in der Endlosschleife laufen und häng‘ mir einen ordentlichen Messweinfetzen um.

 

Filmkritik zu Jim Jarmushs Gimme Danger

Blitzverriss vom 15.05.2017

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Gimme Danger (2016), Buch & Regie: Jim Jarmush

Der Film war net so b’sunders, aber die Titelschriften waren echt super!

Ach Gottchen…

Obwohl: Wer die STOOGES-Story noch nicht kennt oder – so wie ich – nur teilweise, der/dem sei dieser Streifen wärmstens ans Herz gelegt. Mag schon sein, dass das Dokumentarfilmfach nicht des von mir unbedingt und bedingungslos hochverehrten und über alle Maßen geschätzen Herrn Jarmushs Sache ist – wobei das noch dazu, glaube ich, seine erste Doku ist, kann mich zumindest an keine andere erinnern und mich freut’s jetzt nicht nachschauen – und das Ganze zusammengefaked, -geschnipselt und -gepickt ist, was das Zeug hält, trotzdem… alleine schon wegen der Geschichte mit den Eltern vom Herrn Osterberg und der Sache mit dem Wohnwagen und dem Schlagzeug… also wer so viel Liebe abbekommen hat, der entwickelt einfach einen gepflegten Pascher, aus dem muss einfach was G’scheites werden. Ein gelungener Mensch halt. Und überhaupt würde ich das eher als Fanzine im Filmformat bezeichnen. So, mehr verrate ich jetzt aber auf gar keinen Fall. Auf alle Fälle ins Kino gehen oder DVD kaufen oder Bluray oder Download oder was auch immer, viel Spaß!

 

Verspätete Osterh@serl · Teil 2

21st Century Man vom 08.05.2017 / → Teil 1

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Bliebe nun noch die Sache mit dem alten Palmers-Plakat, das mit den Strümpfen. Wie bereits angesprochen, das sieht grundsätzlich sehr ähnlich aus, aber eben nur grundsätzlich. Es zeigt ebenfalls junge Frauen auf dem Bauch liegend, allerdings fünf und ein wenig ältere als ihre upgedateten Kolleginnen (was die Reaktionen auf die neue Version betrifft, habe ich übrigens den Sager von Nina Horacek, Journalistin beim Falter, am lustigsten gefunden, die das neue Sujet als „verhungerten Kindergeburtstag“ bezeichnet hat) und um einiges entspannter. Sie liegen auf einer undefinierbaren, weißen, seidenen Unterlage, wie auf einem großen Bett, ein paar Kissen sind auch mit im Bild. Die Kameraposition ist anders, etwas weniger von oben herab. Alles ist sehr sorgfältig durchkomponiert und wirkt trotzdem wie ein zwangloser Plausch unter Freundinnen. Die Modelle unterscheiden sich voneinander in ihren Posen und Hautfarben oder Skintones, wie der/die Werbefachmann/-frau das wohl bezeichnet, sie liegen nicht da wie in eine Sardinenbüchse geschlichtet, da ist alles schön variiert, nicht ohne eine gewisse formale Strenge – professionelle Werbefotografie halt. Und sie sind dabei ziemlich nackt, sie tragen, von einer Ausnahme abgesehen, ausschließlich dünne Nylonstrümpfe und -strumpfhosen und darunter… gar nichts. Das wirkt schon recht pikant, wenn Sie mich fragen, allerdings ohne dass da der Jugendschutz einschreiten müsste, dazu ist das Ganze einfach viel zu geschickt gemacht und auch zu nett. Und der kulinarische Vergleich kommt mir nicht ungelegen, einen solchen hat auch der seinerzeit mit der Kampagne betraute Kreativ-Direktor Christian Satek gebracht, indem er in einem Interview mit der FAZ meinte, die Frauen auf dem Foto lägen da „wie Schokoladefinger zum Auswählen“ oder „running Sushi auf dem Laufband“ und eingeräumt hat, das Werbesujet sei „heftig angreifbar“. Damals gab es jedenfalls auch Gegenwehr von feministischer Seite, das gehört sich auch so, wie ich finde. Und doch hat es das Foto geschafft im Jahr 2002 sogar bis in die bürgerliche Hochkultur vorzudringen – als Bühnenbild für eine Don Giovanni-Aufführung – wie passend.

Okay, jetzt sollte ich wahrscheinlich irgendeine politisch korrekte oder besonders unkorrekte Konklusion abliefern, Stellung beziehen. Um ehrlich zu sein, mir ist das zu hoch. Das liebe Wiki definiert Reizwäsche oder Dessous als Kleidungsstücke ‚…die dazu dienen können, den Geschlechtspartner sexuell zu erregen oder auch die eigene Eitelkeit zu befriedigen…‘ und, was ich besonders interessant finde, geschichtlich betrachtet fänden sich laut Wikipedia im 19. Jahrhundert erste Ansätze für diese Kultur (das kennt man/frau vielleicht noch von den Korsagen beziehungsweise deren Weiterentwicklungen). Inzwischen sind wir da schon moderner, jetzt gibt es das auch zum darüber tragen, das nennt sich dann Dessous-dessus, überhaupt ist der Variantenreichtum schier unendlich, das geht von alltagstauglichen Dessous über Fetisch-Kleidung bis zu Reizwäsche für Herren, essbarer Unterwäsche und so fort – soweit mal meine Kurzfassung des Wiki-Beitrags. Na, jedenfalls ist das Ganze in der Regel ziemlich aufwendig in der Herstellung – von String-Tangas mal abgesehen – und muss dann halt anständig beworben werden, damit wir das entsprechend zu würdigen wissen, der Spaß kostet ja auch eine Kleinigkeit.

Was mir jedenfalls auffällt, um nochmals auf die Osterhöschen-Affäre zurückzukommen, die Auslagen und Werbungen beim Palmers, ich weiß nicht recht, mir kommt das in den letzten Jahren so züchtig vor, beinahe schon ein Bisserl fad (obwohl, züchtig macht süchtig ;). Und warum macht’s nicht wieder einmal was mit Herren, der Adonis mit den weißen Socken war doch eigentlich recht originell und charmant, war ich mir einmal mit einer lieben Freundin einig. Da ist halt das entsprechende Feingefühl entscheidend, denk‘ ich, viele Männer sind da oft ein wenig g’schamiger (was aufgrund der Anatomie naturgemäß ziemlich naheliegend ist: Wessen primäre Geschlechtsmerkmale außen herum baumeln, den verlangt es halt vielleicht eher nach ein Bissl mehr Schutz). Und die Dicken werden versteckt, eh klar, na so werdet’s keine neuen Märkte erschließen, von LSBTTIQ-Aspekten erst mal gar nicht zu sprechen. Mir ist schon klar, Verführung und Erotik sind hochgradig subjektiv, da sind halt eine Menge sehr persönlicher Vorlieben mit im Spiel, warum auch nicht? Aber könnte es nicht sein, dass Palmers da zu Ostern mal etwas Neues ausprobieren wollte, so in Richtung Social-Media-Scandalism oder was sie sich eben darunter vorstellen? Da geht halt schnell auch mal eben was in die Hose bei solchen Experimenten. In der neoliberalen Konsumgesellschaft postfaktischer Ausprägung muss daraus ja nicht gleich ein wirtschaftlicher Nachteil erwachsen, was gibt es Besseres als Negativschlagzeilen, oder? Und das kostet dann auch weniger als diese unendlich aufwendigen Hochglanzproduktionen, wo sich ganze Teams von Modefachleuten, Konzepter!inn!en, Fotograf!inn!en, Texter!inn!en, Casting-Agents, Visagist!inn!en, Austatter!inn!en, Art- und Kreativ-Direktor!inn!en und wer weiß noch aller reinknien um etwas Hübsches zu zaubern. So ginge dann allerdings über kurz oder lang wieder mal eine Industrie flöten, wär‘ doch auch schade drum.

Wobei ich mich dann doch immer wieder frage, wie das mit dem Feminismus klappen soll unter kapitalistischen Vorzeichen. Ist das nicht ein Wiederspruch in sich? Bleibt da nicht jedes noch so mutige Vorpreschen in männlich dominierte Gesellschaftsbereiche auf der Strecke, wenn, sofern frau etwas auf sich hält, schon unter normalen Verhältnissen für eine richtig gute Garderobe – also unter Verzicht auf schicke aber ethisch nicht vertretbare Billigklamotten aus Nah- und Fernost – das Monatsbudget einer Kleinfamilie drauf geht, und die wird dann auch noch von der Leistungsgesellschaft vorgegeben, ich mein‘ jetzt nicht die Kleinfamilie, sondern die Garderobe, also die Panier, die Fetzen und die Wäsch‘? Könnte das neue Palmers-Sujet so gesehen nicht auch als – zugegeben recht patscherte – basisdemokratische Solidaritätsbekundung gedeutet werden können: Meine Freundinnen und ich haben alle dasselbe Rüschenhoserl (´tschuldigen, Lace Panties) und kein Problem damit, gibt’s ja eh in verschiedenen Farben? Hm… nein, blöder ging’s wohl nicht mehr, oder? Mir ist das grundsätzlich ja eher wurscht mit den Spitzen und Strapsen, für mich täte es auch ein Baumwollschlüpfer, obwohl ab und zu… ach ja, um auf das Spiel der erotischen Signale – zwischen sublim und frivol – zurückzukommen und auf deren mögliche Umsetzung als revolutionäre Pose im smartphoneaffinen Discounter-Culture-Schick jenseits der boboesk-feministisch dominierten Gender-Mainstreaming-Fadesse (obwohl die ja auch schon wieder etwas für sich hat): Was soll man da sagen?

Also so ab und zu freue ich mich einfach, wenn mal wieder jemand ein Bissl goschert ist, das kann ganz unterschiedlich sein, von echt derb goschert bis lieb goschert bis denzent und fast unmerklich… goschert. Das tut gut. Aber es wäre doch zu bequem die ganze Arbeit einer einzigen Generation zu überlassen – wir alten Analog-Trottel haben’s nicht hingekriegt, jetzt sollen das die Blogger- und YouTuberInnen ausbaden? Und auf den weiblichen Körper und seine textilen Extensionen als Träger fetischisierter Männer- und Frauenphantasmen bezogen fallen mir spontan die folgenden Beispiele aus der Welt der Filmkunst und des Glamour ein, und die haben alle gemeinsam, dass es dazu eigentlich nicht viel braucht außer Grips und Chuzpe.

1980 Grace Jones in One Man Show trug Herrenanzug und Stilettos, darunter nichts. Das Konzept, von Jean-Paul Goude und Grace gemeinsam entwickelt, mittlerweile ein Klassiker, hat damals einer Menge von Leuten, Männern wie Frauen, einen gehörigen Schock verpasst. 1987 Elpidia Carillo in dem Hollywood-Streifen Predator mit militärgrüner Kombi, drunter ein Unterleiberl, verschwitzt, dreckig und ständig Blutspritzer von getöteten Söldnern im Gesicht wirkt, trotz der drastischen Szenen, in ihrer Nebenrolle seltsam anziehend… und echt lieb. 1994 Kate Moss, fotografiert in Schwarz-Weiss von Peter Lindberg und bekleidet mit einer Jeans-Latzhose, darunter nackt, sieht süß aus und trotzig drein in der Baumwollpflückermontur und trotzdem wirkt es so, als würde sie es faustdick hinter den Ohren haben (und als hätte sich Herr Lindberg gerade hinter der Kamera verliebt). 2015 Léa Seydoux in James Bond 007: Spectre – ok, da wird es scheinbar komplizierter, wir sind jetzt beinahe in der Gegenwart angelangt und noch dazu ins tiefste Chauvi-Hinterland, sinnbildlich gesprochen, und auf der Gender-Ebene mitten in einen Generationenkonflikt geraten. Ein schlechtes Beispiel, könnten Sie jetzt nicht ganz zu unrecht sagen. Frau Seydoux spielt eine Psychologin mit Doktorgrad. Die kann mit Schusswaffen umgehen und weiß sich auch ohne Schießeisen gegen die albernen Zudringlichkeiten und Kindereien eines alternden Geheimagenten zur Wehr zu setzen. Ist jemandem aufgefallen, dass ihre Garderobe sehr dezent gehalten ist, geradezu unglamourös für ein Bond-Girl aus den 2010er Jahren? Die meiste Zeit über ist das ganz normale Leisurewear, wie das in unseren Breiten mal geheißen hat, dem Anlass angemessen halt für eine erfolgreiche Therapeutin. Und es wird hier versucht mit einem der hartnäckigsten und nicht totzukriegenden Klischees zu brechen, nämlich dem der hübschen, dummen Blondine. Was zu einem guten Teil auch gelingt. Ja, ja, ich weiß, zum Schluss fällt sie dann doch auf ihn rein (oder umgekehrt?), aber immerhin nachdem sie ihn ein Bisserl erzogen hat, den lieben James (und er sie ein Bisserl g’schreckt). Das klappt halt nicht gleich auf Anhieb perfekt mit der Genderei, noch dazu ist das ein Bond-Streifen, ein zutiefst romantisches Genre. Mich hat’s jedenfalls gut unterhalten.

Das sind jetzt alles schlanke, junge (die Schönheit lassen wir besser mal weg, da die ja im Auge des/der Betrachter(s)/-in liegt) Frauen gewesen, medialisierte wohlgemerkt. Darum geht es meiner Meinung nach auch bei der ganzen Geschichte. Wenn Sie die Biografien der oben genannten überfliegen, werden Sie eine große Differenz zu deren Verkörperungen feststellen und auch ein paar Parallelen. In den Medien wird ausgehandelt, wo wir gerade stehen könnten oder hin möchten, aber das sollte nicht mit den Realitäten verwechselt werden, die sind dann doch noch um einiges umfassender, komplexer, mitunter auch banaler. Seit es Virtualisierungen von Personen in sogenannten sozialen Netzwerken gibt, kommt es da immer mehr zu Verwechslungen und Überschneidungen. Das hat Frau Milborn auch gleich richtigerweise aufgegriffen, indem sie meinte, der Untergriff von Herrn Baumgartner ergäbe in diesem Zusammenhang überhaupt keinen Sinn.

Inzwischen hat sich das richtig ausgeweitet mit den Osterhöschen (wer kommt bloß auf so einen albernen Namen, der könnte glatt von mir sein?), da gibt es eine ganze Reihe Zeitungsartikel, Social-Media-Beiträge, eine Einladung an Herrn B. zu einem Fernsehgespräch und eine Gegeneinladung von ihm an Frau M. zu einem anderen Fernsehsender sowie eine Stellungnahme von der Firma P. (die ist allerdings recht sonderbar, naja, G’schäftsleut‘ halt).

Was mir schön langsam auffällt, und da werden für mich feministische Standpunkte und ein gewisses Insistieren in Detailfragen zunehmend nachvollziehbar, dass immer öfter, wenn es ein gröberes Problem gibt, dieses dann auf einem Nebenschauplatz über den weiblichen Körper ausgetragen wird. Das ist die gleiche Scheiße wie mit dem Kopftuchstreit: Der Herr Kurz springt heldenhaft in die Presche und will entscheiden, was für Frau Soundso gut ist, ob das jetzt ein Kopftüchel sein darf, ein Schleier, Hidschab, Tschador, Niqab, eine Burka, oder was es sonst noch so gibt. Die armen Frauen würden ja genötigt von den Herren. Naja, so werden sie halt vom Staat genötigt. Hauptsache Nötigung, da haben wir unsere Gutachten dafür (und die bleiben selbstverständlich unter Verschluss), so mach‘ ma das, das passt dann schon, nicht wahr? Und derweilen haben wir noch immer monotheistisch geprägte Patriarchate oder Matriarchate – je nachdem, wie man/frau/kind das lieber sehen will – und eine Einkommensschere zwischen Männern und Frauen von… wie viel war das nochmal? Ein Fünftel? Ach so, eh nur satte zwanzig Prozent. Und unbezahlte Hausarbeit. Na, da wäre ich auch angefressen wegen jeder noch so kleinen Stigmatisierung und würde mir vielleicht dann wenigstens ab und zu mal ein edles Stück Lingerie gönnen – so ein raffiniertes – oder ein Eis oder beides. Und überhaupt! Lasst’s endlich mal ordentlich Kohle rüberwachsen – dafür, dass wir eure künftigen Konsumfreaks großziehen – auch den Männern, dann bleiben die gerne auch zu Hause! Und ich sag‘ das, obwohl ich hier immerhin einen Ruf als Sexist zu verteidigen habe.

Ach Gottchen…

So, jetzt ist mir endgültig schlecht vom Schokolade-Osterhasen-Futtern… wer übrigens beim Österhöschen-Sujet bereits die Nase gerümpft hat, sollte sich vielleicht die neue Dessous-Werbelinie von Palmers zu Gemüte führen, die mit den petrolblau getünchten Wänden, so bohème/Schmuddelpuff-stylie (keine Ahnung, wie man/frau/kind da hinfindet, mich macht die Klickerei auf facebook regelmäßig rasend und am nächsten Tag ist eh wieder alles umgestellt), ich check‘ ja echt nicht, was die Blumenbuketts da bedeuten sollen. Ach so, Surrealismus, na, nichts lieber als das. Übrigens wäre ich für fachkundige Berichtigungen sehr dankbar, mein letzter Einkauf beim Palmers ist schon eine Weile her und so ins Schleudern bin ich schon lange nicht mehr bei einem Thema geraten, nächstes Mal schreibe ich lieber wieder was über Männerthemen, vielleicht so etwas wie Bartwichse oder Anti-Schuppen-Schampoo.

 

Verspätete Osterh@serl

21st Century Man vom 01.05.2017 / → Teil 2

Eigentlich wollte ich ja etwas über Herrn Erdogan schreiben, aber was soll man denn nach solch einem desaströsen Ergebnis dieses sogenannten Referendums noch sagen. Ich meine, sind wir doch mal ehrlich, bei der Proformabefragung für seine Pläne eines de facto ohnehin schon bestehenden Präsidialregimes, nachdem der Mann mit dem verkappten Schneuzer jahrelang seinen Untertanen, Pardon, StaatsbürgerInnen mit Zensur, Massenverhaftungen, Ausnahmezustand, Kunstschändung und anderen üblen Methoden eingebläut hat, wo der Hammer hängt, oder vielmehr, wo Gott wohnt, gerade mal schlappe 51,41 Prozent Zustimmung einzuheimsen ist doch eines Despoten unwürdig. Und das dann auch noch mit getürkten, sorry, geschobenen Doppelstaatsbürgerschaften und ungestempelten Wahlkuverts zu unterfüttern, also bitte. Da heißt’s doch normalerweise ins Winkerl stellen und schämen, oder? Aber au contraire! Da haben die doch tatsächlich vorgestern in der Türkei den Zugang zur Wikipedia gesperrt. Und sonst geht’s euch eh gut? Ja, ja, liebe EU, tut’s ruhig weiter unter der Schirmherrinnenschaft von der Mutti traumatisierte Kriegsflüchtlinge verschachern.

Apropos Menschenhandel, um endlich auf das eigentliche Thema des heutigen 21st Century Man zu kommen, da ist mir doch kurz nach Ostern ein seltsames Elektrobriefchen in die Mailbox geflattert. Ich bin da in so einer Mailing-Liste von einer Initiative, die nennt sich #aufstehn und sieht sich selbst als eine neue Form der zivilgesellschaftlichen Kampagnenorganisation. Bei denen fehlt ein e im Namen, who cares, das ist halt modern jetzt – mit Hashtag vorne dran und so. Bekannt geworden sind die vor allem mit einer Petition gegen Hass im Netz, wo es unter anderem darum geht, dass Journalistinnen sexualisierter Gewalt in Form von Drohungen ausgesetzt sind. Die haben inzwischen schon einige Petitionen laufen und das Praktische daran ist, dass man diese bequem online unterzeichnen kann. Das boomt halt seit einiger Zeit schon sehr mit den Online-Petitionen, da könnte man/frau/kind auf die Idee kommen, dass das schön langsam inflationär wird und herzlich wenig bewirkt. Ich mag das aber trotzdem und ab und zu gibt’s dann eine nette Belohnung wie zum Beispiel eine Torte für Herrn Junker, die ihm, wenn ich mich nicht irre, anlässlich der zweimillionsten Stimme gegen das sogenannte Freihandelsabkommen TTIP feierlich überreicht wurde (in diesem Fall war das von der Initiative STOP TTIP).

In der besagten Mail von #aufstehn ging es jedenfalls kurz gesagt um dreierlei: die österliche Online-Werbung des Textilkonzerns Palmers auf Facebook, die Kritik der Journalistin Corinna Milborn daran und die Reaktion des Extremsportlers Felix Baumgartner auf diese kritische Äußerung in Form eines unflätigen Postings. Ich muss gestehen, meine erste Reaktion war eher genervt. Ich dachte mir, das ist doch irgendwie eine Nummer zu klein für euch, liebes Team von #aufstehn, is‘ euch leicht fad? Bei näherer Betrachtung hat mir das dann aber doch keine Ruhe gelassen, da mag man/frau mir durchaus sexistische Beweggründe unterstellen – was weibliche Reize anbelangt, bin ich wahrscheinlich genauso deppert wie jeder andere Hetero-Mann, naja, vielleicht nicht gar so schlimm, oder schlimmer… egal, ich finde die ganze Geschichte jedenfalls nicht nur nicht unamüsant sondern auch ziemlich surreal, um mal wieder dieses bis zur Erschöpfung missbrauchte Adjektiv der Kunstgeschichte zu verwenden.

Vielleicht zunächst zum Bild: Unter dem zeitlos schönen Logo mit dem hübschen Krönchen steht als Überschrift Unsere Osterhöschen, daneben ein kleiner Hase in Form eines Icons (vielleicht um dezent auf das Wortspiel mit dem vertauschten Umlaut hinzuweisen?), darunter ein Foto von sechs sehr schlanken jungen Frauen, die bäuchlings auf einem etwas ungewöhnlichen Orientteppich liegen und jeweils nur mit einem knappen, farbigen Damenslip bekleidet sind. Die Models liegen in der Ecke eines nachlässig renovierten Zimmers dicht an dicht und der Wand zugewandt, durch die beiden Fenster fällt ein wenig Sonnenlicht ein. Der Teppich mit biedermeierlich rustikalem Blumen- und Rankenmuster ist ein wenig zu klein geraten, so ragen im Vordergrund einige der nackten Beinpaare darüber hinaus und berühren einen abgenutzten Steinfußboden. Hinter den sechs Modellen ist der Boden mit Moos bedeckt, das in der Ecke zu einem kleinen Haufen aufgeschichtet ist. Auf dem Fensterbrett finden wir zwei leere Kerzenleuchter und ein Häufchen Blütenblätter. Rechts begrenzt ein kahler Ast das Bild.

Zwei Dinge haben mich sofort angesprungen, ich könnte nicht sagen was zuerst. Der eine Gedanke war: Das soll ein Palmers-Sujet sein? Das sieht doch irgendwie trashy aus und gar nicht classy, wie man/frau/kind das von anderen Werbemitteln dieser Modekette kennt. Der andere war sehr naheliegend für einen gelernten Österreicher, der Anteil an der kollektiven Erinnerung dieses Landes hat und nicht zu jung dafür ist: Die haben doch einfach billig dieses Palmers-Plakat für Strümpfe aus den Neunzigerjahren nachgebastelt. Aber dazu später.

Zu den Reaktionen: Laut Artikel im Standard hat Frau Milborn sich sinngemäß dann insofern kritisch dazu geäußert, dass sie sich durch die Ästhetik des Bildchens an Aufnahmen erinnert fühlte, die von Menschenhändlern angefertigt würden, um ihre Ware feilzubieten. Solche Fotos sind Frau M. durch ihre journalistische Arbeit bekannt (den meisten von uns wohl eher nicht). Dieser Gedanke kam mir anfangs recht abwegig vor und auch etwas weit hergeholt, doch klingt das für mich immer einleuchtender, je länger ich darüber grüble. Genauso gut könnte das natürlich auch ganz harmlos gemeint sein oder, was auch häufig vorkommt bei der kreativen Arbeit, es rutscht jemandem unbewusst etwas rein (oder raus), weil es gerade schnell gehen muss. Schwer zu sagen, ich war überdies auch einfach zu stark abgelenkt von der anderen Kerbe, in die die Kritik an der Unterwäsche-Ad schlug und zu der es eine Menge Postings gab, nämlich dass die Mädchen abgemagert seien oder ausgehungert. Das ist blanker Unsinn. Tut mir leid, aber die sind – ganz banal und schlicht und ergreifend – einfach nur dünn. Dünne Mädels. Das gibt es. Das darf nicht sein oder was? Mir fällt da schon eher ins Auge, dass die alle gleich dünn sind. Das sind wohl die gleichsten gleich dünnen Teenager, die ich je gesehen habe. Die sehen aus wie geklont und mir kommt in solchen Fällen dann immer eine Fernsehproduktion in den Sinn, bei der ich endlos lästern könnte und die ich hingebungsvoll verachte. Na Sie wissen schon, die mit der Heidi, das Sadomaso-Dschungelcamp für notorische Heulsusen, die mit teutonischer Härte zu vermeintlichen Supermodels gestählt werden. Da könnte man mal so richtig schön böse sein. Gut, dass das bereits Stefanie Sargnagel in ihrem wunderbaren Roman Fitness erledigt hat, sehr effizient und unmöglich zu toppen, aber zurück zu den Höschen und zum Posting von Herrn Baumgartner.

Der meinte, nachdem er eine abfällige Bemerkung über Frau Milborns Figur gemacht hatte, unter anderem: „Ich finde die Mädels weltklasse und springe da gerne mal dazwischen rein, auch ohne Fallschirm.“, nebst Dank an den Dessous-Hersteller und Grüßen aus Los Angeles (zu seiner Post gibt es inzwischen teilweise auch recht amüsante Kommentare von Blogger|inne|n). Nun ja, zum ersten Teil seines Postings, was soll man/frau dazu schon sagen? Oida, bist wo angrennt, ham’s da ins Hirn gschissn, geht’s no? Oder etwas freundlicher könnte man/frau/kind vielleicht fragen, ob Herrn B. eventuell schon mal was von dem Ausdruck No-Go gehört hat (ein Scheinanglizismus zugegebenermaßen und in Trumplandia wohl derzeit blöderweise unbekannt). Der zweite Teil ist allerdings bemerkenswert. Ich dachte da zunächst an eine sexuelle Anspielung oder eine unbewusste Neigung die sich da so zwischen den Worten verbirgt… dazwischen reinspringen ohne Fallschirm… hm, vielleicht der Wunsch nach ungeschütztem Verkehr? Mal wieder sporteln wie in alten Zeiten, was? Aber das war mir dann doch irgendwie zu naheliegend und dann hat das auch noch so etwas Unbeholfenes, Kindliches mit diesem Reinspringen… springen… der ist ja von ziemlich weit oben gesprungen, ganz allein und einsam in der Stratosphäre. Das bringt mich jetzt auf einen Gedanken.

Wir haben doch alle ab und an Sehnsucht, nach irgendetwas, was auch immer das sein mag. Die kann manchmal sehr stark sein. Manche sehnen sich in die Zeit der Jugend zurück oder in die eigene Kindheit. Viele oder, wenn wir der Psychologie vertrauen, die meisten sehnen sich gelegentlich zurück in den Mutterleib. Da war es schön warm und gemütlich, das ist gar nicht so abwegig, so nett ist es ja im Moment gerade nicht auf der Welt. Ich persönlich denke, dort wollen wir doch alle immer dann hin, wenn wir mal das Kopferl in einen Schoß legen oder an eine Schulter lehnen. Das ist ja eher etwas Seltenes, und gerade unter Paaren ein wenig aus der Mode gekommen, habe ich den Eindruck. Vielleicht ist das ein Bisschen verdächtig oder gefährlich – wer will schon ein großes Kind als Partner*in haben, könnten wohl einige denken?

Bei Menschen, sagt die schlaue Wikipedia die sich in Sehnsucht „verzehren“, kann diese in bestimmten Fällen krankhafte, psychopathologische Züge annehmen, so etwa wie bei verschiedenen Formen der Todessehnsucht, die bis zum Suizidwunsch reichen kann. Wenn ich jetzt ein wenig weiter denke, weiter zurück, noch vor den wohligen Aufenthalt im Warmbad des Uterus, dann ergibt das plötzlich Sinn mit dem Stratosphärensprung. Das ist so wie bei der alten Woody Allen-Komödie (Was Sie schon immer über Sex wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten), in der der Protagonist als vereidigte Samenzelle mit einem Fallschirm abspringt. Das macht Sinn: Der Stratosphärenspringer entsteigt seiner Kapsel und stürzt sich kopfüber ins Ungewisse und die Erde ist seine Eizelle. Wahnsinn, da inszeniert einer todesmutig als menschgewordenes Spermium seine eigene Zeugung nach und macht sich selbst sinnbildlich zum Erzeuger seiner selbst, als Medienspektakel für uns alle und mit Unterstützung eines Großkonzerns selbstverständlich. Manno! Ich fürchte beinahe, da muss ich bis zum nächsten Mal eine Skizze dazu machen, naja, mal sehen.

Ach Gottchen…

P.S.: Nachträglich herzliche Gratulation Herrn Baumgartner für seine sportliche Leistung – ernsthaft – mir ist vom Zuschauen am Bildschirm schon schwindelig geworden. Der zweite Teil folgt in Bälde, hoffentlich dann auch wieder mit Illu.